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WKÖ-Kühnel: Meilenstein für Österreich - Höhere Berufsbildung schafft neue Karrierechancen

Künftig praxisnahe Höherqualifizierung möglich und damit anerkannte Titel, gleichwertig zu hochschulischen Abschlüssen 

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Ein Meilenstein für das österreichische Bildungssystem ist gesetzt: Die Regierung hat heute, Mittwoch, die Grundlagen für die Höhere Berufliche Bildung geschaffen. Der Ministerratsbeschluss eröffnet dem bewährten System der dualen Berufsausbildung eine neue Dimension.  

"Damit wird der Weg frei für eine nahtlos an die Lehre anschließende berufspraktische Höherqualifikation bis auf tertiäres Niveau“, erklärt Mariana Kühnel, stv. Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): "Wir haben als Wirtschaftskammer Österreich lange darum gekämpft. Die Signalwirkung ist enorm wichtig: Den Karrierechancen sind mit dem beruflichen Einstieg über eine Lehre keine Grenzen gesetzt.“ 

Aufwertung der Lehre  

Derzeit eröffnen von 215 Lehrberufen 70 die Möglichkeit zu Meisterprüfungen, welche gleichwertig zu einem Bachelor-Abschluss eingeordnet sind (im Nationalen Qualifikationsrahmen, dem NQR, auf Stufe 6). Daneben bieten Befähigungsprüfungen in 40 Lehrberufen (bisher noch keine NQR-Zuordnung) eine Höherqualifikation für Lehrabsolventinnen und -absolventen. Das war somit eher die Ausnahme als die Regel: In den anderen Lehrberufen mussten bildungshungrige Berufstätige für eine tertiäre Höherqualifikation in eine akademisch-wissenschaftliche Bildungseinrichtung wechseln.  

"Nicht jeder sucht in der beruflichen Höherqualifizierung den akademischen Weg: Viele wollen sich lieber praxisnahe in ihrem Berufsfeld höher qualifizieren. Das wird nun auch ohne Wechsel an eine Hochschule und ohne Unterbrechung der Berufstätigkeit erreichbar - und steigert somit insgesamt die Attraktivität der Lehre“, sagt Kühnel.  

Die Höhere Berufliche Bildung wird künftig auf einem berufspraktischen Pfad zu anerkannten formalen Abschlüssen auf tertiärem Niveau führen. Basis dafür sind das neu erworbene fachtheoretische Wissen sowie Berufserfahrung und eine qualifizierende Berufspraxis. Damit ist auch international tätigen Unternehmen geholfen, die in Ausschreibungen vielfach die Qualifikationen ihrer Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter angeben müssen. 

"Österreich folgt damit dem Vorbild von Schweiz und Deutschland und setzt einen wichtigen Schritt für die gleichwertige gesellschaftliche Anerkennung von akademischen und beruflichen Qualifikationen. Jetzt gilt es, den Beschluss zügig in die Praxis zu umzusetzen um damit vielfältige neue Angebote zu schaffen - wir sind gerüstet, das gemeinsam mit allen beteiligten Ministerien zu tun“, betont Kühnel. 

Auf dem Bildungspfad der Höheren Berufsbildung wird es beispielsweise möglich sein

  • im Handel nach dem Lehrabschluss eine höhere Qualifikation z. B. als Filial- oder Regionalleiter mit formalem Abschluss zu erwerben
  • in der Industrie Kompetenzen, die nach der Lehre z.B. in der Planung, Teamleitung und Innovation erworben wurden, auch durch einen formalen Abschluss zu belegen
  • sich im Handwerk aufbauend auf den Lehrabschluss berufsübergreifende und neue Qualifikationen auf höherem Niveau anzueignen, z. B. als technische/r Projektleiter/-in in der Heizungstechnik / Installations- und Gebäudetechnik. Das gilt besonders für Branchen, deren Geschäftsmodelle sich mit dem technologischen Fortschritt stark verändern und zusätzliche Qualifikationen erfordern. 

"Mit der Höheren Beruflichen Bildung werden Fachkräfte somit die Chance haben, besser auf die künftigen Herausforderungen der Arbeitswelt vorbereitet zu sein“, so Kühnel.

Ein Vorteil im Fachkräfte-Wettstreit

"In der Arbeitswelt steigen die Anforderungen sowohl an die fachliche Spezialisierung nach der Lehre als auch an berufsübergreifende Kompetenzen,“ erläutert Melina Schneider, Leiterin der Abteilung für Bildungspolitik der WKÖ, die Motive. "Der Zugang zu Hochschulen für Personen mit beruflicher Erfahrung ist in Österreich trotz Berufsmatura, Studienberechtigungsprüfung und einer teilweisen Anrechnung von Berufserfahrung weiterhin gering geblieben. Ein durchgängiges System der Höheren Beruflichen Bildung kann mit einer berufspraktischen Didaktik und Bedarfsorientierung genau jene Qualifikationen schaffen, die die Wirtschaft und Gesellschaft brauchen.“

Eine chancenreiche Gesellschaft müsse alle Potenziale ausschöpfen: "Lebensbegleitendes Lernen und berufliche Weiterbildung sind im Strukturwandel der Wirtschaft und für eine breite Wohlstandsentwicklung unverzichtbar“, so Schneider.

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