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Exporteure wollen heuer 150-Milliarden-Marke knacken

© APA Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck

Das Exportgeschäft brummt. Heuer wird das Volumen der heimischen Lieferungen ins Ausland laut Wirtschaftskammer voraussichtlich erstmals die Marke von 150 Mrd. Euro überschreiten. "Das sind immerhin 20.000 Dollar pro Kopf und so gesehen sind wir die siebtgrößte Exportnation der Welt", sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck am Donnerstag beim "Österreichischen Exporttag 2018".

2017 erreichten die Warenexporte einen Wert von 141,9 Mrd. Euro. Die Importe beliefen sich auf 147,6 Mrd. Euro. Daraus ergab sich ein Außenhandelsdefizit von 5,7 Mrd. Euro. Mit einem Passivum ist laut Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer auch heuer zu rechnen: "Wir gehen davon aus, dass es ein kleines Delta zwischen Importen und Exporten geben wird", sagte er zur APA. Im ersten Quartal 2018 stiegen die Exporte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um rund 5 Prozent auf 37,24 Mrd. Euro und die Importe um rund 2 Prozent auf 38,1 Mrd. Euro. Deutschland, Italien und die USA sind - dem Ausfuhrvolumen nach - die wichtigsten Exportmärkte. Die größten Wachstumsraten würden aber in Asien und Südamerika erzielt, berichtete der Leiter der WKÖ-Außenwirtschaftsorganisation, Michael Otter.

60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden den Angaben zufolge von Exportunternehmen geschaffen. Somit seien 6 von 10 Euro des österreichischen BIP und jeder zweite Arbeitsplatz vom Export befeuert, so Schramböck. Die Zahl der Exporteure habe sich in den vergangenen 25 Jahren den Angaben zufolge von rund 12.000 auf rund 58.000 erhöht. "80 Prozent der im Export tätigen Unternehmen sind laut Statistik Austria Klein- und Mittelbetriebe", betonte die Ministerin.

Vonseiten der Politik sei es ihr wichtig, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Ein wesentlicher Punkt dabei seien neue Wirtschaftspartnerschaften. "Ich bin sehr froh, dass wir CETA (EU-Handelsabkommen mit Kanada, Anm.) vor einigen Tagen ratifiziert haben", betonte die Ministerin. Um die heimischen Exportbetriebe zu unterstützen, würden weitere "qualifizierte Partnerschaften" vorangetrieben - etwa mit Japan. Die weiteren Abkommen würden "nicht mehr so langwierig und nicht im Geheimen" verhandelt. "Es trifft vor allem mittelständische Unternehmen, die davon profitieren." Auch zwei Drittel der Kleinstunternehmen seien international tätig. "Wir wollen gemeinsam mit der Wirtschaftskammer helfen, neue Märkte zu erschließen."

"Wir brauchen Innovationen und Qualität, nicht Handelsbarrieren", so Schramböck mit Blick auf die einseitige Einführung von US-Importzöllen durch Präsident Donald Trump. "Unsere Hand ist ausgestreckt - wir wollen kooperieren, aber wir werden nicht wie das Kaninchen vor der Schlange stehen", umschrieb sie die Haltung der EU gegenüber den USA in Sachen Zollschranken. Als Antwort auf die Einführung von Importzöllen auf Stahl und Aluminium durch Trump setze die EU morgen, Freitag, "ein Paket im Volumen von 2,8 Mrd. Euro" in Kraft, führe also ebenfalls Importzölle auf bestimmte US-Produkte ein.

"Die Strafzölle zeigen deutlich, wie man nicht mit Freunden umgeht", so die Ministerin. Wie man mit Freunden nicht umgeht, zeigen aber auch die kolportierten Bespitzelungsaktionen vonseiten des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) in Österreich: Auch die Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich soll davon massiv betroffen (gewesen) sein: "Das macht man unter Partnern nicht", empörte sich Mahrer im Zuge der Eröffnung des heutigen Exporttags in der Kammer und forderte von der deutschen Bundesregierung umfassende Detailinformationen zu dem Spionageskandal ein. Sie solle der österreichischen Wirtschaft offenlegen, ob die Abhöraktionen noch weiterliefen und "welche Exportbetriebe in welchen Bereichen wann genau abgehört wurden". Die wirtschaftliche Zusammenarbeit hänge maßgeblich vom Vertrauen ab.