th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Start-up-Schnellboote trotzen Corona-Sturm

Salzburgs Start-ups und Investoren sind gut durch die Corona-Pandemie manövriert und sind bereit für den Neustart der Wirtschaft.

Foto von Siegfried Rumpfhuber bei der Start-up-Show „2 Minuten 2 Millionen”.
© Gerry Frank/Puls 4 Siegfried Rumpfhuber bei der Start-up-Show „2 Minuten 2 Millionen”.
Während 2020 die heimische Wirtschaft weitgehend heruntergefahren wurde, haben sich die Serienlockdowns erstaunlicherweise nicht auf den Gründerspirit in Salzburg ausgewirkt. „Viele Menschen haben den Stillstand genutzt, um an der Verwirklichung ihrer Geschäftsideen zu arbeiten. Außerdem hat Corona einen Digitalisierungsschub verursacht, den vor allem IT-Start-ups genutzt haben“, erklärt DI Lorenz Maschke, Start-up- und Innovationsexperte der WKS. 

Salzburger Start-ups immun gegen die Krise

Auch an Erfolgsmeldungen von Salzburger Start-ups mangelte es in Corona-Zeiten nicht. Ein paar davon seien hier explizit genannt. Gleich zweimal ergoss sich über Salzburger Start-ups live vor TV-Publikum ein erster Geldregen. Anfang 2020 holte ORIGINAL+ Gründer und Geschäftsführer Siegfried Rumpfhuber bei der Start-up-Show „2 Minuten 2 Millionen" von Puls 4 niemand Geringeren als Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner als Investor für seine Produktion von individuell gefertigten Skiern an Bord. Er beteiligte sich mit 10% bzw. 150.000 € an ORIGINAL+. Im Mai gelang dem Team der Ketofabrik ebenfalls ein Coup bei „2 Minuten 2 Millionen". Das FH-Start-up überzeugte Investor Martin Rohla. Außerdem gelang den „Ketos“ eine Listung der ketogenen Schokoriegel bei Billa und Billa plus. Im Oktober 2020 konnten deren FH-Kollegen von solbytech den Einstieg der Salzburg AG vermelden. Das Team hat eine Soft- und Hardware entwickelt, die eine dezentrale Steuerung und Wartung von Photovoltaik-Anlagen ermöglicht. Dadurch können die Anlagen effizienter betrieben werden, CO2 eingespart und Wartungskosten reduziert werden.

Anfang des heurigen Jahres gelang es Sophie Bolzer mit ihrem Team des EdTech-Start-ups Audvice, ein sechsstelliges Investment von den drei Business Angels an Land zu ziehen. Damit will man die Audiolernplattform für die innerbetriebliche Wissensvermittlung weiterentwickeln und den Wachstumskurs fortsetzen. Immerhin konnte man mit Red Bull und Cisco bereits zwei Fortune-500-Unternehmen als Kunden gewinnen und siegte heuer beim Startup World Cup Austria in der Kategorie „Future of Work & Edutech“.

Erfolgreich sind heuer auch die Vocationeers rund um Gründer Werner Korb unterwegs. Die Jurypreis-Sieger bei der heurigen Startup Salzburg Investors Lounge konnten im April dieses Jahres die Vollversion von mySebastian, einer Online-Lernplattform für Chirurgen, launchen und sie vor 5.000 Medizinern beim Deutschen Chirurgenkongress präsentieren. Außerdem konnte man die ersten Investoren an Bord holen. 

Ebenfalls aus dem Food-Bereich kommen Cassandra Winter und Martin Jager, die Gründer von easyVEGAN, die Tiefkühlprodukte auf Linsenbasis herstellen. Das Start-up wurde kürzlich in den Kreis der nachhaltigsten Start-ups Österreichs aufgenommen. Die Initiative greenstart wurde von Klima- und Energiefonds in Kooperation mit dem Bundesministerium für Klimaschutz aus der Taufe gehoben. Sehr gut läuft es auch für Native Waves, die eine Technologie für eine synchronisierte Mehrfachbildschirm-Nutzung entwickelt hat. Man verfolgt dabei das Hauptsignal etwa bei Sportveranstaltungen am TV-Monitor und die gewünschte Kameraperspektive völlig ohne Zeitversatz am Handy. Das Start-up konnte kürzlich die zweite Finanzierungsrunde erfolgreich abschließen und wird noch heuer ein Projekt mit einem großen europäischen TV-Sender umsetzen.

Nicht zu vergessen der spektakuläre Exit des Radstädter Start-ups has.to.be. Die Softwareexperten für das Management von Ladeinfrastruktur für E-Mobilität wurden im Juli um 250 Mill. € an den US-Konzern ChargePoint verkauft. Gründer Martin Klässner bleibt an Bord und auch der Standort mitsamt den Arbeitsplätzen soll erhalten bleiben. Die Pongauer stellen damit die bisher größten Deals von Runtatsic (um 220 Mill. € an Adidas verkauft) und Shpock (um 200 Mill. € an Schibsted verkauft) in den Schatten und katapultieren Salzburg auf die österreichische Start-up-Landkarte.

Es tut sich was beim Risikokapital

„Europa kann zwar bei der Innovation mit den USA mithalten, aber nicht bei der Mobilisierung von Kapital“, stellte kürzlich Hermann Hauser, der Doyen der heimischen Investoren, in einem Interview mit der Presse fest. Das gilt natürlich auch für Salzburg. Allerdings kommt nun auch in die Investoren- und Business-Angel-Szene Bewegung. So sind etwa heuer Martin Kaswurm (Junge Wirtschaft Salzburg/Chaka2), Tim Moser (ehemals Revolution Event/„Electric Love“) und Conny Hörl (Vita Club) der Austrian Angel Investors Association (aaia) beigetreten, dem österreichischen Business-Angel-Netzwerk.

„Salzburg ist ein interessanter Standort für uns, weil es hier viele etablierte Unternehmer gibt, die als Investoren infrage kämen. Wir bieten ja mit der Investors Academy einen Workshop, bei dem man die Grundlagen lernt und sich österreichweit vernetzen kann. Wir hoffen natürlich, dass wir noch weitere Mitglieder aus Salzburg begrüßen können.“
aaia-Geschäftsführerin Laura Egg

Die Salzburger Start-up-Szene sei aber auch für Investoren aus anderen Bundesländern interessant, wie etwa das Beispiel Audvice beweise. „Bei allem, was in Richtung Tourismus und Hospitality geht, da schauen die Investoren schon gezielt nach Salzburg. Vielleicht sollte man sich überlegen, einen Cluster zu bilden, also, dass Salzburg ein Hotspot für eine gewisse Art von innovativen Gründungen wird. Und wenn es gute Start-ups gibt, dann kommen auch die Investoren“, meint Egg. 

Ein Investor, der schon da ist, ist Silicon Castles. Der Start-up-Accelerator investiert vorwiegend in europäische Tech-Gründer (aus Salzburg etwa Native Waves oder Authentic Vision) und holt alljährlich mit der Startup Executive Academy, einem internationalen Go-to-Market-Programm, hochkarätige Gründerteams und Vortragende nach Salzburg. Außerdem sei man dabei, einen eigenen Fonds bzw. ein Finanzierungsinstrument für aussichtsreiche Start-ups zu gründen, verrät Firmengründer Andreas Spechtler.

Foto von Conny Hörl
© wildbild Conny Hörl ist seit kurzem Mitglied der Austria Angels and Investors Association.
Foto von Laura Egg
© wildbild Laura Egg, aaia-Geschäftsführerin, hofft noch weitere Mitglieder aus Salzburg begrüßen zu dürfen.
Foto von Andreas Spechtler
© Roland Sulzer Andreas Spechtler will ein Finanzierungsinstrument für Start-ups auf die Beine stellen.


Eine Vorreiterrolle bei der Zusammenarbeit mit Start-ups hat die Salzburg AG inne. In der Innovationsstrategie des Energieversorgers ist sie fest verankert, wie Dr. Leonhard Schitter, Generaldirektor der Salzburg AG, kürzlich bei der Startup Salzburg Investors Lounge betonte. Die Salzburg AG hat 2019 ein eigenes Corporate-Venture-Capital-Programm initiiert, das mit 4 Mill. € dotiert ist, und unterstützt als Investor Salzburger Start-ups wie Ocean Maps, Cognify und solbytech mit ihrem Netzwerk und ihrem Know-how.  

Das könnte Sie auch interessieren

Gruppe Jungunternehmer mit WKS_Präsident Peter Buchmüller und WKS-Direktor Manfred Pammer.

Junge Wirtschaft startete durch

Die Junge Wirtschaft Salzburg feierte kürzlich mit dem Business Clubbing „Sinn & Tonic“ in der ARGE Salzburg den Neustart nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie. Das Thema Nachhaltigkeit stand dabei im Mittelpunkt des Abends. mehr

Jungunternehmerin bei der Präsentation.

Ansturm auf die Startup Salzburg Factory

Insgesamt 24 Start-ups haben sich für den mittlerweile sechsten Durchgang der Startup Salzburg ­Factory beworben. Das Inkubations­programm unterstützt innovative Gründer auf ihrem Weg zur Marktreife. mehr

Ingrid Will mit Dusan ­Milekić und Lidija Bejelić von der Ketofabrik.

Startup Salzburg Factory geht in die nächste Runde

Im Oktober startet der sechste Durchgang des Inkubationsprogramms, das innovative Gründungen auf den Markteintritt vorbereitet. Für interessierte Unternehmer werden Ausbildungen zum Thema Start-up angeboten. mehr