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WKO-Analyse: Horizon 2020

Österreichs Unternehmen nutzen den Rückenwind der EU für Innovation

Nach etwas mehr als vier von insgesamt sieben Jahren Laufzeit (2014 - 2020) und zu einem Zeitpunkt, in dem ca. 40 % der Mittel ausbezahlt sind, zeigt sich Österreich im EU-Forschungs- und Innovationsförderprogramm „Horizon 2020“ weiterhin sehr erfolgreich. [1]

Bis März 2018 wurden europäische Projektförderzusagen von insgesamt 871,4 Mio. Euro für österreichische Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Sonstige vertraglich fixiert, wobei die heimischen Unternehmen überdurchschnittliche 3,2 % der Mittel, die europaweit an die Wirtschaft gingen, lukrieren konnten. Der Anteil Österreichs an der europäischen Wirtschaftsleistung beträgt ca. 2,4 %.
HORIZON 2020 ist das mehrjährige EU-Förderprogramm für Forschung und Innovation für den Zeitraum 2014 bis 2020. Mit einem Gesamtvolumen von 77,2 Mrd. Euro ist es das größte seiner Art weltweit. Die Förderungen kommen überwiegend innovativen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu Gute. Das Nachfolgeprogramm „Horizon Europe“ wird von 2021 bis 2027 laufen. Dafür ist ein Volumen von 97,6 Mrd. Euro vorgeschlagen.

Stand nach vier von sieben Jahren

Europaweit wurden in Horizon 2020 bisher für 17.345 Projekte, an denen sich 77.506 Akteure beteiligen, Förderungen von insgesamt 30,6 Mrd. Euro zugesprochen (Stand März 2018). Das sind knapp 40 % des Gesamtbudgets von 77,2 Mrd. Euro, wobei der Anteil der bereits vergebenen Mittel zwischen den Programmteilen von Horizon 2020 stark variiert. Bei einigen für Unternehmen ansprechbaren Programmteilen ist ein geringerer Teil vergeben und es sind in der Restlaufzeit noch überdurchschnittlich Mittel verfügbar, z.B. in den Programmteilen „Zugang zu Risikofinanzierung“ (bisher vergeben 0,3 %) und „Innovation in KMU“ (bisher vergeben 37,0 %).

871 Mio. Euro für Österreich - 325 Mio. Euro für österreichische Unternehmen

Aus Österreich haben sich bisher 2.188 Akteure an 1.472 Projekten beteiligt. 896 der Beteiligungen stammen aus der Wirtschaft. Für österreichische Projektpartner (Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen) wurden insgesamt 871,4 Mio. Euro an Förderungen zugesagt. Das sind 2,8 % aller bereits fixierten Horizon 2020-Fördermittel. Von den 871,4 Mio. Euro für Österreich gingen 325 Mio. Euro an heimische Unternehmen (37,3 %). Von den insgesamt 1.472 Projekten mit österreichischer Beteiligung werden 439 auch von Österreicherinnen oder Österreichern koordiniert.

Grafik bewilligte Beteiligungen
© WKÖ/FFG Quelle: Überblicksbericht zu Österreich in Horizon 2020, FFG

Erfolgsquote für Österreich überdurchschnittlich hoch: 16,9 % 

Für Gesamteuropa und das Gesamtprogramm Horizon 2020 lagen die Erfolgsquoten für eine positive Förderentscheidung für eine Beteiligung bisher bei durchschnittlich 14,7 %. Mit einer Erfolgsquote von 16,9 % liegt Österreich nach Belgien (17,7 %) und Frankreich (17,0 %) an dritter Stelle, deutlich über der durchschnittlichen Erfolgsquote aller Länder.

Die Struktur der Beteiligung an Horizon 2020 ist - je nach Leistungsfähigkeit der einzelnen Bereiche in den EU-Mitgliedstaaten - unterschiedlich. Die Beteiligung der österreichischen Wirtschaft ist aber selbst im Vergleich zu den Innovation Leadern Schweden, Dänemark und Deutschland gut. Geringfügig höher als in Österreich ist der relative Anteil der Beteiligungen von Unternehmen in Slowenien.

Beteiligungen nach Organisationstyp in ausgewählten Ländern (in %)

Beteiligungen nach Organisationstyp
© WKÖ/FFG Quelle: Überblicksbericht zu Österreich in Horizon 2020, FFG

Beteiligung Bundesländer

Die Beteiligung aus den österreichischen Bundesländern folgt weitgehend der Breite der regionalen Forschungs- und Innovationslandschaft. Entsprechend weisen Bundesländer mit einer ausdifferenzierten Hochschul- und Innovationslandschaft mehr Beteiligungen aus. Wien ragt als Standort vieler Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit 1.114 Beteiligungen heraus.

Anzahl der Beteiligungen

Anzahl Beteiligungen
© WKÖ/FFG Quelle: Überblicksbericht zu Österreich in Horizon 2020, FFG

Nicht nur Fördergeld

Der finanzielle Rückenwind europäischer Fördermittel ist allerdings für viele Unternehmen nicht das alleinige Motiv für eine Beteiligung. Tatsächlich sind jedenfalls Eigenmittel und eigene Sachkompetenz nötig, um mit einem Projekt in Horizon 2020 erfolgreich zu sein. Auch der thematische Fokus und das Zeitfenster, in dem ein EU-gefördertes Forschungs- und Innovationsvorhaben zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen kann, sind wichtig. Zu den wichtigsten Motiven für Betriebe zählen: [2]

  • Einbindung in Netzwerke von Wissenschaftlern und Unternehmenspartnern
  • Kosten- und Risikoteilung für größere Innovationsvorhaben
  • Bündelung von Wissen und Kompetenzen
  • Integration von Knowhow aus Markt und Wissenschaft
  • Verkürzung der Entwicklungszeit
  • Zugang zu Forschungsinfrastruktur

Zusammenarbeit mit Partnern, damit der Aufbau komplementärer Markt-
angebote mehrerer Unternehmenspartner in neu geschaffenen/erschlossenen Märkten gelingen kann.

Themen für die Restlaufzeit bis 2020 liegen vor

Die Arbeitsprogramme für die Restlaufzeit von Horizon 2020 liegen bereits vor,
wobei Österreichs Vertreter auch die für heimische Unternehmen relevanten
Themenfelder direkt mitgestalteten. Damit soll sichergestellt werden, dass heimische Akteure mit ihren Vorhaben auch einen Anknüpfungspunkt für Förderungen vorfinden. [3]

Erstkonzept für Nachfolgeprogramm 

Zur Gestaltung des Nachfolgeprogramms von Horizon 2020 („Horizon Europe“) für den Zeitraum 2021 - 2017 hat die Europäische Kommission am 7. Juni 2018 einen ersten Vorschlag präsentiert, der während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2018 diskutiert werden wird. Er sieht dafür Mittel in der Höhe von 97,6 Mrd. Euro vor. [4]

Die Beteiligung von Unternehmen ist der stärkste Hebel für die Mobilisierung von privaten Investitionen in Forschung und Innovation und für einen Beitrag der EU zu Wohlstand und Wachstum in Europa. 

Hohes Potential in österreichischen Stärkefeldern

Da erst 40% der Horion-2020-Mittel zugesprochen sind, besteht über die verbleibende Laufzeit bis Ende 2020 noch hohes Potential. Ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Mittel steht neben Programmteilen „Zugang zu Risikofinanzierung“ und „Innovation in KMU“ auch im Bereich Gesundheit (Health, demographic change and wellbeing) zur Verfügung. Weitere Potentiale bestehen auch in den Stärkefeldern der heimischen Wirtschaft (z.B. IKT, Materialforschung, Biotechnologie, Energie, Mobilität).

Für den Zugang zu Innovationspartnern und europäischen Fördermitteln werden österreichische Akteure auch weiterhin auf die gemeinsam von Bund und Wirtschaftskammer Österreich finanzierten Informations-, Beratungs- und Betreuungsdienstleistungen zu Horizon 2020 der FFG und ihrer Regionalpartner vertrauen können. Damit soll es gelingen, die österreichische Forschung und Innovation gut in die europäischen Kompetenznetzwerke zu integrieren und bis Programmende mindestens 1,5 Mrd. Euro an Rückflüssen nach Österreich zu lukrieren.

Fazit

Die österreichische Beteiligung an  Horizon 2020 hat sich dank der sehr erfolgreichen Beteiligung von Unternehmen bisher relativ gut entwickelt.

Rückflüsse an Österreich in der Höhe von 1,5 Mrd. Euro über die Gesamtlaufzeit scheinen möglich. Die europäischen Fördermittel von Horizon 2020 sowie die Vernetzung mit Forschungs- und Innovationspartnern in Europa sind wichtige Impulse für die Innovation in heimischen Unternehmen. Das von der Wirtschaftskammer Österreich und dem Bund finanzierte Informations-, Beratungs- und Betreuungsangebot der FFG wirkt.


[1] Überblicksbericht zu Österreich in Horizon 2020, FFG, EU-Performance Monitoring für FTI im Auftrag von BMBWF, BMVIT, BMNT und BMDW, 14. Juni 2018.

[2] Herlitschka S. (Hrsg.), Hinaus aus dem Schrebergarten – die Europäisierung der österreichischen Forschung, Studien Verlag, 2010

[3] Die aktuell offenen Ausschreibungen auf der FFG-Homepage

[4] Weitere Informationen auf der FFG-Homepage

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