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WKÖ-Gewerbe und Handwerk: Höhere Berufliche Bildung wertet Lehre enorm auf

Obfrau Scheichelbauer-Schuster: Junge Menschen haben im Betrieb künftig dieselben Entwicklungschancen wie auf der Schulbank oder an der Uni 

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"Dieser Tag ist für den Wirtschaftsstandort Österreich und für die heimischen Fachkräfte historisch: Mit der Höheren Beruflichen Bildung wird ein eigenständiger berufspraktischer Bildungsweg geschaffen, der nahtlos an die Lehre anschließt und parallel bzw. gleichwertig zum schulisch-akademischen Bildungsweg verläuft. Ein immens wichtiger Schritt zur Aufwertung des dualen Systems“, sagt Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), über die heutige Ministerratssitzung.  

Das Gewerbe und Handwerk, der größte Lehrlingsausbilder des Landes, freut sich über den Startschuss für die Höhere Berufsbildung ganz besonders. "Das gibt ambitionierten Jugendlichen, die im Beruf ihre praxisorientierten Fähigkeiten ausleben wollen, dieselben Entwicklungschancen in die Hand wie Schülerinnen und Schülern oder Studierenden, die stärker auf theoretisches Wissen fokussiert sind.“  

Lückenlose Karriereleiter 

Die berufsbegleitend-praktische Karriereleiter wird künftig zusätzliche „Sprossen“ erhalten, auf denen Bildungswillige höher klettern können: So wird eine Lücke, die derzeit zwischen der Lehrabschlussprüfung (auf Stufe 4 des Nationalen Qualifikationsrahmens NQR) und der Meisterprüfung (auf NQR-Stufe 6) bzw. der Befähigungsprüfung klafft, geschlossen.  

"Mit der NQR-Stufe 5 werden formale Abschlüsse mit einem Titel möglich sein, die gleichwertig mit einem HTL-Abschluss eingestuft und voraussichtlich höher zu bewerten sein werden als eine AHS-Matura. Diese Qualifikationen sind angesichts des großen Fachkräftebedarfs äußerst gefragt; die Absolventinnen und Absolventen werden sich ihre Jobs aussuchen können“, sagt Scheichelbauer-Schuster. „Es muss niemand mehr nur aus Prestigegründen eine AHS-Matura machen, der Weg zur Höherqualifizierung geht jetzt auch über die Lehre“, resümiert sie. 

Viele "Green Jobs“-Qualifikationen 

Diese NQR5-Qualifikationen umfassen besonders viele "green job“-Felder. "Das eröffnet besonders viele Zukunftsperspektiven, denn diese Berufsbilder werden notwendig sein, damit die Klimaschutzziele umgesetzt werden können.“ Konkrete Beispiele wären für Rauchfangkehrer die Qualifikation im Bereich Energieberatung, bei Elektrotechnikern die Spezialisierung auf "Green Technology“ oder die Fortbildung von KFZ-Technikern zur Hochvolt-Fachkraft. Im Gewerbe und Handwerk beinhalten NQR5-Qualifikationen stets auch vertiefende Kompetenzen im Bereich Planung und Kalkulation.  

Berufsbegleitend und bedarfsorientiert 

"Es ist das Wesen der Berufsbildung, dass sie bedarfsorientiert und praxisnah erfolgt“, betont die Spartenobfrau: "Die Berufsbilder entsprechen somit den praktischen Bedürfnissen der vornehmlich klein- und mittelständisch strukturierten Betriebe in Österreich. Sie sind es auch, die großteils die Ausbildungsleistung schultern.“  

Die berufliche Höherbildung ist nicht nur berufsbegleitend möglich, sondern sogar zwingend so vorgesehen. Wie im dualen Bereich üblich, erfolgt der Erwerb der Qualifikationen nämlich im Betrieb und in einer Bildungsstätte. "Das ist viel näher an der Lebensrealität arbeitender Menschen, denn die wenigsten können sich eine Auszeit nehmen und sich für geraume Zeit nur der Schule oder außerbetrieblichen Fortbildung widmen“, so Scheichelbauer-Schuster.  

Die Krönung der fachlichen Qualifikation wird im Handwerk der Meistertitel (NQR 6) bleiben. Der neue berufsbezogene Bildungsweg eröffnet aber die Möglichkeit, noch darüber hinaus branchenübergreifende Kompetenzen (auf NQR-Stufe 7) zu erwerben, vorstellbar sei dabei eine Fokussierung auf Themen wie Management, Führungskompetenz, Rechnungswesen oder Marketing. 

Renate Scheichelbauer-Schuster: "Qualifikation ist der wichtigste Wettbewerbsfaktor unserer Zeit. Mein besonderer Dank gilt Frau Bundesministerin Margarete Schramböck, die diesen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung ermöglicht hat. Österreich kann nun einen Riesensprung vorwärts und verlorenes Terrain wettmachen. Wer Freude am Beruf hat, der hat auch Lust auf neue Kompetenzen: Der neue Rahmen für die berufsbezogene Bildung stärkt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre Betriebe auch international. Das ist gerade für ein kleines, exportstarkes Land essenziell.“ 

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