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Rahmenbedingungen 2019

Abschwächung erwartet

2018 war ein von politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägtes Jahr. Die allgemeinen Rahmenbedingungen für 2019 fangen zunehmend zu schwanken an.

Ungünstige Vorzeichen für 2019 machen sich für Unternehmen bemerkbar: Kosten steigen, während das Wachstum schwächelt. Die Konjunktur ist am Abkühlen, Prognosen wandeln sich zunehmend ins Negative.

Auch in Österreich zeichnet sich nur ein moderates BIP-Wachstum ab. Unsicherheit über einen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik der EZB macht sich breit.

Die Konjunktur der Eurozone und den USA soll durch einen Verzicht auf eine Zinserhöhung wieder in Schwung kommen. In Österreich wird eine Inflation von 2,0 % erwartet.

Abschwächende Rahmenbedingungen

Das Wirtschaftswachstum im Euroraum schwächt sich gegenüber dem Vorjahr ab. Der Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik ist von Unsicherheiten geprägt. Der Euro soll gegenüber dem Dollar wieder aufwerten und Rohstoffpreise steigen. Das Umfeld für Aktien bleibt schwierig.


Geldpolitik: Zinspause angekündigt

Rückblick 2018 

Während die FED 2018 den US-Leitzins von 1,50 Prozent auf 2,50 Prozent erhöhte, blieb der Leitzins im Euroraum auch im Jahr 2018 auf dem historischen Niveau von 0,0 Prozent. Steigende Zinsen hätten sich besonders auf die verschuldeten Südländer ausgewirkt und hätten möglicherweise Kapitalabflüsse zur Folge gehabt. Das EZB-Ankaufprogramm der Vermögenswerte (APP) wurde jedoch mit Ende 2018 beendet. 

Ausblick 2019

Die abgeschwächte wirtschaftliche Entwicklung in den USA lässt einen die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen wieder revidieren. Fed-Chef Powell schätzt die Aussichten für die US-Wirtschaft weiterhin positiv ein, jedoch hat die US-Notenbank aufgrund der überwiegenden Abwärtsrisiken eine Pause im Zinszyklus angekündigt. Hinweise auf weitere Zinserhöhungen bleiben aus und eine Verlangsamung des Bilanzabbaus wurde angedeutet.

Auch im Euroraum schwächt sich das Wirtschaftswachstum weiter ab. Seitens der EZB wurde betont, dass die Leitzinsen auf dem aktuellen Niveau bleiben, wenn es nur eine unzureichende Annäherung der Inflation an den Zielwert gibt. Die Leitzinsen verbleiben daher voraussichtlich bis 2020 auf dem Niveau von 0,0 Prozent und somit stabilisiert die expansive Geldpolitik weiterhin die Binnennachfrage. Außerdem wurde eine Reinvestition im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten vereinbart, um die kumulierten Nettokäufe auf ihrem jeweiligen Niveau von Ende Dezember 2018 beizubehalten.


Wechselkurse: Schwankender Euro-Außenwert

Aufwertung des Euro auf 1,22 EUR/USD erwartet.

Rückblick 2018 

Der Euro hat im Jahr 2018 gegenüber dem US-Dollar wieder an Kraft verloren. Im November 2018 erreichte der Wechselkurs ein Jahrestief mit 1,1261 EUR/USD, während er im Februar 2018 noch auf einem Höchstwert von 1,2493 EUR/USD lag. Zu Jahresbeginn startete der Euro mit einem starken Außenwert gegenüber dem Schweizer Franken von 1,17 EUR/CHF und wertete dann im Laufe des Jahres bis auf 1,12 EUR/CHF wieder ab. Im April 2018 erreichte der Wechselkurs seinen Höchstwert mit 1,19.

Auch gegenüber dem japanischen Yen verzeichnet der Euro Anfang des Jahres mit 135 EUR/JPY einen starken Außenwert, verzeichnete aber bis zum Jahresende starke Wechselkursverluste und schloss mit 125 EUR/JPY. Der Euro konnte jedoch im Jahr 2018 gegenüber dem russischen Rubel und der türkischen Lira aufwerten. Der Euro schwankte gegenüber dem britischen Pfund kaum. 

Ausblick 2019

Der Euro wird 2019 gegenüber dem Dollar wieder aufwerten. Laut Prognose soll der Wechselkurs Ende 2019 bei rund 1,22 EUR/USD liegen. Grund dafür ist eine nachlassende US-Konjunktur und eine mögliche Kehrtwende der Fed. Auch wird der Euro gegenüber dem britischen Pfund aufwerten, da die Auswirkun­gen eines Brexit negative konjunkturelle Effekte mit sich bringen. Beachtet werden muss trotzdem, dass für den Euroraum einige Risiken – politisch wie auch wirtschaftlich – bestehen, die zu einer Abschwächung des Euros führen können. Außerdem darf man die Unsicherheit bezüglich des Ausstiegs aus der expansiven Geldpolitik nicht außer Acht lassen.

Die Wechselkursentwicklungen zeigen 2018 ein sehr volatiles Bild – der Euro schwächte sich ab

Wechselkursentwicklungen 2018 für den Euro
© WKÖ Grafik: eigene Darstellung | Daten: OeNB

Öl- und Rohstoffpreise: Robuste Nachfrage

Der Ölpreis soll sich wieder auf einem Niveau von 60 Dollar/Barrel einpendeln.

Rückblick 2018 

Im Jahr 2018 fand bis Oktober eine Verteuerung von Rohöl (Sorte Brent) statt, während Gold, Platin und Metalle an Wert verloren. Am Jahresanfang lag der Rohölpreis bei etwa 67 Dollar/Barrel. Höchstwerte eines Barrels Rohöl erreichten die 86 Dollar-Marke, bis der Preis wieder Ende des Jahres auf ein Tief von rund 50 Dollar/Barrel fiel.

Ausblick 2019

Der Rohölpreis Brent hat sich wieder vom Tief erholt und liegt auf über 60 Dollar/Barrel. Verantwortlich für diesen Ölpreisanstieg ist die Förder­kürzung der OPEC+, eine Kooperation der OPEC-Mitglieder und weiteren ölprodu­zierenden Ländern. Laut Prognose soll der Rohölpreis 2019 um den Wert von 60 Dollar/Barrel schwanken. Auch wird prognostiziert, dass die Gold- und Platin­preise wieder ansteigen.

Steigende Risikoaversion aufgrund von politischen Unsicherheiten und volatilen Aktienmärkten regt die Nachfrage nach Gold an. Auch Zentralbanken fragen vermehrt wieder Gold nach. Belastend bleibt für Platin die schwächelnde Nachfrage am globalen Automarkt. Am Kupfer- und Aluminiummarkt werden nur moderat höhere Preise erwartet.

Preisentwicklung wichtiger Rohstoffe 

Rohstoff Einheit 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Rohöl* (USD je Barrel) 53,5 45,1 54,8 71,5 73,5 68,7
Kohle (USD je Tonne) 58,9 66,1 88,5 108,0 100,0 90,0
Weizen (USD je Tonne) 204 167 174 210 212 215
Kupfer (USD je Tonne) 5.510 4.868 6.170 6.500 6.540 6.581
Nickel (USD je Tonne) 11.863 9.595 10.410 13.344 13.681 14.027
Eisenerz (USD je Tonne) 55,9 58,4 71,8 69,0 65,0 64,5
Gold (USD je Feinunze) 1.161 1.249 1.258 1.259 1.245 1.231
* Daten von Brent | Quelle: World Bank Commodity Markets Outlook, Oktober 2018

Inflation: Ölpreise treiben Österreichs Inflationsrate nach unten

In Österreich liegt die Inflationsrate der Verbraucherpreise deutlich höher als im Durchschnitt der Eurozone.

Rückblick 2018

Die Inflationsrate der Verbraucherpreise (HVPI) lag 2018 im Durchschnitt in Österreich mit 2,1 % erneut deutlich über der Eurozone (1,7 %). Preistreiber waren Bewirtungsdienstleistungen (+3,1 %), Mieten (+3,7 %), Treibstoffe (+9 %) und Heizöl (+16,7 %). Die Kerninflation lag mit 2,0 % leicht unter jener der Verbraucherpreise. Das Inflationsdifferenzial gegenüber der Eurozone erklärt sich vorwiegend anhand der kräftigen Entwicklung der heimischen Dienstleistungspreise. 

Ausblick 2019

Die Inflation der Verbraucherpreise wird 2019 auf 2,0 % geschätzt und nähert sich somit dem Preisstabilitätsziel an. Der marginale Rückgang der Teuerungs­rate des HVPI geht vor allem auf die niedrigeren Ölpreise zurück


Aktienmärkte: zögerliche Erholung

Dow Jones +15 % im Vergleich 2018 gegenüber 2017 

Rückblick 2018

Nach einem starken Aufwärtstrend im Jahr 2017 gab es 2018 wieder einen Rückgang auf den Aktienmärkten. Der Dow Jones konnte am Beginn des Jahres knapp 26.000 Punkte verzeichnen, schloss jedoch mit 23.800 Punkten. Sowohl beim ATX als auch beim DAX und EuroStoxx50 verzeichneten sich Kursverluste innerhalb des Jahres 2018. Der heimische ATX erreichte im Jänner des Jahres die 3.600 Punkte-Marke (+34,3 %), lag aber im Dezember 2018 wieder bei 2.880 Punkten.

Ausblick 2019

Die Aktienmärkte starten mit einem negativen Sentiment und defensiv positionierten Investoren nach den kräftigen Kursverlusten im Dezember 2018 ins Jahr 2019. Eine Erholung hat sich bereits eingestellt, die von Hoffnungen auf Fortschritte im Handelsstreit und der Geldpolitik der USA ausgelöst wurde.

Das Umfeld für Aktien bleibt trotzdem schwierig. Ein anhaltend negativer Trend stellt sich dar. Auch dürfte die Abkühlung der US-Konjunktur die Rahmenbedingungen weiter trüben. Trotz vieler politischer Widrigkeiten könnte eine anhaltende Nullzins­politik der EZB und eine Zinspause der US-Notenbank den Aktienmärkten zu Gute kommen. Gute Chancen auf Erholung gibt es vor allem für asiatische Aktienmärkte. 


Fazit

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Jahr 2019 gelten als eher schwierig. Protektionismus, geopolitische Risiken und politische Unsicherheiten prägen das Weltbild. In den USA herrscht zwar Vollbeschäftigung, jedoch kühlt die Konjunktur ab. Die EZB und die Fed versuchen gegen eine abschwächende Wirtschaft anzukämpfen und setzen vorerst weitere Leitzinserhöhungen aus.

Auch in China wird die Wirtschaftsentwicklung aktiv stärker unterstützt. Dennoch wird in der Eurozone nur mehr ein moderates BIP-Wachstum von 1,3 % prognostiziert, in Österreich wird ein Anstieg von weniger als 2,0 % erwartet.

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