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Mobiles Datenvolumen stieg 2017 rasant, SMS im Tiefflug

© APA (dpa) Whatsapp und Co. ließen SMS-Anzahl stark zurückgehen

Immer mehr Österreicher surfen auf ihrem Smartphone oder verwenden mobiles Internet zu Hause. Das mobile Datenvolumen schnellte im Jahr 2017 laut Forum Mobilkommunikation (FMK) um rund 60 Prozent auf über 1 Mrd. GB hinauf. Die Anzahl der verschickten SMS sank gegenüber 2016 um rund ein Fünftel auf 2,43 Milliarden. Gegenüber dem Jahr 2012 mit 8,4 Mrd. SMS ist das ein Rückgang von knapp 70 Prozent.

Messenger-Dienste wie Whatsapp, Facebook Messenger, Telegram oder Signal haben die SMS-Nutzung in den vergangenen Jahren dramatisch sinken lassen. Den heimischen Mobilfunkern brach damit ein lukratives Geschäftsfeld teilweise weg. Im Jahr 2017 seien schätzungsweise rund 100 Milliarden Kurznachrichten via Online-Messanger-Dienste versendet worden. Man habe dies zum ersten Mal erhoben, sagte FMK-Vizepräsident Lothar Roitner am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz in Wien. Das Forum Mobilkommunikation ist der Branchenverband der österreichischen Mobilfunkbranche.

Bei der Entwicklung der SIM-Karten vermeldeten die österreichischen Mobilfunker für vergangenes Jahr ein deutliches Plus. Ende 2017 gab es rund 14,42 Millionen aktive SIM-Karten im Umlauf, ein Anstieg von rund 7 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Die sei auf eine größere Anzahl von Heim-Internetanschlüssen mit mobilem Breitband und Machine-to-Machine (M2M)-Kommunikation zurückzuführen, so der FMK-Vizepräsident. Die Zahl der Gesprächsminuten aus Mobilfunknetzen sei 2017 trotz Internettelefonie nur um 1 Prozent auf 21,58 Milliarden zurückgegangen.

Marcus Grausam, Präsident des FMK und CEO von A1 Telekom Austria, bezeichnete bei der Pressekonferenz das Strategiepapier der Bundesregierung für den neuen, schnelleren Mobilfunkstandard 5G als "sehr, sehr begrüßenswerten Schritt". Das Papier müsse aber schnell umgesetzt und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für einen effizienten Ausbau geschaffen werden. Damit Österreich bis 2025 ein flächendeckendes 5G-Netz zur Verfügung hätte, müssten die Mobilfunker rund zwei bis drei Mrd. Euro investieren, erwartet Grausam. Eine genauere Kostenschätzung sei aber noch nicht möglich, weil die Kosten für Frequenzen, Mietkosten und eine mögliche gemeinsame Infrastrukturnutzung noch nicht fixiert seien. "Jeder Euro, der zu viel in die Frequenzauktion fließt, fehlt dann beim Ausbau." Nach der Novelle des Telekommunikationsgesetzes im Herbst könnte die 5G-Frequenzauktion noch heuer über die Bühne gehen.