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WKÖ-Kopf: Unternehmen brauchen eine praxistaugliche Rot-Weiß-Rot-Karte

Leichterer und rascherer Zugang zu gesuchten Fachkräften dringend nötig - Wirtschaft begrüßt daher angekündigte Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte

Gruppe konzentrierter moderner multiethnischer Serverspezialisten in Laborkittel, die Laptops verwenden
© Envato

"Es ist erfreulich, dass Bundesminister Kocher die seit Jahren von der Wirtschaftskammer geforderte und auch im Regierungsprogramm verankerte Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte nun in Angriff nehmen will. Denn dem Fachkräftemangel können wir nur wirksam begegnen, wenn wir an vielen Stellen gleichzeitig ansetzen. Dazu gehört auch, internationale Talente für unsere Betriebe zu gewinnen“, sagt WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf.  

Wie gravierend der Fachkräftemangel bereits ist, zeigt nicht zuletzt das Allzeithoch an offenen Jobs. "Und angesichts der demografischen Entwicklung ist nicht zu erwarten, dass sich die Situation in den kommenden Jahren bessert“, so Kopf. Da die Babyboomer in Pension gehen, wird die Zahl der Personen im Erwerbsalter schließlich von Jahr zu Jahr kleiner und steht einer steigenden Anzahl an Pensionisten gegenüber. 

"Neben Maßnahmen im Inland, die u.a. bei der Qualifizierung, der gezielter Vermittlung und der Kinderbetreuung ansetzen, brauchen wir daher dringend auch Maßnahmen und Strategien, um international die Attraktivität des österreichischen Arbeitsmarkts zu seigern. Ein wichtiges Instrument dabei ist eine praxis- und zukunftstaugliche Rot-Weiß-Rot-Karte“, sagt Kopf.  

So muss etwa die Anerkennung von Nachweisen und Kompetenzen erleichtert und die Gültigkeit von Sprachzertifikaten verlängert werden. "Zum Beispiel müssen auch Kompetenzen, die sich Fachkräfte im Zuge der innerbetrieblichen Qualifizierung aneignen und die im Berufsleben immer wichtiger werden, im Verfahren berücksichtigt werden“, erläutert Kopf. 
Zudem müsse das Verfahren zur Rot-Weiß-Rot-Karte digitalisiert und gestrafft werden. "Wenn es vier Monate und länger dauert, bis der Betrieb weiß, ob er den ausländischen Bewerber nun einstellen kann oder nicht, ist das alles andere als praxisgerecht“, sagt Kopf und ergänzt: "Wir stehen hier auch im internationalen Wettbewerb. Dass sich Arbeitssuchende in der Zwischenzeit häufig anderswo umschauen und Österreich den Rücken kehren, darf daher nicht überraschen.“ 

Potenzial von internationalen Studenten besser nutzen 

Wichtig sei es außerdem, das Potenzial von bereits hier lebenden internationalen Studenten besser zu nutzen. "Gerade für die stark nachgefragten MINT-Berufe müssen wir diese Personen gezielt ansprechen, damit sie nach dem Studium Österreich nicht sofort wieder verlassen“, so Kopf, der außerdem begrüßt, dass Arbeitsminister Kocher die arbeitsplatznahe Qualifizierung stärken will.

"Wir brauchen die betriebsnahe Aus- und Weiterbildung genauso wie eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte, die die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Österreich für internationale Talente sicherstellt. Nur mit ausreichend verfügbaren Fachkräften können unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen und gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Wohlstand für Österreich generieren“, so der WKÖ-Generalsekretär abschließend. 

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