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WKÖ-Kopf: Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte leistet wertvollen Beitrag gegen Fachkräftemangel

Betriebe erhalten leichter und rascher Zugang zu dringend gesuchten Fachkräften - Anliegen der Wirtschaft weitgehend berücksichtigt

WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf
© WKÖ/Nadine Studeny

"Die heute von der Regierung präsentierte Reform der Rot-Weiß-Rot Karte beinhaltet wichtige Weichenstellungen, um den Betrieben leichter und rascher zu dringend benötigten Fachkräften zu verhelfen. Dadurch wird sich die Rot-Weiß-Rot-Karte wesentlich mehr an der betrieblichen Praxis orientieren als in der Vergangenheit", sagt Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Damit leiste die Reform einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen den Fachkräftemangel, der allein aufgrund der demografischen Entwicklung stetig steigt. "Aus diesem Grund müssen wir im Inland alle verfügbaren Register ziehen, von der gezielten Aus- und Weiterbildung, Ausweitung der Kinderbetreuungsmöglichkeiten, bis zur Förderung der Mobilität. Aber fest steht auch, dass wir Fachkräfte aus Drittstaaten brauchen, um Wachstum und Wohlstand in Österreich zu sichern", betont Kopf.

Positiv wertet der WKÖ-Generalsekretär, dass im Entwurf viele Anliegen der Wirtschaft berücksichtigt sind. Ein wichtiger Punkt sei etwa die Anpassung des Punktesystems in Mangelberufen. "Damit ist die geforderte Punkteanzahl auch für Personen, die über keinen Universitätsabschluss verfügen, leichter erreichbar und die Lehre wird auch im Rahmen der Rot-Weiß-Rot-Karte aufgewertet", so Kopf. Schließlich zählen insbesondere viele Handwerksberufe zu Mangelberufen. 

Gehaltsgrenze für Studienabsolventen entfällt

Um eine weitere wichtige Zielgruppe, nämlich internationale Studierende an heimischen Universitäten anzusprechen und im Land zu halten, entfällt die Gehaltsgrenze für Studienabsolventen. Zudem wird mit dem eigenen Aufenthaltstitel für Spezialisten ein langjähriger Wunsch der Wirtschaft umgesetzt. "Es kommt immer wieder vor, dass Spezialisten nur für ein Projekt gebraucht werden, das ein paar Monate dauert. Wenn diese dann das ganze Verfahren durchlaufen müssen, bis sie eine Rot-Weiß-Rot-Karte erhalten, ist das Projekt schon wieder abgeschlossen, bevor sie überhaupt zu arbeiten beginnen dürfen", schildert Kopf. Für solche Fälle eine rasche Beschäftigungsmöglichkeit zu schaffen, war daher "in einer modernen Arbeitswelt längst überfällig".

Aber auch, dass Sprachzertifikate länger gelten sollen und Berufspraxis stärker anerkannt wird als bisher sowie dass es Erleichterungen für Arbeitsvermittler geben wird, sei im Sinne der Unternehmen. Mit der dauerhaften Stammsaisoniersregelung wiederum wird eine Maßnahme eingeführt, die für Tourismusbetriebe dringend notwendig ist.

In Summe ist Kopf zufolge daher eine Reform gelungen, die das Instrument der Rot-Weiß-Rot-Karte viel näher als bisher an den Bedarf der Betriebe heranführt. "Wichtig ist jetzt aber, dass auch die Behörden mitspielen und bei der Digitalisierung und rascheren Abwicklung der Verfahren Tempo machen", so Kopf.

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