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WKÖ-Spitze zum Ukraine-Krieg: Jetzt strategische Weichen stellen und Versorgung sichern

Kühlen Kopf bei anstehenden Entscheidungen bewahren und bei Energiepreisen gegensteuern

Pressekonferenz: WKÖ-Präsident Harald Mahrer und WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf
© WKÖ

"Wir verurteilen den russischen Angriff auf die Ukraine auf das Schärfste und verfolgen dessen Auswirkungen mit Sorge. Die Folgen dieses kriegerischen Akts sind menschliches Leid, das uns alle sehr betroffen macht, sowie wirtschaftliche Herausforderungen“, betonten heute, Montag, Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Karlheinz Kopf, Generalsekretär der WKÖ. Die Wirtschaft trägt die Sanktionen mit, eine Deeskalation der Situation ist das Gebot der Stunde: "Die humanitäre Katastrophe ist bereits eingetreten, die wirtschaftlichen Folgen sind derzeit in ihrer Gesamtheit für die heimische Unternehmen noch schwer absehbar“, so Mahrer: "Wir müssen daher den Fokus darauf legen, die aktuellen Fragen in der Energiepolitik zu beantworten, Unterstützung für Betriebe auf den Weg zu bringen und strategische Weichenstellungen bei der Neuausrichtung des heimischen Exports vorzunehmen." 

Als exportorientiertes Land, das wegen seines Ostgeschäfts natürlich von den Sanktionen betroffen ist, erwarten sich die Betriebe eine entsprechende Umsetzung des versprochenen Ausgleichsmechanismus auf EU-Ebene. Die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Nachbarschaft bezeichnete Harald Mahrer als "humanitäre Selbstverständlichkeit und gelebte Nachbarschaftshilfe“. "Den ankommenden Menschen muss man eine Perspektive für ein Leben in Österreich und eine sofortige Arbeitsmöglichkeit geben“, so Mahrer.   

Klar sei, dass durch den Ukraine-Krieg die Energiepreissituation weiter angespannt sein wird: "Hier gilt es gegenzusteuern, damit in unseren Produktionen nicht das Licht ausgeht“, so WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf. Aktuell sind die Energiepreise für 40 Prozent der Inflation verantwortlich, Erdöl- und Erdgaspreise ziehen weiter an und auch beim Strom werden für 2022 hohe Preise erwartet. Hinzu kommt, dass auch die CO2-Preise enorm anwachsen. 

"Im Hinblick auf die hohen Energiepreise braucht es daher ein schlüssiges Konzept mit finanziellen Entlastungsmaßnahmen. In der aktuellen Situation müssen alle bestehenden und geplanten Beschränkungs- und Belastungsmaßnahmen auf den Prüfstand gestellt werden. Aus diesem Grund fordert die WKÖ eine Strompreiskompensation sowie die Verschiebung der für 1. Juli geplanten Einführung der nationalen CO2-Bepreisung. Neue zusätzliche Belastungen wie bspw. über das Energieeffizienzgesetz müssen vermieden werden“, betont Karlheinz Kopf.  

Besondere Priorität habe aktuell die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit: "Eine staatliche Energielenkung ist das letzte Mittel“, so Kopf. Denn die Abhängigkeit von russischem Gas ist in Österreich, aber auch in Deutschland, weit höher als in den meisten anderen EU-Mitgliedstaaten.  

Deshalb braucht es auch EU-weite Maßnahmen zum Ankauf von Alternativen wie LNG und Maßnahmen zur Speicherbevorratung. "Die schleppenden Fortschritte beim Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz und bei der Beschleunigung der Genehmigungsverfahren rächen sich nun genauso wie der einseitige Fokus auf Strom und die Vernachlässigung speicherbarer Energieträger. Der Ausbau von Produktion und Einspeisung von grünem Gas muss vorangetrieben sowie ein Wasserstoffmarkt aufgebaut werden. Mittelfristig brauchen wir zudem die Einführung des bereits versprochenen Dekarbonisierungsfonds für die Industrie“, unterstreicht der WKÖ-Generalsekretär.  

Aus Sicht der Wirtschaft - aber auch der Bevölkerung – gelte es jetzt kühlen Kopf bewahren: "In dieser Zeit gilt es, Sicherheit und Berechenbarkeit für die Betriebe zu erhalten bzw. zu schaffen, damit wir Arbeit, Wachstum und Wohlstand für die Zukunft sichern können “, so die WKÖ-Spitze abschließend. 

Um die Betriebe in dieser herausfordernden Situation zu unterstützen, hat die WKÖ unter wko.at/ukraine einen Infopoint für Unternehmen eingerichtet, über den u.a. auch Informationen zu den Wirtschaftsbeziehungen Österreichs mit der Ukraine bzw. Russland abrufbar sind. 

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