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Strom teurer durch heißen Sommer und Preiszonentrennung

© APA (dpa) Der Strompreisindex ist auf dem höchsten Stand seit Februar 2014

Die Österreichische Energieagentur hat bei Elektrizität eine Preis-Trendwende festgestellt. Im Jahresabstand war Strom im Juli zwar noch um 0,1 Prozent günstiger, gegenüber dem Vormonat Juni zogen die Preise aber um 0,4 Prozent an. "Eine relativ lange Periode mit stabilen Strompreisen scheint damit nun ein Ende zu finden", so die Energieagentur.

In den vergangenen Monaten hätten nämlich die Stromgroßhandelspreise deutlich angezogen. Kunden mit indexierten Produkten würden diese Preiserhöhung schon in ihrer Stromrechnung spüren - aber auch Tarife mit Fixpreisen wurden schon angehoben bzw. wurden Preissteigerungen angekündigt, so Energieagentur-Geschäftsführer Peter Traupmann zum jüngsten Energiepreisindex (EPI). Die EnergieAllianzAustria - Wien Energie, EVN und Energie Burgenland - haben Preiserhöhungen ab Oktober angekündigt, die Salzburg AG hat ihren Strompreis schon Anfang Juli erhöht. Der Verbund rechnet, dass die Stromabsatzpreise speziell 2019 steigen, was sich auch auf die Haushalts-Strompreise auswirken würde.

Neben dem trockenen Sommer wirkt sich auch schon die mit Oktober kommende Auftrennung der Stromhandelszone Deutschland-Österreich aus. Der für September von der Österreichischen Energieagentur erstellte Strompreisindex (ÖSPI), der auf den Großhandelspreisen aufbaut, kletterte nämlich auf den höchsten Stand seit Februar 2014 und liegt um 26 Prozent höher als 2017. Dafür gibt es laut Traupmann mehrere Gründe: Die zusätzliche Stromnachfrage für Klimaanlagen und Kühlgeräte - Stichwort Hitzewelle im Sommer -, Leistungseinbußen bei Laufwasserkraftwerken durch die anhaltende Trockenheit sowie Kraftwerksausfälle und höhere Preise für Kohle sowie CO2-Zertifikate.

Auch die bevorstehende Strompreiszonentrennung spiele eine Rolle: Künftig werde die Menge an Strom, die zwischen Österreich und Deutschland gehandelt wird, auf 4,9 Gigawatt (GW) beschränkt, erinnert Traupmann. Diese Trennung finde zwar erst am 1. Oktober statt, die Effekte auf den Preis würden sich aber schon in den Erwartungen der Händler widerspiegeln: "Unsere Berechnungen zeigen aber, dass sich die Mehrkosten der Haushalte in einem moderaten Rahmen bewegen dürften, da nur der Energieanteil der Stromrechnung betroffen ist." Nur ein Drittel des Gesamtpreises macht das Produkt Strom aus, ein zweites Drittel deckt die Netzkosten ab, das dritte Drittel entfällt auf Steuern und Abgaben.

In Wien etwa entfallen bei einem Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden (kWh) Jahresverbrauch 32,2 Prozent auf die reine Energiekomponente, 28,7 Prozent auf die Netzkosten, 16,7 Prozent auf die Umsatzsteuer, 10,9 Prozent auf die Ökostromförderkosten, 7,7 Prozent auf die Elektrizitäts- und 3,6 Prozent auf die Gebrauchsabgabe sowie 0,2 Prozent auf die KWK-Pauschale, verweist die Energieagentur auf Angaben des Regulators E-Control.