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Die Arbeitszeit – so können Sie sie optimieren und teure Fehler vermeiden.

Fragen rund um die Arbeitszeit von MitarbeiterInnen nehmen im betrieblichen Alltag eine große Bedeutung ein. ExpertInnen der WKS gaben praktische Tipps.

Frau beim Arbeiten am Laptop. Vor ihr steht ein Wecker.
© AdobeStock

In der täglichen betrieblichen Praxis haben Fragen zur Arbeitszeit und deren optimale Gestaltung einen großen Stellenwert. Neben der Vereinbarung des Ausmaßes und der Verteilung der Normalarbeitszeit geht es dabei unter anderem auch um die korrekte Abgeltung von Mehrdienstleistungen bzw. die nach dem Arbeitszeitgesetz und Arbeitsruhegesetz zulässigen Höchstgrenzen und einzuhaltenden Mindestruhezeiten.

Die Regelungen zur Arbeitszeit sind komplex. Sie befinden sich auf mehreren Ebenen und greifen oft ineinander über. Neben gesetzlichen Bestimmungen wie vor allem dem Arbeitszeitgesetz und dem Arbeitsruhegesetz und Sondergesetzen sind Regelungen im branchenspezifischen Kollektivvertrag zu beachten. Als Beispiel dafür können die unterschiedlichen Bestimmungen zur durchrechenbaren Arbeitszeit genannt werden. Auf betrieblicher Ebene kommen Vereinbarungen in einer Betriebsvereinbarung (bei Bestehen eines Betriebsrates) bzw. im Dienstvertrag in Betracht.

Kostspielige Folgen bei Fehlern

Fehler bei der Arbeitszeit können in mehrfacher Hinsicht mitunter leider kostspielige Folgen haben.

So zum Beispiel, wenn zuschlagspflichtige Mehrdienstleistungen nicht als solche erkannt und abgerechnet, normierte Höchstgrenzen überschritten oder keine bzw. nur mangelhafte Arbeitszeitaufzeichnungen geführt werden. In diesen Fällen besteht zum einen das Risiko einer Nachforderung an Entgeltansprüchen durch MitarbeiterInnen bzw. an Sozialversicherungsbeiträgen durch die Österreichische Gesundheitskasse.

Auch wären Verwaltungsstrafverfahren nach dem LSD-BG bzw. AZG und ARG mit zum Teil empfindlichen Strafhöhen denkbar.

Formvorschriften bei diversen Modellen der Flexibilisierung

Ein weitverbreiteter Irrtum besteht zum Beispiel in der oft anzutreffenden Annahme, für die gleitende Arbeitszeit und die damit einhergehende Möglichkeit zur Ausdehnung der zuschlagsfreien Normalarbeitszeit auf zehn bzw. mitunter 12 Stunden würde das mündliche Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer genügen. Dem ist leider nicht so. Hier normiert das Gesetz als Wirksamkeitsvoraussetzung die Einhaltung der Schriftform bzw. den Abschluss einer Betriebsvereinbarung bei Bestehen eines Betriebsrates.

Auch wird in der Praxis gerne übersehen, dass wochenübergreifende Durchrechnungen der Normalarbeitszeit einer gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Zulassung bedürfen. Hier sehen Kollektivverträge differenzierende Regelungen vor. Auch normieren sie oftmals die beiden oben genannten Formvorschriften (Schriftform, Betriebsvereinbarung) als Voraussetzung für die Einführung der durchrechenbaren Arbeitszeit.

Zusammengefasst ist es daher von großer Relevanz, dem Themenkomplex Arbeitszeit in all seinen Facetten die entsprechende Bedeutung beizumessen und Aufmerksamkeit zu schenken.

Praktische Tipps im Webinar der WKS

Im aktuellen Webinar der Wirtschaftkammer Salzburg am 29.6.2021 zu diesem Thema wurden wichtige praxisrelevante Tipps gegeben.

In einem ersten rechtlichen Teil informierten Dr. Ursula Michl-Schwertl und Dr. Lorenz Huber vom Bereich Sozial- und Arbeitsrecht über ausgewählte wichtige rechtliche Aspekte rund um die Arbeitszeit.

Dabei wurden unter anderem folgende Fragen näher beleuchtet: Was versteht man unter der durchrechenbaren Arbeitszeit? Was versteht man unter der Normalarbeitszeit? Wann liegen zuschlagspflichtige Mehrdienstleistungen vor? Was muss ich beachten, wenn ich in meinem Betrieb das Modell der gleitenden Arbeitszeit einführen möchte? Wie sehen korrekte Arbeitszeitaufzeichnungen aus? Welche Erleichterungen gibt es bei der Führung von Arbeitszeitaufzeichnungen? Welche Höchstgrenzen der Arbeitszeit sind einzuhalten bzw. was ist zu beachten, wenn die Arbeitszeit, wie seit dem 1.9.2018 möglich, auf 12 Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich ausgedehnt wird?

Ansätze aus personalistischer Sicht

Im Anschluss daran gab Frau Constanze Schleicher MTD Tipps für die praktische Umsetzung einzelner Arbeitszeitmodelle bzw. lieferte einen Ausblick auf neue Arbeitswelten.

Constanze Schleicher MTD ist Mitglied der Experts Group Human Resource Management der Fachgruppe UBIT Salzburg und langjährige Bereichsleiterin Personal in Industrie- und Handelsunternehmen. Dabei wurden unter anderem folgende Aspekte thematisiert: Arbeitszeitmodell in der praktischen Umsetzung. Wann beginnt die Wertung als Arbeitszeit? Welche Arbeitszeitmodelle werden in der Zukunft relevant sein.

Aufzeichnung vom Webinar am 29.06.2021:

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