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Corona befeuerte die Innovationskraft

Die Corona-Pandemie hat Salzburgs Betriebe unterschiedlich hart getroffen, abhängig von der jeweiligen Branche. Innovation zeigte in vielen Fällen einen Weg aus der Krise.

GGrafische Darstellung eines Fragezeichen aus dem eine Glühbirne wird.
© AdobeStock

Das vielzitierte Bonmot von der Chance, die in jeder Krise steckt, haben viele Salzburger Betriebe in die Realität umgesetzt. Sie haben die Corona-Pandemie genutzt, um neue Produkte zu entwickeln oder Produktionsprozesse zu optimieren und die Digitalisierung im Betrieb voranzutreiben. 

Vielen Unternehmen sind dabei die Experten des ITG – Innovationsservice für Salzburg von Beginn bis zum Ende ihres Innovations- und Investitionsprojekts bei allen Fragen zur Seite gestanden. Das Service umfasst Unterstützung bei der Förderstrategie und -abwicklung, Beratung zu Schutzrechten, Hilfe bei der Suche nach Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie die Begleitung bei Ansiedlungen. Es ist für Salzburger Unternehmen kostenlos. 2020 wurden 834 Unternehmen beraten und 348 Projekte unterstützt – dies ist einer der höchsten Werte in der Geschichte der Einrichtung. Die größten Anteile entfielen dabei auf Innovationsprojekte (92) und Investitionsprojekte (149). Weitere Projekte sind in den Bereichen Ansiedlung und auch innovative Gründungen (Start-ups) angesiedelt. Die jährliche Evaluierung ergab eine Schulnote von 1,14, was Umfang und Verständlichkeit der Beratung, fachliche Kompetenz und rasche Reaktionszeit angeht.

„Krisen sind ‚Game-Changer‘ und beschleunigen Trends, die normalerweise Generationen beschäftigen. Einen besonderen Turbo hat die digitale Transformation ausgelöst. Dementsprechend hatten wir einen starken Anstieg für Digitalisierungsförderungen zu verzeichnen, allen voran im Rahmen der Digitalisierungsoffensive vom Land Salzburg“, betont Hans Christian Pfarrkirchner, Leiter der Business Services beim ITG – Innovationsservice für Salzburg. Doch leider erkennt man bereits die nächste Herausforderung der Krise. Nämlich die Engpässe bei Ressourcen und Materialien, die Unternehmen zu Innovation drängen. „Obwohl es natürlich viele Betriebe gebeutelt hat, gibt es für einen Unternehmer kein Den-Kopf-in-den-Sand-stecken. Viele Innovations- oder einfach Weiterentwicklungsprojekte wurden aufgenommen, für die davor entweder keine Zeit oder kein Notwendigkeit vorhanden war,“ resümiert Pfarrkirchner.


Produktion 4.0 in Bischofshofen

Mann steuert Maschine mit Tablet.
© Viper Tube Systems - Rohrsysteme

Um den Digitalisierungsgrad zu erhöhen und Mitarbeiter zu entlasten, hat das Unternehmen Viper Tube Systems im Dezember 2020 einen Digitalisierungsprozess gestartet. Unterstützt wird das Vorhaben durch die DigiInvest-Förderung des Landes. Damit werden interne Prozesse auf den Grad 4.0 gehoben. „Die Förderung erleichtert natürlich das Beschreiten dieses neuen Weges“, sagt Geschäftsführerin Petra Hallinger.
Bereits vor 15 Jahren startete man mit der Einführung eines ERP-Systems, heute setzt man auf Produktionsprozesse 4.0. Das Digitalisierungsprojekt steht auf drei Säulen: lernende Kameras, Vollautomation und E-Learning-App. Pro Jahr werden vom Metallrohr- und Schlauchleitungshersteller Viper Tube Systems rund 200.000 Ringlötstücke verarbeitet, die zwei Dichtflächen haben. 

Fit für die digitale Zukunft

Derzeit erfolgt die Qualitätsprüfung noch visuell, bald soll sie mit lernenden Kameras durchgeführt werden. Außerdem soll durch Vollautomation der Impulskrümmer-Produktion in Zukunft unnötiger Ausschuss vermieden werden. Mit einer neuen E-Learning-App wird nun auch das Wissensmanagement im Unternehmen revolutioniert: Das geht so weit, dass die Mitarbeiter einen Test über die gelernten Schulungsinhalte digital ablegen können.
„Im Frühjahr 2020 ist die Lieferkette abgerissen und wir waren – so wie unsere Kunden auch – zur Kurzarbeit gezwungen“, berichtet Petra Hallinger. Jedoch schon im Juni konnte die Produktion wieder aufgenommen werden. „Selbst heute, ein Jahr danach, ist die Lieferkette noch sehr fragil. Jeder Tag birgt neue Herausforderungen, auf die wir rasch reagieren müssen“, ergänzt Hallinger.
www.viper-tubes.com


Transportainment aus Eugendorf

Offener Wingliner-LKW mit integriertem Display.
© Lorrygram

Transportainment, das ist die Verbindung aus Transport und Entertainment und die Mission von Johann Strasser. In den 1990er-Jahren schuf sein Unternehmen Wingliner einfach zu bedienende Lkw-Aufbauten, die vollautomatisch geöffnet und geschlossen werden können. 2018 gründete er das Start-up Lorrygram, das Ultra-HD-Displays in die Wingliner-Seitenwände integriert. So wird Entertainment auf die Straße geholt. Bereits jetzt wird das System zum Beispiel von der Trumer Brauerei genutzt. 

In der Pandemie ist Lorrygram vor allem durch Lieferengpässe betroffen, weil viele Komponenten aus Asien bezogen werden. „Wir setzen nun auf lokale Lieferanten, so kommen etwa die Kabelstränge jetzt aus Neumarkt“, sagt Strasser. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: So können neben Werbung individualisierte und ortsspezifische Inhalte ausgespielt werden. Dafür wird von der Lorrygram-Zentrale der Content über Satellit auf die Displays übertragen. Das System kann auch als mobile Elektrotankstelle oder für Einsatzkräfte verwendet werden.  

Unterstützt wurde Lorrygram durch die FFG Kleinprojekt-Förderung. Damit wurden geeignete Hardware getestet und die zugehörige Software entwickelt. „Als Hauptgesellschafter bei Lorry-gram geben mir Förderungen die Möglichkeit, weniger Anteile abzugeben und trotzdem die Finanzierung des Vorhabens zu bewältigen“, sagt Johann Strasser.
www.lorrygram.com


Digitale Geschäftsmodelle aus Saalfelden

Handy-Konfigurator für Leuchten.
© GetTheLight

Der Leuchtenmarkt ist ein sehr alter und traditioneller. „Der stationäre Handel dominiert im Verkauf, die Digitalisierung steckt dort noch in den Kinderschuhen“, sagt Visionär und Unternehmer Patrick Müller. Er hat mit einem digitalen Marktplatz für Leuchten die Chance, den Markt in die Online-Welt zu bringen, ergriffen. ­GetTheLight ging mitten in der ersten Welle der Corona-­Pandemie online.
So getimt war das nicht, die Planung für ­GetTheLight gab es schon davor. Die Idee, zusätzlich zu den Leuchten und der Montage auch Lichtplanung und -beratung anzubieten, ist aber während der Krise entstanden. „Die Kunden wollen trotz geschlossener Geschäfte eine persönliche und professionelle Beratung. Durch die Corona-Krise wuchs die Akzeptanz von Beratungen im Videocall. So war es naheliegend, Lichtberatung online anzubieten“, erklärt Müller.

Es werde Licht

Ein Konfigurator ermittelt beim Kunden die grundlegenden Daten: Handelt es sich um eine Wohnung, ein Haus oder ein Büro? Welche Zimmer sollen mit Leuchten ausgestattet werden? Lichtplaner erarbeiten daraufhin ein Lichtdesign. Eine VR-App visualisiert die Leuchten im Raum.
Mit seinem neuem Geschäftsmodell trifft Müller den aktuellen Zeitgeist. „Wir verbinden das Beste aus der digitalen und der analogen Welt: flexibles Online-Shopping rund um die Uhr, persönlichen Kontakt und professionelle Beratung.“ Das Team von GetTheLight hat sich seit Ende 2020 fast verdoppelt.  
Für den Aufbau seines Marktplatzes hat das Saalfeldener Unternehmen mit Unterstützung der ITG eine Digitalförderung vom Land Salzburg und den aws erp-Kredit bekommen.
www.getthelight.com


Handwerk 4.0 in Tamsweg

Arbeiter schneidet mit Seitenschneider Stahlrohr.
© Steinwender

Die Firma Steinwender mit Sitz in Tamsweg errichtet seit 1966 Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimainstallationen. Geschäftsführer ist in zweiter Generation Florian Steinwender. Er hat den Stillstand während der Corona-Krise genutzt, um Digitalisierungsmaßnahmen schneller umzusetzen. 

Handwerk und Digitalisierung passen zusammen

Das in die Jahre gekommene Lagersystem wurde durch ein neues Warenwirtschaftsprogramm ersetzt, das wichtige Schnittstellen zu Buchhaltung, Einkauf und Finanz hat. Mit diesem System können Lagerbestände schnell abgerufen, nachbestellt und einfacher abgerechnet werden. „Die Digitalisierung macht auch vor Handwerksunternehmen nicht Halt. Nur so können wir aus der Krise gestärkt herausgehen“, ist Steinwender überzeugt. Mittlerweile könne sich im Betrieb niemand mehr ein anderes System vorstellen. 
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Digitalisierung bei der Dokumentation von Baustellen und bei der  Arbeitszeitaufzeichnung. Das Baustellenteam wurde mit einem Tablet ausgestattet, mit dem es Fotos von der Baustelle machen und seine Aufzeichnungen digital dokumentieren kann. Die Daten werden dann direkt an die Zentrale gesendet. So wird die Arbeit auf Baustellen erleichtert, und die notwendigen Informationen sind für alle Beteiligten zugänglich. „Unsere Mitarbeiter sind begeistert von der Arbeit mit dem Tablet“, stellt Steinwender freudig fest. 
Der Zeitpunkt der Umstellung während der Pandemie war bewusst gewählt: Steinwender und sein Team haben erkannt, „dass jetzt der richtige Moment für Digitalisierung ist, und wir haben für unser Projekt Förderungen vom aws und vom Land Salzburg erhalten“. 
www.haustechnik-­steinwender.at

Die Zahnbürste kommt aus Adnet

Automatisierte Zahnbürsten-Produktion.
© M + C Schiffer GmbH

Viele der Zahnbürsten, die wir tagtäglich verwenden, haben gar keinen weiten Weg hinter sich: Sie werden in Adnet produziert. Die Firma M + C Schiffer stellt jährlich 35 Millionen Handzahnbürsten und 50 Millionen Spritzgussteile für Bürstenaufsteck­köpfe der Elektrozahnbürsten aller namhaften Marken her.
Das Unternehmen hat nun mit einem Projekt in Sachen Kreislaufwirtschaft einen Schritt in Richtung Digitalisierung gesetzt: Verpackungen von Zahnbürsten wurden von Plastik auf mehrfach recycelten Karton umgestellt. „Unsere ganze Produktion soll ressourcensparender sein, und wir selbst wollen auch ressourcensparender arbeiten“, betont Geschäftsführer Karl Hofstätter. Für das neue System hat man drei Förderungen in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung erhalten. 

Aufschwung durch Corona

Die Corona-Krise hat dem Unternehmen einen unerwarteten Aufschwung beschert. Die größten Produktionsländer von Zahnbürsten, Indien und China, konnten wegen der Pandemie nicht mehr günstig nach Europa liefern. „Dadurch ist die Nachfrage in Europa gestiegen und wir konnten unsere Kapazitäten steigern“, berichtet Hofstätter, und er betont, dass „der beste Weg, um ein Unternehmen aus einer Krise herauszuholen, mit Innovation gegangen wird“.
www.mcschiffer.at


Auf dieser Seiten wird, in Ko­operation mit dem ITG – Innovationsservice für ­Salzburg, je ein Betrieb pro Bezirk vorgestellt, der die Krise als Chance ­verstanden und, unterstützt von der ITG, neue Wege beschritten hat.



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