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Standpunkt: World Competitiveness Yearbook 2021

Österreichs Standortqualität und -attraktivität im internationalen Rankingvergleich

Das World Competitiveness Yearbook 2021 des International Institute for Management Development (IMD) zeigt, dass sich Österreich einigen Herausforderungen stellen muss, um zukünftig zu den besten Standorten zu zählen. Österreich ist im Wettbewerbsranking 2021 auf den Rang von 2019 zurückgefallen und belegt insgesamt Rang 19 im 64-Staaten-Vergleich, nachdem zwischenzeitlich eine Verbesserung stattgefunden hat.

Der Ländervergleich zeigt: Strukturreformen müssen wieder verfolgt werden, die Transformation zu einer wettbewerbsfähigen Ökologisierung der Wirtschaft muss gelingen sowie die digitale Wirtschaft weiter ausgebaut werden.

Grafik WHP Analyse
© AdobeStock/WKÖ
IMD Ranking: Die Wettbewerbsfähigkeit von 64 Ländern wird in vier Kategorien und 20 Unterkategorien bewertet, in Summe basierend auf 334 Kriterien. 

Österreich fällt insgesamt und in allen vier Kategorien des World Competitiveness Yearbook zurück

Grafik zu den Kategorien des World Competitiveness Yearbook
© Quelle: IMD
Die Top Länder im IMD-Ranking nehmen vor allem im Bereich Innovation Spitzenpositionen ein, insbesondere jene, die aufgrund der Pandemie auf breiter Basis Homeoffice-Lösungen eingeführt haben. Ein weiterer Erfolgsfaktor: Die topgereihten Volkswirtschaften sind gut diversifiziert und haben insbesondere im Jahr der Covid-19 Pandemie eine effiziente und unterstützende Wirtschaftspolitik.

Liste der wettbewerbsfähigsten Länder 2021

Liste der wettbewerbsfähigsten Länder 2021

2021 Länder 2020 Veränderung
1 Schweiz 3 +2
2 Schweden 6 +4
3 Dänemark 2 -1
4 Niederlande 4 - -
5 Singapur 1 -4

Exkurs Best Practice: Die Schweiz verbessert sich von Rang 3 auf Rang 1 im Competitiveness Ranking 2021

Die Schweiz hat sich in drei Hauptkategorien (Wirtschaftsleistung, Effizienz der Wirtschaft, Infrastruktur) verbessert und konnte ihren Spitzenplatz in der Kategorie Effizienz der Regierung halten. Starke Verbesserungen gibt es bei den internationalen Investitionen, bei Beschäftigung, bei der Produktivität und Effizienz, am Arbeitsmarkt sowie bei Managementpraktiken zu verzeichnen. Größter Wettbewerbsnachteil der Schweiz sind die Preise. Hier verliert die Schweiz einen Platz und erhält nun Platz 58 von 64. Ansonsten hat die Schweiz in den 20 Unterkategorien nur Ränge in den Top 15.


Österreich im IMD-Ranking

Wettbewerbslandschaft: Österreich Top bei Gesundheit und Umwelt, Flop bei Steuerpolitik

Grafik zeigt Wettbewerbslandschaft
© Quelle: IMD
Österreichs Attraktivitätsfaktoren

Aus einer Liste von 15 Indikatoren haben die Befragten der Executive Opinion Survey fünf Attraktivitätsfaktoren gewählt, die sie als am wichtigsten für die österreichische Wirtschaft empfinden. 

TOP 5 für Österreich (nach Zustimmung der Befragten in %)

Grafik mit TOP 5 Attraktivitätsfaktoren
© WKÖ
Die Expertenbefragung im Rahmen des IMD-Ranking attestiert Österreich jedoch auch Herausforderungen: Nur 6,2 % der Befragten haben Österreich als unternehmerfreundliches Umfeld gewertet, sogar jeweils nur 1,2 % nennen die wettbewerbsfähige Steuerregelung sowie den Kostenwettbewerb als attraktiv in Österreich. 

Details zu Österreichs Platzierung

Wirtschaftsleistung: Österreich erreicht im Jahr 2021 Rang 20 und verliert 5 Plätze | Rang 1 für Singapur

Ausschlaggebend für das Zurückfallen um fünf Plätze sind vor allem die Unterkategorien „Heimische Wirtschaft“ sowie „Internationale Investitionen“.  

  • Wirtschaftsaktivität: Die heimische Wirtschaft hat im Jahr 2020 einen starken Wirtschaftseinbruch erlitten. Die Prognose für das BIP-Wachstum wird mit Rang 61 bewertet.
  • Wohlstand: Beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf erreicht Österreich Rang 14.
  • Außenhandel: In Bezug auf den internationalen Handel erzielt Österreich als Exportnation Rang 10 bei den Exporten von Gütern pro Kopf, Rang 15 bei den Exporten von kommerziellen Dienstleistungen in Prozent des BIP. Der Index der Terms of Trade (Verhältnis zwischen Exportpreisen und Importpreisen) erreicht nur Rang 47 im Ländervergleich. Der Zufluss und Abfluss ausländischer Direktinvestitionen in Prozent des BIP wird sogar jeweils nur mit Platz 59 bewertet.
  • Soziales: In der Unterkategorie Beschäftigung erreicht Österreich bei der Jugendarbeitslosigkeit Platz 15. 

Österreich verzeichnete starke wirtschaftliche Auswirkungen der Covid-19 Krise. Daher ist es wichtig, die Wachstumstreiber Investitionen und Export weiter zu stärken, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. 

Effizienz der Regierung: Österreich verliert vier Plätze und landet auf Rang 29 | Rang 1 für Hong Kong

Grund dafür sind u.a. die öffentlichen Finanzen, die in der Krise stark leiden, aber auch bei der Unternehmensgesetzgebung verliert Österreich 11 Plätze. 

  • Institutionelle Rahmenbedingungen: Österreich kann mit der Rechtsstaatlichkeit (Rang 7) sowie der Performance bei den Sustainable Development Goals (Rang 7) punkten.
  • Handel und Investitionen: Bei den Zollbarrieren erreicht Österreich Rang 13.
  • Staatsausgaben: Beim Vergleich der Ausgaben des Staates in Prozent des BIP erreicht Österreich Rang 59.
  • Unternehmertum: Wettbewerbsschädigend werden die Körperschaftsteuersatz auf Gewinne (Platz 39) sowie die Anzahl der Tage, um ein Unternehmen zu gründen (Platz 55) eingestuft.
  • Demografie: Ebenso wird der Anteil älterer Bevölkerung, gemessen an den Menschen über 65 Jahre in Prozent der Gesamtbevölkerung, als Wettbewerbsnachteil bewertet, Österreich belegt hier nur Rang 44. 

Die institutionellen Rahmenbedingungen sind in Österreich gegeben. Jetzt ist es wichtig, Bürokratie abzubauen, um den Aufschwung nicht zu bremsen. 

Effizienz der Wirtschaft: Österreich rutscht 2 Plätze auf Platz 18 ab | Rang 1 für Dänemark

In dieser Kategorie ist vor allem Aufholbedarf bei den „Finanzen“ sowie bei der Einstellung zur Globalisierung. 

  • Fachkräfte: Österreich ist mit einem Fachkräftemangel konfrontiert und erreicht nur Rang 53 von 64 Ländern. Die Produktivität der Belegschaft ist im internationalen Vergleich gut und Österreich erreicht mit Rang 5 eine Top-Platzierung in der Unterkategorie. Auch wird die Motivation der Arbeitskräfte als sehr hoch eingestuft (Rang 3).
  • Bildung: Die Weiterbildung der Beschäftigten hat für Österreichs Wirtschaft eine ganz besonders hohe Priorität (Rang 1). Zudem sind ausreichend Lehrstellen vorhanden (Rang 3).
  • Kreditwesen: In der Unterkategorie Finanzen sticht hervor, dass es in Österreich vergleichsweise leicht ist, als Unternehmen Kredite zu erhalten (Platz 14). Jedoch fällt die Aktienmarktkapitalisierung in Prozent des BIP (Platz 46) sehr schwach aus, der Börsenindex erhält Platz 60. Venture Capital für Unternehmen ist nicht leicht zu erhalten, hier erreichen wir nur Rang 38.
  • Haltung und Werte: Die Österreicher sind dem Thema Globalisierung gegenüber laut IMD eher skeptisch eingestellt, im Ranking erreichen wir nur Platz 51. 

Trotz gestiegener Arbeitslosigkeit sind die Unternehmen mit einem Fachkräftemangel konfrontiert. Bildung ist der Schlüssel für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Um den Faktor Arbeit zu entlasten, ist eine deutliche Senkung der Lohnnebenkosten notwendig. Und verstärkte Internationalisierung soll den Export antreiben.

Infrastruktur: Österreich erreicht Rang 12 und verliert 2 Plätze | Rang 1 für die Schweiz

Bei der technologischen Infrastruktur rutscht Österreich von Platz 19 im Jahr 2020 auf Platz 26. Auch bei der Kategorie Bildung gibt es Platzverluste. 

  • Innovation: Österreich investiert sehr viel in Forschung und Entwicklung (F&E). Mit 3,19 % Gesamtausgaben für F&E in Prozent des BIP erreicht Österreich im IMD-Vergleich Platz 6. Die Unternehmensausgaben für F&E erreichen Platz 8. Beim Outcome ist jedoch noch Potenzial nach oben. Die technologische Infrastruktur ist nur mittelmäßig ausgeprägt. Es fehlt an Investitionen in Telekommunikation (Platz 60). Auch bei digitalen bzw. technischen Fähigkeiten der Beschäftigten gibt es Nachholbedarf (Platz 45).
  • Nachhaltigkeit: Nachhaltige Entwicklung hat für Österreichs Unternehmen eine hohe Priorität (Platz 5). Der ökologische Fußabdruck ist laut IMD noch zu verbessern (Rang 48). 

Innovation und Digitalisierung ist ein wesentlicher Faktor für die Erholung, denn Investitionen in die digitale Infrastruktur sowie in die Ökologisierung schaffen einen Wettbewerbsvorteil. Auch müssen die digitalen Fähigkeiten weiter ausgebaut werden.


Fazit

Das IMD-Wettbewerbsranking zeigt, dass vor allem kleine Länder in Krisen flexibel agieren und durch ihre Wettbewerbsfähigkeit die Erholung beschleunigen können. Österreich muss sich an den topplatzierten Länder orientieren: die Schweiz, die skandinavischen Länder sowie die Niederlande haben einen enormen Wettbewerbsvorsprung herausholen können. Damit Österreich rasch aufschließen kann, muss aber an den richtigen Stellschrauben gedreht werden: Es geht darum, die digitale Wirtschaft weiterzuentwickeln, den Wandel zur grünen Wirtschaft zu schaffen sowie Strukturreformen anzugehen. 


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