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Überall dringend gesucht: Arbeitskräfte!

Der Traum jedes Wirtschaftspolitikers wird in diesen Monaten Wirklichkeit. Es herrscht Vollbeschäftigung. Doch die Freude darüber wird getrübt. Denn längst lähmt die Wirtschaft ein enormer Mangel an Arbeitskräften.

Arbeitskräftemangel
© bakhtiarzein - stock.adobe.com

Das hat die Politik in Österreich seit Jahrzehnten angestrebt: Ein Zurück zur Vollbeschäftigung. Die ist in Salzburg und auch in einigen anderen Bundesländern erreicht – dank Investitionsboom bei den Betrieben und anhaltender Konsumlaune in der Bevölkerung nach über zwei Jahren Pandemie. Schon im Juni ist die Arbeitslosenrate in Salzburg auf 2,9% gesunken, was im Juli mit einer (vorläufigen) Quote von 2,8% noch einmal getoppt wurde.

Tirol und Salzburg gehen voran

In allen Kategorien und Regionen ist die Arbeitslosenrate gegenüber dem Juli 2021 zum Teil zweistellig zurückgegangen, wobei in den Bezirken Salzburgs besonders starke Rückgänge verzeichnet werden wie etwa im Pongau (-27%) oder im Pinzgau (-26.6%). Österreichweit betrug die Arbeitslosenrate noch 5,6%, aber auch das der niedrigste Wert seit Juli 2008. Noch niedriger als in Salzburg ist die Arbeitslosigkeit nur in Tirol mit 2,7%. Tirol und Salzburg sind auch jene Bundesländer, in denen die Arbeitslosigkeit am stärksten zurückgegangen ist, in Tirol um 22,1%, in Salzburg um 20,7%. Die Branchen, die in Salzburg beim Rückgang der Arbeitslosigkeit besonders hervorstechen, sind der Handel (-22,6%), die Produktion (-21,3%), der Verkehrssektor/Lagerwesen (+19,2%) und der Tourismus (-19,7%).

Von Monat zu Monat Beschäftigungsrekord

Gleichzeitig haben Salzburgs Arbeitgeberbetriebe (inklusive der öffentlichen Hand) noch nie so viele Arbeitsplätze besetzt wie jetzt. Im Juli 2022 wurden um 8.000 Personen mehr als Juli 2021 unselbstständig beschäftigt, ein Plus von 3,1%. Derzeit sind 277.000 Personen beschäftigt, so viele wie noch nie. „Salzburgs Arbeitgeber haben nach der Corona-Krise nicht Arbeitsplätze abgebaut, im Gegenteil: Trotz Ukraine-Krieg und Teuerung setzen die Unternehmen mehr denn je darauf, Arbeitsplätze anzubieten“, stellt WKS-Präsident Peter Buchmüller fest. Er verweist auf die Kehrseite der „robusten Arbeitsmarktlage“ (Arbeits- und Wirtschaftsminister Kocher): Denn während die Arbeitslosigkeit auf allen Fronten rückläufig ist, steigt die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen weiter an. Und das mit enormen Zuwachsraten: Um fast 36% mehr an offenen Stellen wurden gegenüber dem Juli 2021 gemeldet. Derzeit werden in Salzburg 13.000 Stellen angeboten, denen rund 9.770 Arbeitslose und Schulungsteilnehmer:innen gegenüber stehen. Österreichweit sind laut AMS rund 140.000 Stellen sofort verfügbar. 


Burgstaller
© Baubeschläge Austria
„Wir sind in allen Bereichen vom Arbeitskräftemangel betroffen, sei es im Innendienst, im technischen Bereich, im Verkaufs-Außendienst oder im Servicebereich. Mit herkömmlichen Methoden bekommt man keine Leute mehr. Der Arbeitskräftemangel wirkt sich noch nicht umsatzmäßig aus, er führt aber zu einer starken Belastung der bestehenden Mitarbeiter, weil die den Personalmangel irgendwie abfangen müssen.“
René Burgstaller MAS (GF GU Baubeschläge Austria GmbH in Hallwang)

„Insgesamt beschäftigen wir derzeit 50 Mitarbeiter:innen, die sich auf den Verkauf und auf die Schneidereien verteilen. Aber wir haben große Zukunftssorgen: Kein Mensch lernt heutzutage noch die Schneiderei. Wir bilden zwar noch Lehrlinge aus, aber die werden uns dann abgeworben. Corona hat obendrein dazu beigetragen, dass der Arbeitswille bei den jungen Menschen sehr nachgelassen haben. Daher kämpfen wir mit riesigen Nachwuchssorgen.“
Willi Lanz, Eigentümer von Trachten Lanz in Salzburg

Testimonial Lanz
© wildbild

Erneuter Ruf nach Arbeitsmarktreform

Wobei die wahre Nachfrage nach Arbeitskräften weit höher sein dürfte, da nicht alle Betriebe beim AMS melden. Für WKS-Präsident Buchmüller sind die aktuellen Arbeitsmarktdaten jedenfalls Anlass, erneut – als eine Strategie gegen den Arbeitskräftemangel – eine Reform der Arbeitslosenversicherung zu fordern. 

Denn mittlerweile ist der Arbeitskräftemangel zum einem massiven Risikofaktor in der Wirtschaft geworden, der fast alle Betriebe in Mitleidenschaft zieht. 73% der Unternehmen spüren laut Analyse der WKÖ (Fachkräfteradar 2022) einen starken oder sehr starken Fachkräftemangel.

Die Unternehmen betrachten den generellen Arbeitskräftemangel mittlerweile schon als das größere Risiko als die Energiepreise oder Lieferengpässe: 82% der im Rahmen des aktuellen WKÖ-Wirtschaftsbarometers (Juli 2022) befragten Unternehmen gehen davon aus, dass der Arbeitskräftemangel auch in Zukunft anhalten wird. Dies Einschätzung erscheint realistisch, denn es fehlt mittlerweile auch an jungen Leuten etwa für die Lehre, wie die Salzburger AMS-Werte zeigen: 1.403 offene Lehrstellen (+24%!) stehen im Juli 305 Lehrstellensuchende (-13,4%) gegenüber –  auch wenn die Zahl der Lehranfänger wieder um 4% zugenommen hat. 


Goldener Hirsch
© Goldener Hirsch
„Das Hauptproblem liegt darin, dass wir weniger Lehrlinge bekommen. Wenn wir in den letzten Jahren an die 15 Lehrlinge hatten, so sind es heuer sechs. Personalmangel haben wir sowohl in der Küche als auch im Service. Da wir auf unsere Mitarbeiter schauen, weil wir diese ja auch im Herbst weiter benötigen, sind wir gezwungen, das Geschäft zu reduzieren. Das heißt, entweder das Terrassengeschäft oder innen das Restaurant bespielen. Beides geht nicht.“ 
Wolfgang Putz, General Manager Hotel Goldener Hirsch


 „Der Arbeits- bzw. Fachkräftemangel ist auch bei uns voll angekommen. Mittlerweile ist es leider an der Tagesordnung, dass Mitarbeiter von anderen Betrieben abgeworben werden. Bei uns wird ohnedies bereits über dem Kollektivvertrag bezahlt. Halten können wir unsere Mitarbeiter aber nur mehr dadurch, dass wir für sie eine familiäre Atmosphäre schaffen, in der sie sich wohlfühlen. Für die Zukunft muss man sicher neue Arbeitszeitmodelle andenken.“
Walter Aigner vom Autohaus Aigner in Kuchl

Autohaus Aigner
© Neumayr


Es herrscht Vollbeschäftigung

Teuerung und Ukraine-Krieg zeigen sich noch nicht bei den Arbeitsmarktdaten. Diese sind so günstig wie noch nie.

  • 2,8% Arbeitslosenrate.
  • 277.000 unselbständig Beschäftigte (+3,1%), ein neuer Beschäftigungsrekord.
  • Rückgang der Arbeitslosigkeit um 20,7%.
  • Um 15.5% Rückgang bei Arbeitslosen unter 25 Jahre, -23,1% bei Arbeitslosen über 50 Jahre.
  • Ein Minus von 46,6% bei Langzeitarbeitslosen.

Mehr denn je klafft aber zwischen Lehrstellenangebot und Lehrlingen in ganz Österreich eine deutliche Lücke:

  • Der bundesweite rechnerische Lehrstellenüberhang beträgt Ende Juli 9.298. Er hat damit gegenüber Juli 2021 um 4.803 (106,9 %) zugenommen.
  • Offene Lehrstellen in Salzburg Ende Juli :+35,9% auf 1.403.
  • Lehrstellensuchende: -13,4% auf 305.
  • +4% mehr Lehranfänge (2.245) zum Stichtag 31. Juli.


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