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Kälte treibt Energieverbrauch nach oben

© APA Im Gegensatz zur Tierwelt wärmt sich der Mensch extern

Die Kältewelle treibt den Energieverbrauch nach oben. Die Energieunternehmen sind für die kalten Temperaturen gerüstet. Die Gasspeicher sind laut E-Control aktuell zu knapp über 30 Prozent gefüllt, womit man in einer "komfortablen" Situation ist. In Wien und Niederösterreich laufen die thermischen Kraftwerke auf Hochtouren. In der Steiermark ist ein Fernwärmerekord in Sicht.

Bei der Wien Energie laufen die Gaskraftwerke und thermischen Anlagen an allen zehn Standorten auf Hochtouren. Die Wärmeversorgung in Wien sei damit bei den derzeit arktischen Temperaturen gesichert und für noch viel höhere Minusgrade gerüstet, hieß es am Montag aus der Wien Energie zur APA. An Tagen wie diesen sehe man deutlich, wie wichtig die Gaskraftwerke für die Strom- und Gasversorgung in Wien seien. Neben den Gaskraftwerken seien auch die Müllverbrennungsanlagen, das Biomassekraftwerk sowie die Heißwasserkessel und der Hochdruck-Wärmespeicher in Simmering in Betrieb. Dezentral laufe beispielsweise die "Schnitten-Heizung" der Wiener Manner-Fabrik in Vollbetrieb.

Der Wärmebedarf sei derzeit erheblich. In der Frühspitze sei heute die 2.000er Marke mit 2.222 Megawatt (MW) bereits deutlich durchbrochen worden. Auch in den nächsten Tagen werde mit mehr als 2.200 MW in der Frühspitze gerechnet. Zum Vergleich: An einem durchschnittlichen Wintertag beträgt die Wärmeleistungsspitze 1.600 MW. Der Rekordwert wurde in Wien am 3. Februar 2012 mit 2.400 MW bei minus 15 Grad erreicht.

Die Wiener Netze sehen einen erhöhten Gas- und Stromverbrauch, reden aber noch nicht von absoluten Spitzenwerten. Ob diese erreicht bzw. übertroffen werden, werde sich in den nächsten Tagen zeigen, heißt es aus den Wiener Netzen zur APA. Der Spitzenstundenwert am Montag sei bei Gas bei 330.443 m3/h gelegen. Der Rekordwert des Vorjahres wurde am 11. Jänner mit 335.834 m3/h erreicht. Beim Strom liege der für heute prognostizierte Spitzenwert bei 1.950 MW und damit auf dem Niveau der vorjährigen Kältewelle. Der Höchstwert im Versorgungsgebiet der Wiener Netze wurde im Jahr 2009 mit 2.021 MW erreicht.

Die EVN habe ausreichend Erdgas für die Kunden und die thermischen Kraftwerke eingespeichert, so Pressesprecher Stefan Zach am Montag zur APA. Bei der EVN seien alle drei thermischen Kraftwerke im Einsatz, es werde derzeit deutlich weniger Strom aus erneuerbaren Quellen produziert. Wasser stehe aus jahreszeitlichen Gründen nur verringert zur Verfügung, und auch aus Wind und Sonne werde derzeit weniger erzeugt. Die Stromproduktion in thermischen Kraftwerken leiste in solchen kalten Wochen wichtige Dienste, etwa wenn Erneuerbare nicht ausreichend zur Verfügung stünden. Die EVN verfüge außerdem über riesige Mengen an Waldhackgut und Hackschnitzeln. Die insgesamt mehr als 70 Biomasse-Heizwerke liefen auf vollen Touren. Der Wärmebedarf an solchen kalten Tagen steige.

Bei der Energie Steiermark ist der Fernwärme-Verbrauch derzeit ebenfalls hoch. Der Spitzenwert vom 11. Jänner 2017 mit 518.000 kW Wärme sei aber noch nicht erreicht. Wenn die Kälte weiter anhält, erwarte man, dass dieser Rekord in dieser Woche fallen dürfte, sagte Energie-Steiermark-Pressesprecher Urs Harnik zur APA. Auf Hochtouren laufe das Heizkraftwerk Puchstraße, und auch Industriebetriebe wie etwa die Papierfabrik Sappi Gratkorn liefern Wärme. Graz wird auch aus Mellach mit Fernwärme versorgt. Der Gasverbrauch sei ebenfalls stark gestiegen, die Speicher seien prall gefüllt.

Bei der Energie AG Oberösterreich rechnet man für Februar mit einem gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 10 Prozent höheren Gasverbrauch, allerdings sei es im heuer wesentlich wärmeren Jänner zu einem Rückgang um 17 Prozent gekommen, so ein Sprecher. Insgesamt sei der heurige Winter milder gewesen. Die Heizkosten für einen Durchschnittshaushalt mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) könnten durchaus um 100 Euro niedriger ausfallen.

Wegen höherer Heizkosten in der laufenden Heizsaison müsse sich niemand sorgen, insgesamt sei der Winter deutlich wärmer als der vorjährige außergewöhnlich kalte Winter, betonte Zach. Eine Woche mit sehr kalten Temperaturen sei auf der Gesamtrechnung einer sechs bis sieben Monate dauernden Heizperiode nur wenig spürbar. Die Wien Energie geht derzeit davon aus, dass es bei den Heizkosten eine Spur günstiger wird.

Die Gasspeicher in Österreich sind derzeit zu knapp über 30 Prozent gefüllt, so E-Control-Energieexperte Johannes Mayr. Man sei damit in einer "komfortablen" Situation. Ende Februar 2017 waren es knapp über 20 Prozent. Man nähert sich jetzt dem Ende der Ausspeicherungen. Traditionell startet die Wiederbefüllung der Gasspeicher Anfang April.