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Deutschland: neue Regierung im Amt

Seit wenigen Tagen ist die neue deutsche Regierung im Amt. Die „Salzburger Wirtschaft“ hat bei Dr. Michael Scherz, dem Wirtschaftsdelegierten in Berlin, nachgefragt, was Österreich durch den Regierungswechsel zu erwarten hat. 

Dr. Michael Scherz, Wirtschaftsdelegierter in Berlin.
© WKÖ Dr. Michael Scherz, Wirtschaftsdelegierter in Berlin.

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat die neue Regierungskonstellation in Deutschland für Österreich?

Unmittelbar gar keine. Auch mittel- bis langfristig schätze ich die Chancen der österreichischen Wirtschaft sogar sehr gut ein. Viele Punkte des Regierungsprogrammes könnten uns zusätzliche, vielversprechende Chancen eröffnen. Die Wirtschaft ist weitgehend von der Politik abgekoppelt. Das neue Programm enthält auch keine dem jetzigen System widersprechende Projekte oder Gesetzesinitiativen.

Welche Branchen in Österreich könnten vom neuen deutschen Regierungsprogramm profitieren?

Profitieren kann die Infrastruktur in den Bereichen Hochbau, Schiene, aber auch Straße. Alle großen österreichischen Bauunternehmen sind am deutschen Markt bereits sehr aktiv und erfolgreich. Weiters hat Österreich einen erstklassigen Ruf in den Bereichen Green Tech, neue Materialien, Holzbauweise, Wartung von Windrädern, moderne, nachhaltige Baustoffe, komplexe Lösungen im Bereich Wasser/Abwasser und Kraftwerksbau sowie Automatisierung und Optimierung. Auch biologische Nahrungsmittel werden immer mehr nachgefragt. In der Automobilindustrie sind gewaltige Umwälzungen im Gange. Hier stehen die Themen Software und Connectivity immer stärker im Vordergrund, ebenso neue Antriebe wie Elektro und Wasserstoff. Stark betroffen sind auch die österreichischen Zulieferer. Gute Chancen ergeben sich für österreichische Unternehmen, die proaktiv und frühzeitig mit Automobilkonzernen neue Technologien um- und einsetzen bzw. neue Materialien entwickeln. Im Bereich der Digitalisierung gibt es viel Potenzial für österreichische Softwareanbieter, vor allem bei Lösungen für den öffentlichen Bereich. Und in Sachen Weiterbildung gilt Österreich durchaus als Vorbild und wird auch im Koalitionsvertrag namentlich erwähnt. Zu all diesen Themen organisieren die AußenwirtschaftsCenter in Deutschland eine große Zahl an Veranstaltungen und unterstützen österreichische Unternehmen beim Markteintritt.

Die künftige Regierung will auch einen Fokus auf regionale Handelsbeziehungen legen. Welche Entwicklungen sind hier zu erwarten?

Im Gegensatz zu Österreich bekennt sich die neue deutsche Regierung zu internationalen Freihandelsabkommen und sieht sie als wichtige Vehikel, um den Freihandel zu fördern und Barrieren abzubauen. Damit wird der Druck gerade innerhalb der EU steigen, endlich bei vielen Abkommen weiterzukommen und diese abzuschließen. Die neue deutsche Bundesregierung setzt auch überraschend stark auf die Beziehungen zu den USA.

Nach 16 Jahren Kanzlerschaft Angela Merkel stellt die Ampelkoalition von SPD, Grünen und FDP in Deutschland eine Zäsur dar. Dies hat nicht nur Auswirkungen in Deutschland, sondern bringt auch auf europäischer Ebene Verschiebungen im politischen und wirtschaftlichen Gefüge mit sich. Welche?

Grundsätzlich sind die Positionen der neuen Bundesregierung sehr EU-freundlich. Dennoch gibt es gerade in Bezug auf Frankreich eine Reihe offener Fragen, die die Beziehung noch belasten könnten, z. B. bei der Frage, ob Atomkraft EU-seitig als nachhaltige Energiequelle eingestuft wird. Unklar sind auch die Positionen bei den Themen Schuldenunion, Sozialunion sowie Mehrheitsentscheidungen in außenpolitischen Fragen. 


Bayern als treibende Kraft für Wachstum und Beschäftigung

Bayern ist für Salzburgs Unternehmen sowohl das Eingangstor zum deutschen Markt als auch klassischer Erstmarkt für Neuexporteure. Die Zahl der österreichischen Niederlassungen in Bayern und Baden-Württemberg betrug 2020 rund 1.500, damit hat etwa die Hälfte der österreichischen Niederlassungen in Deutschland ihren Sitz in Süddeutschland. In vielen Bereichen ist Salzburger Know-how im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr München etwa verlässt sich in schwierigen Situationen auf rot-weiß-rote Technik und hat mehrere Fahrzeuge mit Palfinger-Ladekränen im Einsatz. In Frankfurt am Main errichtet Hagleitner seine neue Deutschland-Zentrale. Von „Mainhattan“ aus will Hagleitner ab 2022 seine Vertriebsaktivitäten in Deutschland lenken. Darüber hinaus haben mit BMW Österreich, Mercedes Österreich und Porsche Austria alle großen deutschen Fahrzeughersteller den Sitz ihrer Importeursgesellschaften in Salzburg. Die Automobilwirtschaft ist ein mächtiger Jobmotor und schafft Arbeitsplätze: Direkt und indirekt finden 315.000 Österreicher in der Automobilwirtschaft Beschäftigung.

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