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Güterverkehr vor riesigem Transformationsprozess

Die Folgen des Ukraine-Krieges sowie die Herausforderungen durch den Klimawandel standen im Mittelpunkt des Branchentages der Salzburger Transporteure, der vergangenen Samstag bei der Pappas Automobil GmbH in Salzburg stattfand.

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© AdobeStock

Salzburgs Transporteure konnten sich während der Corona-Pandemie ein äußerst gutes Image erarbeiten. „Wir haben es in der Krise geschafft, die Bevölkerung dauerhaft und zuverlässig mit allen Konsumgütern zu versorgen“, sagte Maximilian Gruber, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der WKS. Diese positive Stimmung sei mittlerweile aber fast zur Gänze verflogen. „Nun ist die Branche getrieben von steigenden Treibstoffkosten, Lieferengpässen und den Herausforderungen des Klimawandels“, so Gruber weiter. „Den Menschen wäre es am liebsten, wenn der Lkw geräuschlos in der Nacht fährt und man von ihm nichts hört und nichts sieht. Aber die Produkte, die man haben will, soll er dann doch bringen“, ergänzte Dr. Christian Spendel von der Initiative „Lkw – friends on the road“.

Derzeit sind es vor allem die Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs, der die Branchen vor große Herausforderungen stelle. „Wir müssen die gestiegenen Energiepreise wohl oder übel an die Kunden weitergeben. Das schlägt sich dann in einer allgemeinen Verteuerung der Produkte nieder, was die hohe Inflation weiter antreibt“, erläutert Gruber. Hinzu komme der Umstieg auf neue, klimafreundliche Antriebssysteme, der allerdings nicht so schnell gehe, wie sich das die Politik oft vorstelle.

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© WKS/Haidenthaler V. l.: SO Max Gruber, Verkehrslandesrat Stefan Schnöll, FGO Johannes Haberl, FVO Günther Reder, Dr. Stephan Schwarzer (eFuel Alliance), Marcel Bethscheider (Mercedes-Benz), Konstantin Weller (TU Graz) und Christian Spendel (Lkw – friends on the road).
„Wir befinden uns in einem Transformationsprozess wie seit 100 Jahren nicht mehr“, betonte Marcel Bethscheider von Mercedes-Benz Trucks Österreich. Das grundsätzliche Ziel der europäischen Nutzfahrzeug-Hersteller sei es, bis 2039 einen CO2-neutralen Warenverkehr zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden derzeit mehrere Technologien vorangetrieben. „Neben der Batterie und der Brennstoffzelle werden auch die hocheffizienten Dieselmotoren weiterentwickelt“, sagte Bethscheider. Das Problem bei den alternativen Antrieben sei derzeit noch, dass sie die volle Marktreife noch nicht erreicht haben bzw. die Tank-Versorgung noch nicht gegeben ist oder erst lückenhaft besteht.

Äußerst hoher Standard bei Diesel-Motoren

Lkw-Hersteller und Forschungseinrichtungen wie die TU Graz versuchen bereits seit langem, den Lkw immer sauberer zu machen. „Wir haben mit dem aktuellen Euro-6-Motor bereits einen äußerst hohen Standard erreicht. Mit dem Euro-7 schaffen wir ab 2026/2027 eine Senkung der Schadstoff-Emissionen von 80%“, erklärte Dr. Konstantin Weller von der TU Graz. Damit sei die Luft, die beim Auspuff eines Lkw herauskomme, de facto sauberer wie die Umgebungsluft. Durch verschiedene Filtersysteme könnten sämtliche Schadstoffe fast zur Gänze neutralisiert werden.

Entscheidend für den Erfolg einer klimaneutralen Transportwirtschaft sei es allerdings, dass die Politik die Rahmenbedingungen technologieoffen gestaltet. „Es muss der Transporteur selbst entscheiden können, welches Antriebssystem für seine Anforderungen am besten ist. Das kann der Batteriebetrieb für den städtischen Bereich genauso sein wie der hocheffiziente Verbrennungsmotor mit E-Fuels oder Diesel im Fernverkehr“, betonte Günther Reder vom Fachverband Güterbeförderungsgewerbe in der WKÖ. Im Moment sei es allerdings so, dass in der Politik alles in Richtung batterieelektrische Antriebe gehe. Das sei in Österreich nicht anders als in Brüssel.

Technologieoffenheit für Erfolg entscheidend

Mit dem Batteriebetrieb alleine werde die Klimawende im Verkehr allerdings nicht zu schaffen sein. „Der Güterverkehr wird bis 2030 um 30% steigen. Und auch beim allgemeinen Energiebedarf der Menschen wird mit einem ähnlichen Anstieg gerechnet. Gleichzeitig ist Österreich seit 2000 Stromimportland und muss an manchen Tagen im Jahr die Hälfte seines Strombedarfs aus dem Ausland decken. Will man das Verkehrsnetz nun wie geplant voll auf Strom ausrichten und gleichzeitig immer mehr fossile Kraftwerke bzw. Atomkraftwerke vom Netz nehmen, muss allen klar sein, dass sich das nicht ausgehen kann“, ergänzte Reder.

Aus diesem Grund plädierte auch Salzburgs Verkehrslandesrat Mag. Stefan Schnöll für eine technologieoffene Gestaltung des Transportverkehrs. Gleichzeitig müsse das Angebot beim öffentlichen Verkehr – und dort vor allem bei der Schiene – noch besser werden. „Wir können die Wende nur schaffen, wenn wir möglichst viele Menschen dazu bewegen, auf das Auto zu verzichten. Das geht nur mit einem attraktiven öffentlichen Angebot“, sagte Schnöll. In diesem Sinne dürfe es etwa über den S-Link – die unterirdische Verlängerung der Lokalbahn vom Bahnhof zum Mirabellplatz – gar keine Diskussion geben. Denn erst wenn man die Staus auf den Straßen so gut als möglich im Griff habe, könne auch der Transportverkehr wieder besser fließen und sein Image als Stauverursacher und Luftverschmutzer endlich los werden.

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