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"Dieses Handwerk hat eine Zukunft“

Christina Roth haucht mit ihrer CR Ledermanufaktur dem traditionsreichen Sattlerberuf neues Leben ein.

Christina Roth bei der Arbeit. Ihre Ledergalanteriewaren sind handgefertigte Einzelstücke.
© WKS Christina Roth bei der Arbeit. Ihre Ledergalanteriewaren sind handgefertigte Einzelstücke.

Die Berufslaufbahn von Christina Roth schien vorgezeichnet zu sein: Nachdem sie zwei Wirtschaftsstudien abgeschlossen hatte, arbeitete die gebürtige Steirerin als Projektmanagerin für den Getränkekonzern Red Bull. Ein Besuch der Taschnerwerkstatt von Mark Kainberger in der Stadt Salzburg änderte dann aber alles. "Ich entdeckte meine Leidenschaft für das Lederhandwerk und habe angefangen, mir in meiner Freizeit alles beizubringen, was damit zusammenhängt“, erzählt Roth.

Es folgen Jahre harter Arbeit sowie Praktika im In- und Ausland. Roth reist sogar für drei Wochen nach Japan, um bei Tsuyoshi Yamashita, dem bekanntesten Ledermeister des Landes, zu lernen.

2018 ist sie in der Berufsgruppe der Taschner und Lederwarenerzeuger der einzige Lehranfänger Österreichs. "Weil es für mich keinen Lehrbetrieb gab, war die Ausbildung alles andere als einfach. Ich wollte aber nicht aufgeben, nachdem ich jahrelang viel Geld und Energie investiert hatte.“

Sie sei fest davon überzeugt, dass der Sattlerberuf eine Zukunft habe, meint Roth, die im Sommer 2019 die Lehrabschlussprüfung besteht und in der Getreidegasse ihre eigene Werkstatt aufsperrt.

Einzelstücke statt Massenware

Die CR Ledermanufaktur übernimmt Reparaturen und erzeugt Ledergalanteriewaren aller Art, darunter maßgefertigte Taschen, Geldbörsen und Handyhüllen. Die Einzelstücke werden fast ausschließlich in Handarbeit hergestellt. "Wenn bei uns einmal der Strom ausfällt, haben wir kein Problem. Alles, was wir brauchen, sind ein paar Werkzeuge und unsere Hände“, sagt Roth.

Obwohl ihr Beruf körperlich anstrengend ist, hat er nichts von seiner Faszination verloren. „Ich stelle etwas her, das Menschen Freude bereitet und sie vielleicht ein Leben lang begleitet. Außerdem gefällt mir die sehr feine und exakte Arbeit. Wir bewegen uns bei der Dicke des Leders im Bereich von Zehntelmillimetern.“

Vor gut einem Jahr hat Christina Roth ihre eigene Werkstatt in der Salzburger Getreidegasse eröffnet.
© WKS Vor gut einem Jahr hat Christina Roth ihre eigene Werkstatt in der Salzburger Getreidegasse eröffnet.

In Roths Werkstatt führt an traditionellen Techniken und Materialien kein Weg vorbei. Wenn es um die Kommunikation geht, schwört sie dagegen auf moderne Social-Media-Kanäle. "Facebook und Instagram sind mein Schaufenster für die ganze Welt. Es gibt ein paar Tausend Leute, die mir jeden Tag beim Arbeiten zuschauen. Ihnen vermittle ich mein Wissen über das Lederhandwerk und baue so Kompetenz auf.“

Mit ihrer Arbeit hat Roth auch schon Kunden aus den USA und Südafrika begeistert. Sie ist dennoch überzeugt davon, dass sie weiter an ihren handwerklichen Fähigkeiten feilen muss. "Mein Fernziel ist es, einer der besten Sattler in Europa zu werden. Davon bin ich noch ein Stück entfernt.“

Roths nächstes großes Ziel ist die Ausbilderprüfung im Herbst. Ab dem kommenden Jahr will sie dann nach Möglichkeit kontinuierlich Lehrlinge ausbilden. "Wenn mehr junge Leute eine Taschnerlehre ergreifen, bekommt der Beruf vielleicht wieder ein bisschen Aufschwung“, hofft die 33-Jährige.

Workshop "Lederhandwerk für Anfänger"

Im Rahmen von "Hand.Kopf.Werk“, dem Handwerksfestival in der Salzburger Altstadt, findet am 30. Oktober ab 17 Uhr ein Workshop in der CR Ledermanufaktur statt. Dabei werden Lederaccessoires wie z. B. Schlüsselanhänger oder Münztascherl gefertigt. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 € pro Person, Anmeldungen sind per E-Mail an hello@christinaroth.at möglich.


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