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Konjunkturradar zur österreichischen Wirtschaft

Trends anhand von Echtzeit-Indikatoren

Der Recovery Watch hat einen neuen Namen: Konjunkturradar

Wie steht es momentan um die österreichische Wirtschaft? Anhand von Echtzeit-Indikatoren stellen wir die Entwicklung dar. 

Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Dezember 2022.

Grafik Recovery Watch
© AdobeStock/WKÖ

„Inflacession“ in der Eurozone

Frühindikatoren deuten darauf hin, dass sich Österreichs Industrie bereits in der Rezession befindet. Die Exportaufträge sanken in Österreich im Oktober sogar stärker als im europäischen Durchschnitt. Gleichzeitig ist noch kein Ende des Erzeugerpreisanstiegs sichtbar. Gebremst ist hingegen schon die Nachfrage nach langfristigen Krediten. Das liegt am trüben konjunkturellen Ausblick ebenso wie an den EZB-Leitzinserhöhungen.

Dadurch ist auch mit einer gedämpften Investitionstätigkeit zu rechnen. Großen Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung haben die Gaspreise. Die hohen Gasspeicherstände und der warme Herbst haben zwar die kurzfristigen Gaspreise gedämpft. Die längerfristigen Gaspreiserwartungen sind jedoch weiterhin hoch, da es keine kostengünstige Alternative für russisches Gas gibt. Dies verringert die Konkurrenzfähigkeit der Industrie. Im Dienstleistungssektor sieht es etwas besser, aber auch nicht rosig aus, hier rechnet man mit weniger Konsumlust und zusätzlichen Belastungen durch höhere Kosten. Fazit: Die Eurozone schlittert im Winter in eine „Inflacession“. So nennen Ökonomen die Kombination aus einer Rezession und hoher Inflation.

Indikatoren


Rezession im vierten Quartal

Die Erwartungen der Unternehmen verschlechterten sich im Oktober weiter. In der Sachgütererzeugung drückte die stark rückläufige Auftragslage den Ausblick tiefer in den negativen Bereich. Während die Frühindikatoren eine Industrierezession im Winter anzeigen, könnte es im Dienstleistungssektor bei einer Stagnation bleiben. Deutlich besser sieht es im Bauwesen aus, diese Branche hat weiterhin klar positive Geschäftserwartungen.

 
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Neuaufträge auf Talfahrt, Produktion sinkt

Die Neuaufträge der Industrie befinden sich seit einem halben Jahr auf Talfahrt. Nicht nur die Exportaufträge, sondern auch die Aufträge aus dem Inland sind rückläufig. Die Produktion wurde im Oktober weiter hinuntergefahren, zumal die Lager noch gut gefüllt sind. Vieles deutet darauf hin, dass sich die Industrie bereits in einer Rezession befindet. Lieferzeiten für Industrie-Vorprodukte sind dafür wieder auf langjährige Durchschnittswerte zurückgegangen.


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Erzeugerpreise auf Höchststand in diesem Jahrtausend

Die Erzeugerpreise nahmen auch im September weiter zu und lagen um 22,1 % über den Vorjahreswerten. Sie erreichten damit ihren Höchststand seit Erhebungsbeginn im Jahr 2000. Energie war weiterhin der Hauptpreistreiber mit einem Zuwachs der Preise um 63 % zum Vorjahr. Die Verbraucherpreise stiegen laut Schnellschätzung der Statistik Austria im Oktober um 11,0 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.


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Warmes Wetter und volle Speicher senken Gas-Spotpreis

Die überdurchschnittlich hohen Herbsttemperaturen gepaart mit Gasfüllspeicherständen von über 90 % in einigen EU-Ländern haben zu einer Halbierung der Spotpreise für Gas auf 123 Euro pro MWh Ende Oktober geführt. Die Futures-Preise für das 1. Quartal 2023 liegen bei rund 145 Euro pro MWh. Die Gaspreise bleiben auch mittelfristig hoch und senken damit die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, insbesondere im Vergleich zu Drittstaaten mit niedrigeren Energiepreisen.

 

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Arbeitskräfteknappheit trotz Konjunkturrückgang

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiterhin sehr hoch. Die Oktober-Arbeitslosigkeit befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2008 und die Zahl der offenen Stellen auf einem Oktober-Rekordhoch. 122.778 sofort verfügbare offene Stellen waren Ende Oktober 2022 beim AMS gemeldet, das sind um 61 % mehr als im Oktober 2019. In der Industrie ist der Arbeitskräftemangel in Salzburg, Oberösterreich und Tirol besonders hoch.

 

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Weniger langfristige Kredite

Im dritten Quartal 2022 war die Nachfrage der Unternehmen nach kurzfristigen Krediten weiterhin hoch. Die Nachfrage nach langfristigen Krediten, ein Indikator für die Investitionstätigkeit, hat sich hingegen abgeschwächt. Unterschiede zeigten sich auch nach Größenklassen. Die großen Unternehmen hatten im dritten Quartal weiterhin eine expansive Nachfrage, während sie bei den KMU nur mehr gedämpft war.


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Der EU droht ein Rezessionswinter

Die Erwartungen der Unternehmen haben sich nicht nur in Österreich, sondern allgemein in der Europäischen Union im Laufe der letzten Monate verschlechtert. Österreich und Deutschland gehören wegen der bislang starken Abhängigkeit von russischem Gas zu jenen Regionen, in denen die Rezession stärker ausfallen könnte. Sogar in China sind die Einkaufsmanagerindizes im Oktober unter die Wachstumsschwelle gefallen.


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Fazit 

Die konjunkturelle Lage hat sich stark eingetrübt, selbst in China liegen die Frühindikatoren unter der Wachstumsschwelle. Die Industrie der Eurozone ist stark durch den Energiepreisschock getroffen. Aus Sicht der WKÖ sind kurzfristig wirksame Maßnahmen auf EU-Ebene notwendig.

Da Deutschland am eingeschlagenen Weg, eine Gas- und Strompreisbremse für Betriebe und Haushalte einzuführen, festhält, muss Österreich hier auch nachziehen. Um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe nicht zu gefährden, braucht es rasch eine umfassende Lösung zur Abfederung der steigenden Energiepreise unter voller Ausnützung der Möglichkeiten des EU-Beihilferahmens.


Berichte als PDF

November 2022

Ausgabe 4.11.

Oktober 2022 

Ausgabe 7.10. 


September 2022

Ausgabe 2.9.

Juli 2022

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Juni 2022

Ausgabe 3.6.


März 2022

Ausgabe 4.3.

Februar 2022

Ausgabe 4.2.









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