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Afrika – die große Chance

Der Blick auf Afrika hat sich gewandelt. Von einem unerschlossenen Randmarkt entwickelt sich der Kontinent zum Zentrum vorausblickender Exportüberlegungen mit vielen Geschäftsmöglichkeiten für Salzburger Unternehmen. 

Afrika
© WKS/Fotolia

Eine wachsende Mittelschicht, Klimawandel, demografische Veränderungen und zunehmende Urbanisierung mit hohem Infrastruktur- und Importbedarf stellen das Land vor große Herausforderungen, die sich jedoch auch in großen Geschäftschancen widerspiegeln. Besonders interessant ist Südafrika. Die „Salzburger Wirtschaft“ hat Mag. Johannes Brunner, Wirtschaftsdelegierter in Johannesburg, um seine Einschätzung gebeten. 

Von allen afrikanischen Staaten gewinnt Südafrika in der Exportwirtschaft am meisten an Bedeutung und ist nach Nigeria und Ägypten die drittgrößte Volkswirtschaft und einziges G20-Mitglied. Warum ist Südafrika ein interessanter Markt?

Die österreichischen Exporte nach Südafrika haben 2018 einen Zuwachs von 37% erzielt und im ersten Halbjahr 2019 nochmals um 11% zugelegt. Diese Wachstumsraten sind beeindruckend, vor allem weil das aktuelle wirtschaftliche Umfeld nicht gerade ideal ist. Ein wichtiger Grund für diesen Exportzuwachs sind die Zulieferungen an die südafrikanische Automobilindustrie. In Südafrika produzieren unter anderem BMW, Mercedes und Volkswagen aber auch Ford und Toyota.  Die südafrikanischen Fahrzeugexporte könnten heuer einen Rekordwert von 8,5 Mrd. € erreichen. 2018 exportierte Südafrika an die 350.000 Fahrzeuge vor allem in die EU, in die USA aber auch nach Japan, Australien und in andere afrikanische Länder. Aber auch Investitionen im Bergbau, der Papier- und Stahlindustrie haben interessante Projekte für österreichische Unternehmen ermöglicht.

Während etwa China seine Wachstumsstrategie bereits strategisch auf Afrika ausgerichtet hat, hinkt Europa und auch Österreich noch hinterher, warum ist das so?

China verfolgt seit Jahren eine expansive Strategie in Afrika. Das betrifft den Infrastruktursektor beispielsweise beim Ausbau von Häfen, Flughäfen und Eisenbahnstrecken ebenso wie Handel und Produktion. Allerdings riskieren viele Länder in Afrika durch die enormen Infrastrukturprojekte eine ebenso gigantische Verschuldung. In Südafrika sieht die Situation noch weniger dramatisch aus. Hier ist Europa nach wie vor der wichtigste Handelspartner und Investor. Aber auch in Südafrika ist der Einfluss Chinas nicht zu unterschätzen. Steigende Budgetdefizite und eine immer höhere Schuldenlast werden Südafrika in Zukunft ebenfalls verstärkt nach China blicken lassen.

Mag. Johannes Brunner
© WKÖ Mag. Johannes Brunner, Wirtschaftsdelegierter in Johannesburg.

Gute Chancen für die österreichische Wirtschaft bestehen weiter im Ausbau der südafrikanischen Infrastruktur und bei Industrieausrüstungen. Im Bergbau sind zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit neue produktivitätssteigernde Technologien erforderlich. Chancen sehen wir auch für den Energie- und Umweltsektor. Das betrifft vor allem den Sektor erneuerbare Energie, Technologien zur Energieeinsparung sowie Anlagen zur Wasser- und Abwasseraufbereitung. Der Automobilsektor wird weiter eine wichtige Rolle für österreichische Exportunternehmen spielen. Zudem bietet eine wachsende Mittelschicht neue Möglichkeiten für qualitativ hochwertige Konsumprodukte aus Österreich.

Welche Risiken gilt es zu beachten?

Risiko spielt im Auslandsgeschäft immer eine Rolle. Das gilt auch für das Afrikageschäft. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Außensicht viele Risiken größer erscheinen lässt, als das bei einer näheren Betrachtung der Märkte dann tatsächlich der Fall ist. Wir beraten Salzburger Unternehmen auch in dieser Hinsicht umfassend und helfen schon im Vorfeld, das Risiko zu minimieren, in dem wir beispielsweise auf Absicherungsmöglichkeiten in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Kontrollbank hinweisen. 

Afrika gilt als durchaus schwieriger Markt, wenn es darum geht, die richtigen lokalen Partner zu finden und Informationen zu Projekten zu bekommen. Was tut die WKÖ, um Unternehmen auf dem Weg nach Afrika zu unterstützen?

Am Afrika-Tag in der WKÖ wurde am 6. November die neue Afrika-Strategie vorgestellt. Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA unterstützt Salzburger Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte. Künftig werden die Aktivitäten durch mehr Wirtschaftsmissionen, Messepräsenzen und Austria Showcases verstärkt. Auch das Netz der Stützpunkte soll mittelfristig am Zukunftsmarkt Afrika weiter verdichtet werden. 

Was ist bei Geschäften mit afrikanischen Partnern zu beachten?

Der Auswahl der richtigen Geschäftspartner kommt gerade auf afrikanischen Märkten enorme Bedeutung zu. Zufallsbekanntschaften, die in der Lobby eines Geschäftshotels mit ihren exzellenten Verbindungen zu höchsten Regierungskreisen prahlen, lassen bei mir eher die Alarmglocken läuten. Wir unterstützen auch in diesen Fällen mit Background-Checks und Informationen über potenzielle Geschäftspartner. Nur über technische Exzellenz zu verkaufen, funktioniert in diesen Märkten meist nicht. Salzburger Unternehmen, die den Spagat zwischen Preis und Qualität schaffen, sind hier aber durchaus erfolgreich. Ein weiterer Erfolgsfaktor liegt beim Service. Die geographische Distanz zum Kunden kann in Afrika schon ziemlich beträchtlich sein. Hier ein Serviceniveau anzubieten, das exakt auf die regionalen Verhältnisse zugeschnitten ist, bringt einen Wettbewerbsvorteil.


Südafrika - Export

  • Warenexporte Österreich (2018): 588 Mill. €
  • Ausfuhren Salzburger Unternehmer (2017): 89 Mill. €

Exporteure in den Branchen Energy Drinks, Produkte der Sportmode, Nutzfahrzeuge, elektronische Zulassungssysteme und Molkereiprodukte.

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