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Stromnetztarife steigen wegen Kosten für Netzstabilisierung

© APA (dpa) Strom wird teurer

Die Stromnetztarife werden wegen höherer Kosten für die Netzstabilisierung im kommenden Jahr steigen. Für Haushalte beträgt die Erhöhung im Österreich-Schnitt 3,6 Prozent, teilte die E-Control am Donnerstag mit. Billiger wird es für Haushalte in Linz und Vorarlberg. Deutlich stärker als für Haushalte steigen die Netztarife für Industrie und Gewerbe.

Auf der Stromrechnung machen die Netzkosten ein Viertel bis ein Drittel aus. Sie hängen vom Standort ab und werden von der Regulierungskommission der E-Control beschlossen. Die beiden anderen Teile der Stromrechnung sind die reinen Energiekosten sowie Steuern und Abgaben. Für die Gesamtrechnung gibt es auch entlastende Effekte durch die Senkung der Ökostromkosten, so E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch heute zur APA. Die Ökostromförderung für einen Durchschnittshaushalt sinkt wie berichtet von heuer rund 100 Euro auf rund 90 Euro im kommenden Jahr.

Die Netzkosten steigen für einen Durchschnittshaushalt mit 3.500 Kilowattstanden Jahresverbrauch um rund 7,80 Euro. Die regionale Bandbreite ist aber groß: Die stärkste Anhebung gibt es in Graz, mit plus 21,88 Euro (inklusive Umsatzsteuer) für einen Durchschnittshaushalt. Dahinter folgen Klagenfurt (+18,94 Euro) und Oberösterreich (+15,67 Euro). In Wien steigen die Netztarife um 8,40 Euro im Jahr. Für einen Durchschnittshaushalt in Linz sinken die Netzkosten um 4,62 Euro, in Vorarlberg um 8,19 Euro.

Grund für die Erhöhung seien deutlich höher erwartete Kosten von das Engpassmanagement des Regelzonenführers APG, heißt es in der heutigen E-Control-Mitteilung. Die APG müsse Maßnahmen zur Netzstabilisierung ergreifen und dafür Kraftwerke abrufen, so Urbantschitsch. "Insbesondere werden zur Vermeidung von Engpässen zusätzliche Kosten für die Bereitschaft von thermischen Erzeugungsanlagen anfallen. Dazu werden gerade Details zu den exakt benötigten Kapazitäten sowie den vertraglichen Rahmenbedingungen diskutiert und ausgearbeitet", so Urbantschitsch laut Pressemitteilung. Die E-Wirtschaft fordert für das zur Verfügung stellen von Kraftwerkskapazitäten mehrjährige Verträge.

Thermische Kraftwerke könnten derzeit wegen der Marktpreise nicht wirtschaftlich betrieben werden, so E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer. "Deren Eigentümer erwägen daher ihre Schließung bzw. Stilllegung. Aus Gründen der Netzsicherheit werden jedoch Erzeugungsreserven benötigt."

Deutlich stärker als für die Haushalte und kleine Gewerbebetriebe (Netzebene 7) werden die Netztarife für die höheren Netzebenen also Industrie und Produktionsunternehmen angehoben. Grund für den weniger starken Anstieg sind gesetzliche Vorgaben für die Weitergabe der Kosten durch die Netzbetreiber. Deutliche Anhebungen gibt es vor allem auf den Ebenen 3 bis 5: Auf Netzebene 3 beispielsweise beträgt der Anstieg mehr als ein Fünftel, auf Netzebene 5 rund 11 Prozent. In Wien etwa steigen die Netzentgelte für die Netzebene 3 um rund 22,2 Prozent, für Haushalte sind es nur plus 4,3 Prozent. Die Netzentgelte 2018 lägen aber für die Netzebenen 3 bis 4 auf nomineller Basis nur leicht über jenen des Jahres 2001. Die Gesamtkosten für Industriekunden der Netzebene 3 lägen unter Annahme gleichbleibender Industriepreise für das zweite Quartal 2017 und ab Jänner 2018 noch immer unter jenen aus 2015.

Die Gasnetztarife in Österreich werden unterdessen um durchschnittlich elf Prozent gesenkt, teilte die E-Control mit. Der Rückgang erfolge in allen Netzbereichen mit Ausnahme des Burgenlandes. Für einen gasbeheizten Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden (kWh) betrage die Verbilligung im österreichweiten Schnitt 8,6 Prozent bzw. 31,46 Euro.

Die Netzentgelte machen ein Viertel bis ein Drittel der gesamten Gasrechnung aus, der Rest sind die Energiekosten sowie Steuern und Abgaben. In Summe wird die Entlastung laut E-Control bei 60 bis 70 Mio. Euro liegen. Die Senkung wurde von der Regulierungskommission der E-Control, gestern, Mittwoch, beschlossen.

Die regionalen Unterschiede sind groß. Teurer wird es nur im Burgenland: Die Gasnetztarife für eine Durchschnittshaushalt steigen um 8,4 Prozent bzw. 27,36 Euro (inklusive USt.). Die größte Preissenkung gibt es in Niederösterreich mit minus 55,37 Euro, gefolgt von der Steiermark mit 52,60 Euro und Wien mit 35,33 Euro.

Grund für die sinkenden Netztarife seien die Umsetzung des neuen Regulierungssystems sowie der gestiegene Mengenabsatz und in weiterer Folge die Stabilisierung des Regulierungskontos, das die Mengenabweichungen der Netzbetreiber ausgleicht.