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Kreativität verbindet Kunst und Wirtschaft

Vor 50 Jahren hat Fritz Kreis sein Geschäft in der Sigmund-Haffner-Gasse 14 eröffnet, um seiner Leidenschaft, Handwerkskunst in Glas zu betreiben, einen adäquaten Platz zu geben. Seine Treue zum Handwerk beschert ihm nach wie vor eine Reihe an beachtlichen Erfolgen: wirtschaftlich wie ideell. 

Fritz Kreis versteht sich als Hersteller, Unternehmer und Händler von mundgeblasenem Kristallglas.
© WKS/Neumayr Fritz Reiner Kreis versteht sich als Hersteller, Veredler und Händler von mundgeblasenem Kristallglas.

Sie feiern heuer Ihr 50-jähriges Jubiläum. Wie kam es zur Geschäftsgründung?

Die Idee, ein Unternehmen zu gründen, hat schon in der Glasfachschule begonnen. Die erste Option war eigentlich die, dass ich auf die Akademie nach Wien gehe. Das Vorhaben ist aber am Finanziellen gescheitert. So habe ich den Ratschlag meines Professors befolgt, der gesagt hat: Biabl, mach dich selbstständig. Das war sozusagen aus der Situation heraus die vernünftigere Lösung. Dafür habe ich natürlich Kapital gebraucht. Deshalb habe ich verschiedene Jobs gemacht, um mich selbstständig machen zu können. Ich habe als Schriftenmaler, als Kellner und als Fernfahrer gearbeitet. Erst mein letzter Job als Direktionschauffeur gab mir dann die Möglichkeit, mich mehr und regelmäßig meinen handwerklichen Arbeiten zu widmen. Nach zwei bescheidenen Werkstätten habe ich es 1971 gewagt, das Geschäftslokal in der Sigmund-Haffner-Gasse anzumieten. Die Miete hat damals das Dreifache von dem gekostet, was ich im Monat verdient habe.

Welche Erinnerungen haben Sie an die ersten Jahre?

Die damalige Zeit war sehr wichtig für mich – es waren die letzten Jahre des Wirtschaftswunders, noch vor der Ölkrise. Mein Geschäft hat sofort geboomt. Es ist unglaublich gut angenommen worden und hat eine starke Entwicklung genommen. Zu Höchstzeiten hatten wir bis zu 15 Mitarbeiter beschäftigt.

Was treibt Sie an, seit fünf Jahrzehnten tagtäglich in Ihr Geschäft zu gehen?

Mein Leitmotiv: Wer seinen Beruf liebt, muss nie wieder arbeiten. Jetzt ist die Frage. Wenn ich was gerne mache, warum soll ich aufhören? Das ist gar nicht idealisiert. Es ist ein Bedürfnis, ein Glücksfall, etwas zu tun, was einem am Herzen liegt: Das ist auch der Erfolg des Systems. 

Was bedeutet Ihnen Erfolg?

Die Bedeutung des Erfolgs verändert sich: In den frühen, jungen Jahren strebt man materialistische Ziele an. Ein besseres Auto oder eine schönere Wohnung. Wenn man älter wird, verschieben sich die Werte nach innen. 

Was heißt das konkret?

Erfolg ist für mich, wenn es bis jetzt gut gegangen ist. 

Glaskunst Kreis steht für Handwerk und für Kunst gleichermaßen.
Worin liegt das ­Verbindende?

Die Firma heißt ja genau: Handwerkskunst in Glas. Das Verbindende liegt vielleicht genau dazwischen. Es deckt sowohl das Handwerk ab als auch die Kunst. Es liegt im kreativen Gestalten. Kunst zu definieren ist schwer. Handwerk lässt sich sehr klar definieren und hat Regeln und Anforderungen. Und dann gibt es das Kunsthandwerk: Etwas zu machen, das nicht nur eine Funktion hat, sondern das auch das Kreative, das Gestalterische mit einbringt.  

In den vergangenen 50 Jahren hat sich vieles gewandelt. Wie lautet Ihr Erfolgsrezept, dass Sie schon so lange bestehen?

Die Möglichkeit, möglichst alles anzunehmen und sich dadurch eine Beweglichkeit zu bewahren. Was natürlich auch nicht immer gelingt. 

Wie haben Sie die Lockdowns gemeistert?

Ich bin offensichtlich mit einem blauen Auge davongekommen, weil ich nie richtig auf den Tourismus gesetzt habe. Ich bin beim Handwerk geblieben und habe viele dieser berühmten Trends – von großen Marken, die heute noch tönen, oder nicht mehr tönen – nicht mitgemacht. Das heißt, ich bin der Handwerker und Glasschleifer in der Sigmund-Haffner-Gasse geblieben. Tourismus war immer nur ein willkommener Zusatz. Dadurch habe ich mir eine gewisse Auftragslage – klein, aber überlebensfähig – behalten können. Während der Pandemie haben wir lokalen Künstlern in unseren Schaufenstern eine Präsentationsfläche gegeben.  

Welche Rolle spielen für Sie die Salzburger Festspiele?

Salzburg hat ja den Glücksfall, dass es ein international hochrangiges Publikum hat.

Und da mache ich jetzt einen ganz großen Unterscheid zwischen Tourismus und Gästen. Festspiele haben Gäste. Das sind keine Touristen. Das ist der springende Punkt. Das hat eine wirtschaftliche Größe. Insofern spielen sie für mich eine bedeutende Rolle, weil die Festspielgäste auch zu meinen Kunden zählen.  

Welche Aufgabe hat die Kunst für Sie in Bezug auf die Wirtschaft?

Es wird ohne die Kunst nicht gehen. Das ist ganz lapidar gesagt. Wirtschaft lebt ja auch von der Kreativität: Wenn Sie zum Beispiel die Juristerei hernehmen. Oder die Medizin. Wenn es nicht die kreativen Menschen gäbe, gäbe es weniger Fortschritt bis vermutlich gar keinen. Die Kunst ist das Öl für den Motor, dass was passiert. Über die Kreativität ist auch während der Pandemie sehr viel passiert. Die Technokraten und Bürokraten sind ja ganz wichtig, aber sie sollten auch mehr die Kunst mit einbinden. 

Was braucht es, um dauerhaft erfolgreich zu sein?

Präsenz. Ich glaube, man kann nicht in Ruhestand gehen und sagen, man macht noch ein wenig weiter. Entweder man macht sein Geschäft mit Leidenschaft, mit Überzeugung und mit Herz, oder man soll es bleiben lassen.  

Worin sehen Sie die Basis für Erfolg?

In einer soliden Ausbildung und einem gesunden Verstand. Man braucht auch ein wenig Glück, oder? Da passt auch das Zitat von Georg Christoph Lichtenberg dazu, welches ich einst als Jahresmotto gewählt habe: Man muss die Welt philosophisch, juristisch und mit Vernunft betrachten. 

Wie könnte der Titel Ihrer ganz persönlichen Erfolgsgeschichte lauten?

Da gibt es einen Glasmacherspruch: Glück und Glas, wie leicht bricht das. 

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