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WKÖ-Gewerbe und Handwerk: Energiekosten werden zur Existenzfrage

Obfrau Scheichelbauer-Schuster fordert rasche und umfassende Entlastung für alle betroffenen Unternehmen: „Wir sind drauf und dran, viele unserer Betriebe zu verlieren“

Mann kontrolliert Manometer
© Adobe Stock | kerkezz

Die Explosion der Energiekosten stellt zahlreiche Unternehmen im Gewerbe und Handwerk vor existenzielle Probleme. "Uns erreichen derzeit laufend dramatische Hilferufe: Vielen unserer klein- und mittelständischen Betriebe steht das Wasser bis zum Hals“, warnt Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). "Ihre Kosten haben sich verglichen mit den Vorjahren vervielfacht. Und auch diese Jahre waren bekanntlich von multiplen Krisen, Lockdowns und der Pandemie überschattet. Ohne spürbare Entlastung werden viele zusperren müssen.“ 

Scheichelbauer-Schuster ergänzt: "Diese exorbitanten Preissteigerungen können unsere Betriebe nicht einfach auf die Kundschaft überwälzen. Die Menschen leiden ja selbst unter der schwindenden Kaufkraft und müssen stark auf die Ausgabenbremse treten.“ 

Die Verzweiflung ist teils groß: Ein kleiner Fleischereibetrieb aus Oberösterreich mit angeschlossenem Verkaufsgeschäft, der bisher 15.000 Euro Energiekosten pro Jahr hatte, soll jetzt dafür 95.000 Euro aufbringen. Dieser Mehraufwand sei über die Theke unmöglich zu verdienen, eine Schließung steht im Raum. 

Für Bäckereien fallen Gas- und Stromkosten besonders in Gewicht. Die Gaspreise sind seit Jahresbeginn von 2,9 Cent pro kWh (Gas) auf 23 bis 28 Cent (je nach Vertrag) bzw. 38,3 Cent am Spotmarkt gestiegen. Strom hat sich im selben Zeitraum von 5 Cent auf 20 bis 70 Cent (je nach Anbieter und Vertrag) verteuert. Selbst für einen kleinen, regionalen Bäckerei-Nahversorger mit vergleichsweise sehr günstigen Energie-Verträgen sind die Kosten schon jetzt von 17.600 Euro auf 54.000 Euro im Jahr hochgeschossen. 

Ob über Heiz- und Kühlkosten, über den Gas- und Strompreis für Produktionsanlagen oder via Spritpreis für den Transport - praktisch jeder Betrieb im Gewerbe und Handwerk ist von der Kostenexplosion betroffen. Obwohl in manchen Branche eine gute Auftragslage herrscht, bleibt am Ende kein Ertrag mehr übrig bzw. droht ein Verlust, weil die Energiekosten alles auffressen. 

"Diese Belastungen sind unverschuldet und unausweichlich. Wir brauchen jetzt eine rasche Entlastung und und einen Energiekostenzuschuss, von dem jeder Betrieb profitieren kann, der von diesen massiven Steigerungen betroffen ist.“
Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk  

Sie warnt vor einem Wettlauf um Förderungen: "Die Devise ‚Wer zuerst kommt‘ wäre völlig widersinnig und würde unsere kleinen Betriebe klar benachteiligen. Die aktuell vorgesehenen 450 Millionen Euro werden wohl deutlich zu wenig sein. Die Betriebe brauchen Planungssicherheit über das Jahresende hinaus.“ 

Zumal Österreichs Wirtschaft unter einem klaren Standortnachteil leidet: In den Nachbarländern sind großzügige und unbürokratische Entlastungsmodelle bereits in Kraft oder unmittelbar vor der Umsetzung. Italien federt die Energiekosten mit einer Steuergutschrift ab, Deutschland dämpft die Energiekosten je nach Betroffenheit mit einem abgestuften Zuschuss-Modell.

"Für die Betriebe jenseits der Grenzen ist das ein eklatanter Wettbewerbsvorteil, die Energiekostensteigerungen nicht zur Gänze an die Konsumentinnen und Konsumenten überwälzen zu müssen. Unsere Betriebe haben klar das Nachsehen“, so Scheichelbauer-Schuster. 

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