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Mineralölindustrie: Österreichische Tankstellenmargen zählen nach wie vor zu den geringsten in Europa

Mineralölsteuererhöhung würde das Aus für zahlreiche Tankstellen bedeuten

Die halbjährlich von der Beratungsgesellschaft Wood Mackenzie im Auftrag des deutschen Energie Informationsdienstes erhobenen Tankstellenmargen in 16 europäischen Ländern zeichnen seit Jahren ein ähnliches Bild. Österreich reiht sich im ersten Halbjahr 2016 bei Eurosuper auf dem vorletzten Rang und bei Diesel auf dem viertletzten ein. Die Politik riskiert mit den derzeit diskutierten Mineralölsteuererhöhungen die ohnehin schon knappen Verdienstmöglichkeiten zusätzlich zu schmälern – besonders gefährdet sind Tankstellenstandorte in Grenznähe oder an Verkehrsknotenpunkten.

Autofahrer und Tankstellen müssten zahlen

„Eine Erhöhung der Mineralölsteuer beim Diesel wird den Transitverkehr kaum einschränken können. Vielmehr würde sie zu einer Minderung der Absatzmenge in Österreich und trotz eines höheren Steuersatzes zu geringeren Einnahmen bei der Mineralölsteuer führen“, erläutert Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbands der Mineralölindustrie (FVMI). „Laut Berichten droht dem Staat bekanntlich der Verlust von einer Milliarde an MÖSt-Einnahmen aus dem sogenannten Tanktourismus.“ Aber nicht nur der Staat und die Autofahrer würden die Rechnung für Steuererhöhungen bezahlen, sondern auch die heimischen Tankstellenunternehmen. Eine Erhöhung der Mineralölsteuer bei Diesel um 8,5 Cent/Liter auf das Niveau von Benzin hätte zur Folge, dass deutlich weniger Diesel im Inland abgesetzt werden würde und damit auch der Umsatz zurückginge. In Anbetracht der ohnehin sehr geringen Margen ein riskantes Unterfangen. Gerade Stationen im Grenzbereich oder an Verkehrsknotenpunkten droht der Wegfall zahlreicher Kunden, die dann im Nachbarland volltanken würden. „Bei ohnehin sehr geringen Margen eine Reduzierung der Absatzmenge in Kauf nehmen zu müssen, ist für jedes Geschäftsmodell eine Zerreißprobe“, sagt Capek und spricht von einer Lose-Lose-Situation für alle Beteiligten.

Margensituation an österreichischen Tankstellen kritisch

Im ersten Halbjahr 2016 sank die durchschnittliche Bruttomarge pro verkauften Liter Eurosuper von 10,32 Cent im 2. Halbjahr 2015 auf aktuell 9,48 Cent. Nur in Großbritannien, wo sich aufgrund vieler Supermarkttankstellen eine andere Marktsituation darstellt, erwirtschafteten die Tankstellen mit 7,82 Cent/Liter weniger als bei uns. Bei Diesel betrug die Bruttomarge in Österreich im 2. Halbjahr 2015 noch 10,51 Cent, jetzt nur noch im Durchschnitt 9,44 Cent/Liter. Auch hier liegen am unteren Ende nur Großbritannien, Frankreich und Deutschland hinter Österreich. Nicht vergessen werden darf außerdem, dass von der Bruttomarge sämtliche Kosten wie jene für Transport, Investitionen, Betrieb, Instandhaltung und Pächterprovision beglichen werden müssen. Verglichen mit Österreich weisen die Tankstellen am oberen Ende der Auswertung in Norwegen (Eurosuper: 25,19 Cent/Liter; Diesel: 22,62 Cent/Liter) oder der Schweiz (Eurosuper: 22,63 Cent/Liter; Diesel: 24,10Cent/Liter) eine mehr als doppelt so hohe Marge aus.     

Über den FVMI

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren (midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).

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