th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Österreichs Wirtschaft wächst kräftiger als erwartet

© APA Mit Österreichs Wirtschaft geht es weiter aufwärts

Die heimische Wirtschaft wächst - angetrieben durch die international kräftige Konjunktur - heuer besonders stark. Wie die Nationalbank gehen nun auch Wifo und IHS von zumindest drei Prozent realem BIP-Plus 2017 aus. Der Anstieg ist so hoch wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Erstmals seit 2012 weist Österreich heuer und 2018 auch wieder einen Wachstumsvorsprung gegenüber dem Euroraum auf.

Das Wifo hat seine Wachstumsprognosen für 2017 und 2018 auf je 3,0 Prozent angehoben, von davor jeweils 2,8 Prozent. 2019 dürfte sich die Expansion dann auf etwa 2,2 Prozent abschwächen, wird angenommen. Das Institut für Höhere Studien (IHS), das zuletzt ebenfalls noch verhaltener war, hat die Vorhersage für heuer von 2,8 auf 3,1 Prozent erhöht, für 2018 aber leicht von 2,8 auf 2,7 Prozent zurückgenommen. Für 2019 geht das IHS von 1,9 Prozent Realwachstum aus, wie am Donnerstag erklärt wurde.

Gestützt wird der kräftige Aufschwung in Österreich durch eine lebhafte Exportdynamik, hohe Investitionszuwächse und die Konsumnachfrage der privaten Haushalte, so das Wifo. Auch im vierten Quartal dürfte die Wirtschaft heuer anhaltend stark zugelegt haben, und die Entwicklung dürfte sich im ersten Halbjahr 2018 mit ähnlicher Dynamik fortsetzen, heißt es.

Der Arbeitsmarkt profitiert von der Hochkonjunktur, sodass die Arbeitslosenquote bis zum Jahr 2019 auf 8 Prozent fallen sollte, erwartet das IHS. Die Arbeitslosenquote sinke zwar, bleibe aber hoch, und manche Personengruppen dürften nur zögerlich vom Aufbau der Beschäftigung profitieren, meint das Wifo; daher dürften die Lohnzuwächse vermutlich nicht allzu kräftig ausfallen.

Die Hochkonjunkturphase sollte für das Erreichen eines nachhaltigen Budgetkurses und für dringend nötige Strukturreformen genutzt werden, fordert das IHS. Durch die lebhafte Konjunktur würden die Einnahmen der öffentlichen Haushalte begünstigt, so das Wifo; der Finanzierungssaldo der öffentlichen Haushalte werde sich heuer um einen Prozentpunkt auf -0,6 Prozent des BIP verringern, 2018 voraussichtlich -0,4 Prozent des BIP betragen und 2019 weiter auf -0,1 Prozent sinken.

Die internationale Konjunktur ist lebhaft und begünstigt den österreichischen Außenhandel. Von dessen rascher Expansion profitiert vor allem die heimische Sachgüterindustrie, der Produktion im zweiten Halbjahr nochmals gestiegen ist. Das Expansionstempo der Investitionen wird aber abnehmen, und der Privatkonsum wird der Konjunktur später im Aufschwung nur mehr geringen zusätzlichen Schwung geben.

Österreichs Exporte nehmen 2017 und 2018 kräftig zu, wovon vor allem die Sachgüterproduktion profitiert, so das Wifo. Für heuer ist mit einem Anstieg der realen Gesamtexporte von 5,5 Prozent gegenüber vorigem Jahr zu rechnen. 2018 und 2019 dürften die Ausfuhren nochmals um 5 bzw. 4,3 Prozent zulegen.

Begünstigt durch den lebhaften Außenhandel dürfte die Bruttowertschöpfung der Sachgütererzeugung heuer kräftig um 6,4 Prozent zunehmen und 2018 sogar um weitere 6,8 Prozent klettern, schätzt das Wifo. Erst ab dem zweiten Halbjahr 2018 werde sich diese Dynamik etwas abschwächen, 2919 sei dann mit 3,4 Prozent Anstieg der Bruttowertschöpfung zu rechnen. Zur erheblichen Ausweitung der Ausrüstungsinvestitionen 2017 und 2018 - um 8,5 sowie 5,0 Prozent - trägt die hohe Kapazitätsauslastung bei.

Die Konsumentenstimmung entwickelt sich wegen der kontinuierlichen Arbeitsmarkt-Verbesserung günstig, wodurch die privaten Konsumausgaben gestützt würden, so das Wifo. Allerdings bleibe die Einkommensentwicklung verhalten - unter anderem weil die Löhne aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und auch der kräftigen Zunahme des Arbeitskräfteangebots sowie infolge der hohen Inflation "real nur verhalten steigen werden", meint das Wirtschaftsforschungsinstitut.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung dürfte laut Wifo heuer von 9,1 auf 8,5 Prozent sinken und 2018/19 weiter auf 7,9 bzw. 7,7 Prozent zurückgehen. Dazu trage auch die Verlangsamung des Anstiegs der Zahl der Erwerbspersonen bei, sodass der Beschäftigungsaufbau wieder stärker auf die Arbeitslosenquote durchschlage als in den Vorjahren.

Der Beschäftigungsbonus dürfte trotz hoher Inanspruchnahme kaum zusätzliche Beschäftigung bringen, so das Wifo, da die Mitnahmeeffekte hoch seien. Die "Aktion 20.000" habe heuer zunächst in den Modellregionen bis November nur 1.550 Langzeitbeschäftigungslose über 50 vermittelt und knapp 1.000 weitere Stellen dem AMS gemeldet. Der Zielwert von 20.00 scheine schwierig zu erreichen, für 2018 geht man in der Prognose nur von 5.000 bis 6.000 als Beschäftigungseffekt aus.

Das Institut für Höhere Studien (IHS) erklärt zu den Absichten der Politik, dass man prinzipiell eine Absenkung der - im internationalen Vergleich hohen - Abgabenbelastung begrüße. Dabei sei aber zu beachten, dass die weiterhin hohe Staatsverschuldung zurückgeführt werden sollte und mittelfristig die Kosten der Alterung der Bevölkerung die öffentlichen Budgets belasten würden.

Die Weltwirtschaft expandiert breitflächig in hohem Tempo, und der Welthandel hat sich deutlich belebt, konstatiert das IHS. Es sieht den Euroraum heuer um 2,3 Prozent wachsen, 2018 um 2,1 und 2019 um 1,9 Prozent. Für die EU-28 wird nur für heuer mit 2,4 Prozent ein etwas stärkeres Plus vorhergesagt, 2018/19 dasselbe wie im Euroraum.