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Österreicher bei Weitergabe von Finanzdaten sehr skeptisch

© APA (AFP/GETTY) Bereits 58 Prozent der Österreicher benutzen PayPal

Die Österreicher sind bezüglich der Weitergabe ihrer Finanzdaten an Dritte vergleichsweise sehr misstrauisch. Nur 24 Prozent wären bereit, Drittanbietern Zugriff auf ihre Bankkonten zu gewähren. In Osteuropa etwa sind die Bedenken bezüglich Datenschutz deutlich geringer, so das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Studie von A.T. Kearny zum Thema "Open Banking".

Für 34 Prozent der Österreicher ist demnach die Sicherheit das wichtigste Kriterium. Nur 18 Prozent würden "Open Banking", wie es die neue EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD II seit Jahresbeginn möglich macht, aus Bequemlichkeit erlauben.

"Ob Open Banking zur Erfolgsgeschichte wird, hängt in erster Linie vom Vertrauen der Konsumenten ab. Die meisten Verbraucher erwarten, dass ihre Daten sicher sind und ernsthaft geschützt werden", so die Studienautoren.

Im Vergleich zu den Österreichern sind laut der Umfrage 44 Prozent der Kroaten und 39 Prozent der Italiener bereit, Drittanbietern den Zugriff auf ihre Finanzdaten zu erlauben.

78 Prozent der österreichischen Konsumenten vertrauen ihrer Primärbank am meisten. Im Gegensatz dazu sind Internetriesen wie Amazon, Google & Co mit 14 Prozent hier weit abgeschlagen. Dazu kommt, dass die Österreicher kaum Lust auf einen Wechsel der Bank aufweisen. Nur 12 Prozent der Österreicher spielen sich mit dem Gedanken, die Hausbank zu wechseln. Der europäische Durchschnitt liegt bei 21 Prozent.

Die größte Konkurrenz ist Paypal: Bereits heute vertrauen 58 Prozent der Europäer Paypal. "Der Grund dafür ist, dass PayPal nicht nur bequem, sondern nachweislich auch sicher ist", so die Studienautoren.

Dennoch sei Open Banking auch für andere Internetriesen wie Amazon eine Option, eigenen Finanzdienstleistungen noch weiter auszubauen. "Längerfristig macht derjenige das Rennen, der es schafft, positive Kundenerfahrung, Datenanalysefähigkeit, Agilität und starke Marken miteinander zu verschmelzen", so die Studienautorin Daniela Chikova, Partnerin Financial Services bei A.T. Kearney, laut Presseaussendung.

Laut den Unternehmensberatern bietet Open Banking aber auch für die Banken neuen Chancen. Sie könnten zur "Lifestyle-Plattform" werden, die alle finanziellen Aspekte des Lebens organisiert, von der Wahl des Stromanbieters bis zur Versicherung.

"41 Prozent der Österreicher würden ihre Finanzdaten mit einem Drittanbieter teilen, wenn so ihre Steuern oder Sozialleistungen automatisch verwaltet werden könnten. Jeder dritte Befragte ist auch daran interessiert, seine Versorgungszahlungen (Gas-, Strom-, aber auch Mobilfunkrechnungen) auf diesem Weg zu optimieren", so Chikova. A.T. Kearney hat für die Studie in Europa und den USA 20.000 Konsumenten befragt, davon 500 in Österreich.