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Salzburger Festspiele als wirtschaftlicher Impulsgeber

Die Salzburger Festspiele bieten von 17. Juli bis zum 31. August in 17 Spielstätten 168 Aufführungen, für die 209.071 Karten aufgelegt wurden. Die jüngste Analyse der WKS zeigt, dass die Salzburger Festspiele eine Wertschöpfung in Salzburg von 183 Mill. € und in Österreich von 215 Mill. € ergeben.

Flanierendes Publikum bei der Opern-Premiere Don Giovanni
© WKS/Neumayr Flanierendes Publikum bei der Opern-Premiere "Don Giovanni"

Festspielgründer Max Reinhardt hat es bereits vorausgesehen:  Die Salzburger Festspiele haben einerseits positive künstlerische, vor allem aber auch wirtschaftliche Auswirkungen für Salzburg. Sie machen Stadt und Land Salzburg zu einem Hotspot. Als weltweit führendes Musik- und Theaterfestival belebt es nicht nur die Innenstadt, sondern auch die lokale Wirtschaft. Fakt ist:  Die Kultur bringt Gewinn.  Die jüngste Wertschöpfungsanalyse der Wirtschaftskammer Salzburg aus dem Jahr 2016 bietet viele interessante Blickwinkel auf das komplexe „Festspiel-Ökosystem“ und lässt einmal mehr die enormen ökonomischen Wirkungen der Salzburger Festspiele auf die gesamte Region deutlich erkennen.

„Unverzichtbarer ­Wirtschaftsfaktor“

Die Salzburger Festspiele als weltweit führendes Musik- und Theaterfestival lösen weit mehr als nur fiskalische Effekte aus. Sie erfüllen als Zentrum eines organisch gewachsenen wirtschaftlichen Ökosystems viele Funktionen und erzeugen Wirkungen, die den Unternehmensstandort Salzburg tief prägen.

Diese Wirkungen finden sich in der gehobenen Gastronomie und Hotellerie, weil die Festspiele die Nachfrage nach dieser ausgelöst haben. Salzburgs hohe Dichte an Sterne- und Hauben-Restaurants ist ein Beleg dafür. Das sorgt auch für entsprechende Bildungsnachfrage. Dass Salzburg Standort von Top-Tourismusschulen ist, kommt nicht von ungefähr, sondern ist auch Ergebnis des Kulturtourismus, den die Festspiele auslösen.

Wir brauchen die Salzburger Festspiele für die Seele und die Wirtschaft
Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler

Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler mit Stargeigerin Anne-Sophie Mutter und Maestro Riccardo Muti.
© SF/Doris Wild Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler

Die Festspielgäste bringen das internationale Flair in die Stadt Salzburg und setzen bedeutende Impulse für die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben. Für sechs Wochen machen sie die Stadt zu einem internationalen Hotspot.

Bereits seit den 1920er-Jahren verzeichnet man in einem der großen Salzburger Trachtenunternehmen zahlreiche Festspielgäste, die zusätzliche Umsätze einbringen. „Ich glaube, wir haben das berühmteste Gästebuch dieser Stadt: Hier haben sich Künstler wie Wirtschaftsgrößen, Königinnen und Könige sowie Modedesigner verewigt. Wir erzielen 50% unseres Jahresumsatzes in den Monaten Juli und August. Wir könnten unsere Mitarbeiter nicht ganzjährig beschäftigen, wenn wir nicht die wunderbaren Festspiele hier in Salzburg hätten. Sie sind für viele Salzburger Unternehmen ein ganz wichtiger Punkt“, bekräftigt Willi Lanz von Trachten Lanz.

Aber auch andere Branchen profitieren. Vor allem der Tourismus und die Hotellerie. Die Salzburger Festspiele sind definitiv das Zugpferd für die Salzburger Tourismuswirtschaft. Die Mehrheit der Festspielgäste nächtigt in den Hotels der Innenstadt. In den Kernmonaten Juli und August ist der überwiegende Teil der Gäste wegen der Festspiele da.

„Die Festspielgäste blieben vor Corona gewöhnlich drei bis vier Tage und gaben durchschnittlich 319 € in der Stadt aus. Dadurch entsteht für die Salzburgerinnen und Salzburger zusätzliches Einkommen, das in der jüngsten Wertschöpfungsanalyse mit 104 Mill. €. beziffert wurde. Und ganz wichtig: Dieses Einkommen schafft natürlich ganz konkret Arbeitsplätze in den verschiedensten Branchen, wenn es wieder ausgegeben wird“, erläutert WKS-Experte Mag. Helmut Eymannsberger.

„In der aktuellen Situation versinnbildlichen die Festspiele einen Leuchtturm“, erklärt Andreas Gfrerer, Obmann des Altstadtverbandes Salzburg und Eigentümer der Blauen Gans. „Sie helfen uns, dass sich die durchschnittliche Auslastung in Richtung normaler Auslastung hinbewegt. Die Festspiele sind für uns und meine Mitarbeiter wichtig, weil das Haus wiederbelebt ist. Sie sind Impulsgeber, bringen uns Freude und Bestätigung für die geleistete Arbeit. Die Signalwirkung, die bereits im Vorjahr vom gesamten Direktorium der Festspiele ausgegangen ist, war auch für uns ein Antrieb, nicht zu resignieren“, bestätigt Gfrerer.

Auch beim Festspielwirten im „Triangel“ herrscht positive Stimmung. „Die Festspielzeit ist für uns die Hauptsaison – die Spitzenzeit und für uns ganz wichtig.  Ich glaube, die ganze Stadt lebt von den Festspielen. Ich hoffe, dass die Festspiele heuer wieder so ablaufen, wie wir sie kennen“, erklärt Triangel-Wirtin Franziska Gensbichler.

„Die Salzburger Festspiele sind für uns wichtig, weil die Festspielgäste sehr gute Gäste sind, ausgebefreudiger sind. Sie setzen wertvolle Impulse hin zu einem Qualitätstourismus. Klasse statt Masse, lautet unsere Devise. Ich hoffe, dass nach der Pandemie jetzt mehr Wirtschaftstreibende auf dieses Boot setzen“, betont Evelyn Brandstätter, Inhaberin des Café Bazar.

„In der Festspielzeit bieten sich Gelegenheiten, auch mal ein sehr exquisites Stück zu verkaufen.  Auch die Salzburger kaufen zur Festspielzeit mehr bei uns ein. Insofern sind die Festspiele für uns sehr wichtig“, berichten Angelika Ranft-Schneider & Ursula Wallek-Schneider, Juwelier Schneider – Schmuckpassage.

 „Wir freuen uns jedes Jahr über die Festspiele. Der künstlerischkreative Funke der Festspiele springt auf die Trachtenwelt und den Verkauf über. Die Festspiele bringen der Stadt ein besonderes Flair. Sie setzen einen wertvollen und bereichernden Impuls für uns alle. Der Festspielgast ist ein besonderer Kunde, der geht schön essen, genießt die Kultur, kauft sich was Schönes zum Anziehen“, erklären Liane und Reinhard Forstenlechner, Inhaber von Trachten Forstenlechner.

Sponsoren sichern wirtschaftlichen Erfolg

Der wirtschaftliche Erfolg ist auch durch seine Unterstützer geprägt. Mit dem neuen Hauptsponsor BWT aus Mondsee gehen die Festspiele auch Schritte der Nachhaltigkeit. Erst kürzlich verlängerte Siemens seinen Vertrag als Hauptsponsor. Die Kühne-Stiftung bleibt für drei weitere Jahre neben den genannten sowie Audi und Rolex Hauptsponsor der Salzburger Festspiele.

Festspiele und ­Wirtschaft

Die Diskussion über ihren wirtschaftlichen Nutzen begleitet die Festspiele schon von ihren Anfängen an. Max Reinhardt gelang es, die Salzburger zu ihrem Glück zu zwingen, indem er 1917 in seiner „Denkschrift zur Errichtung eines Festspielhauses in Hellbrunn“ für den Fall der Festspielgründung positive künstlerische und ökonomische Auswirkungen versprach.

Die weitreichende und richtige Entscheidung Salzburger Unternehmer vor bald hundert Jahren, sich wirkungsvoll für die Gründung der Festspiele einzusetzen, erweist sich somit als eine der wichtigsten wirtschafts­politischen Weichenstellungen in der Geschichte Salzburgs: Damit wurde ein Motor in Gang gesetzt, der dem ganzen Land bis heute zusätzlichen wirtschaftlichen Schwung verleiht.

Signalwirkung nach außen

Über den ökonomischen Aspekt hinausgehend, haben die Verantwortlichen der Festspiele bereits im vorigen Jahr der Pandemie ein starkes Signal in die Welt gesandt. Insbesondere ist dies Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler zu verdanken, die mit großer Zuversicht und unternehmerischen Handeln dafür gekämpft hat, dass die Jubiläumsfestspiele – wenn auch eingeschränkt –  stattfinden konnten.

„Es war der Mut unserer Gründerväter, der uns ein Vorbild war. Sie haben die Festspiele in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gegründet, und sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zum Leben erweckt. Es wäre Kleinmut gewesen, wenn wir gesagt hätten: Nein, das geht nicht“, sagt Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. „Das Zitat, ‚Risiko ist die Bugwelle des Erfolgs‘ gilt in Zeiten der Pandemie für Kultur und Wirtschaft gleichermaßen: Nichts ist mehr planbar. Alles kann sich jederzeit ändern. Die Wirtschaft ist gefordert, kreative Ansätze in ihre Unternehmensstrategien einzubinden. Ein gewisses Maß an Risiko einzugehen ist notwendig, damit sich das Rad weiterdreht“, erläutert Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler.

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