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WKÖ-FV Bergbau-Stahl und NE-Metalle: Steigender Rohstoffbedarf und Versorgungsengpässe Herausforderungen für Industrie

Studie wiederholt Warnung der Internationalen Energieagentur vor Versorgungsrisiken für Metalle, die für Energiewende Europas nötig sind  

Bergbau-Stahl und NE-Metalle
© WKÖ

Gestern, Montag, wurde im Zuge einer öffentlichen Konferenz in Brüssel eine neue Studie zum Thema "Metalle für saubere Energie: Lösung der Rohstoffherausforderung in Europa“ präsentiert.  

Die Studie der belgischen "Katholieke Universiteit“ (KU Leuven), die von Eurometaux, Europas Verband der Metallproduzenten, in Auftrag gegeben wurde, bewertet, wie Europa sein Ziel "Ressourcensicherheit“ und "Verringerung strategischer Abhängigkeiten“ für seine Metall-Energiewende durch eine Bewertung von Nachfrage, Angebot und Nachhaltigkeit des Green Deal und seines Ressourcenbedarfs erreichen kann. Sie geht dabei erstmals auf die gesamte Wertschöpfungskette, nämlich von der Rohstoffgewinnung im Bergbau bis zur Rückgewinnung im Recycling, ein und bildet somit die gesamte Kreislaufwirtschaft umfassend ab. 

"Um das ambitionierte Green Deal-Ziel der Europäischen Union von der Klimaneutralität bis 2050 zu  erreichen, ist erneuerbare Energie in ausreichender Menge und zu kompetitiven Preisen ebenso erforderlich wie neue Technologien aus mineralischen Rohstoffen“, so Roman Stiftner, Geschäftsführer der Fachverbände Bergbau-Stahl und Nicht Eisen-Metallindustrie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sowie Generalsekretär von EUMICON, die Plattform für mineralische Rohstoffe und Technologie-Transfer.  

 Video der Studienpräsentation

Da der Bedarf nach mineralischen Rohstoffen zukünftig weiter steigen wird, sind bald entschlossene Maßnahmen erforderlich, um Engpässe bei mehreren Materialien zu vermeiden, bei denen die Gefahr besteht, dass diese am Ende dieses Jahrzehnts weltweit knapp werden.  

"Die Herausforderungen, diese absehbaren Probleme rasch zu lösen, sind sowohl für die Politik als auch die Industrie enorm. Mit der Umsetzung der in dieser Studie aufgezeigten Schritte werden wir aber die Ziele des European Green Deal unter gleichzeitiger Wahrung der Europäischen Lebensqualität sicher erreichen können“, zeigt sich Stiftner zuversichtlich. 

Versorgungsrisiken 

Obwohl sich die EU verpflichtet hat, ihre Energiewende zu beschleunigen und einen Großteil ihrer sauberen Energietechnologien im Inland zu produzieren, bleibt sie für einen Großteil des benötigten Metalle importabhängig.  

Laut der Studie könnte Europa um 2030 aufgrund globaler Versorgungsengpässe bei fünf Metallen, insbesondere Lithium, Kobalt, Nickel, Seltene Erden und Kupfer, Probleme bekommen. Die Nachfrage nach Primärmetallen in der EU wird um 2040 ihren Höhepunkt erreichen. Diese Rohstoffe sind aber essenziell für den Bau von Batterien, Windkraft- und Solaranlagen sowie dem erforderlichen Netzausbau notwendig. 

"Seitens Europa muss daher dringend eine Entscheidung getroffen werden, wie diese drohende Versorgungslücke geschlossen werden soll. Ohne eine entschlossene Strategie riskiert man neue Abhängigkeiten von nicht nachhaltigen oder unberechenbaren Lieferanten“, so Stiftner.  

Lokale Herausforderung 

Die Studie besagt, dass es ein theoretisches Potenzial für neue inländische Minen gibt, um zwischen 5% und 55% des europäischen Bedarfs an Lithium und Seltenen Erden bis 2030 zu decken. Trotz der vergleichsweisen hohen Umweltstandards Europas haben die meisten angekündigten Projekte aber eine ungewisse Zukunft, da sie oft mit lokalen Widerstand und den Herausforderungen bei der Genehmigung zu kämpfen haben.  

Aus Sicht der österreichischen Industrie ist es dringend erforderlich, Genehmigungsprozesse für neue Projekte - sowohl im Bergbau als auch in der Industrie - zu beschleunigen. Diese betragen momentan im europäischen Schnitt 15-17 Jahre. Um die angesprochenen Ziele der EU umsetzen zu können sind jedoch Genehmigungen binnen fünf Jahren erforderlich um die Erschließung (weitere fünf Jahre) und die Erwirtschaftung der hohen Investitionen (15-20 Jahre) sicherzustellen. "Die österreichische und europäische Industrie ist bereit, die benötigten Schritte zu setzen und zählt auf die Politik, um dies zu ermöglichen“, so Stiftner. 

Europa müsste auch neue Raffinerien eröffnen, um abgebaute Erze und Sekundärrohstoffe in Metalle oder Chemikalien umzuwandeln. Europas Energiekrise macht neue Raffinerieinvestitionen zu einer Herausforderung, und explodierende Strompreise haben bereits zur vorübergehenden Schließung von fast der Hälfte der bestehenden Raffineriekapazität des Kontinents für Aluminium und Zink geführt, während die Produktion in anderen Teilen der Welt gestiegen ist. 

Recycling  

Die Studie hebt positiv hervor, dass bis 2050 – abhängig vom jeweiligen Metall – 40 bis 75% des Bedarfs an Metallen für eine Erzeugung von sauberer Energie aus lokalem Recycling gedeckt werden kann. Recycling ist daher Europas beste Chance, seine Unabhängigkeit langfristig zu verbessern. Dazu müssen allerdings die Recyclingquoten stark erhöht und in die notwendige Infrastruktur investiert werden. 

"Jedoch wird Recycling erst nach 2040 eine tragfähige EU-Versorgungsquelle für Europas Elektrofahrzeugbatterien und erneuerbare Energietechnologien bieten", stellt Stiftner klar. Diese Anwendungen und ihre Metalle werden gerade erst auf den Markt gebracht und werden in den nächsten 10 bis 15 Jahren nicht für Recycling zur Verfügung stehen.  

Die heimische Industrie wird zukünftig daher nicht allein über eine reine Kreislaufwirtschaft mit mineralischen Rohstoffen versorgt werden können, zeigt sich Stiftner kritisch. Nicht alle mineralischen Rohstoffe können recycelt oder in verlängerten Lebenszyklen von Produkten einem nachfolgenden Recycling entzogen werden.  

"Neben den Anstrengungen zur Steigerung der Kreislaufwirtschaft wird daher ein verstärkter und nachhaltiger Bergbau auch in Zukunft für die Sicherstellung der Versorgung der europäischen Wirtschaft entscheidend sein“, so Stiftner abschließend.  

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