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Maschinen- und Metallwarenindustrie: Seitwärtsbewegung setzt sich fort

Auftragseingänge negativ und auf niedrigem Niveau

Anlässlich des Starts der Kollektivvertrags-Verhandlungen am 26.9. präsentierte der Fachverband der Maschinen-, Metallwaren- und Gießereiindustrie (FMMGI) heute aktuelle Zahlen und Fakten zur Lage der Maschinen- und Metallwarenindustrie. Österreichs stärkste Branche, mit über 118.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem jährlichen Produktionswert von rund 33 Milliarden Euro, blickt auf eine durchwachsene erste Jahreshälfte 2016 zurück. „Die Branche ist seit mehreren Jahren in der Stagnation und die Unternehmen rechnen auch in den kommenden Monaten weiterhin mit einer Seitwärtsbewegung“, so FMMGI-Obmann Christian Knill. Die Produktion ist seit 2011 real um 7,6 % gesunken. 2015 zeichnete sich durch ein Null-Wachstum und einen Rückgang bei der Beschäftigung aus. „Das erste Halbjahr 2016 ergab zwar ein leichtes Plus von 4,3 % (nominell + 4,8 % im Vergleich zur Vorjahresperiode) auf 12,7 Mrd. Euro, negative Auftragseingänge (preisbereinigt - 0,9 %; nominell - 0,4 %) und schwache Sommermonate bescherten der Branche jedoch einen Dämpfer. Der Maschinenbau rechnet mit einem leichten Minus in den kommenden Monaten“, ergänzt Berndt-Thomas Krafft, Geschäftsführer FMMGI. In der Hoffnung auf einen prognostizierten Aufschwung – der jetzt jedoch ausbleibt – sind die Beschäftigtenzahlen im ersten Halbjahr 2016 um 3,1 % gestiegen.

Schwieriges internationales Marktumfeld: Russland lässt völlig aus

Exporte waren und sind die Stütze der heimischen Wirtschaft. Bis zu 80 % der Produkte der heimischen Maschinen- und Metallwarenindustrie gehen in den Export. Auftragsschwankungen, aufwändige Auftragsakquise und die Notwendigkeit, neue Märkte außerhalb Europas zu erschließen, kosten die Betriebe aber viel Kraft. „Wir müssen uns mit unseren Produkten im globalen Supermarkt behaupten und dort spielen Preise und flexible Liefertermine eine entscheidende Rolle. Wir haben es mit extrem schwankenden und unsicheren Märkten zu tun, wie zum Beispiel in Brasilien, Großbritannien, Türkei oder Russland. Die MMI-Exporte nach Russland gingen von 1,1 Milliarden 2014 auf rund 470 Millionen Euro (Prognose 2016) zurück“, so Knill. Die Investitionen im Inland sinken, stattdessen wird immer mehr im Ausland investiert und produziert. Auch die hohen Arbeitskosten sind ein großer Wettbewerbsnachteil im europäischen Vergleich, ebenso Bürokratie und Steuerrecht. „Wir brauchen deshalb dringend bessere Rahmenbedingungen, um Betriebe und Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Wir brauchen ein „Ja“ zum Freihandel und mehr Engagement der Politik. Der politische Stillstand und die populistische Form der Diskussion etwa um CETA sind Gift für den Standort“, betont Knill.

FMMI zahlt überdurchschnittlich, moderater KV-Abschluss Gebot der Stunde

Die MMI hat in allen KV-Stufen die besten Gehälter und mit 1.750 Euro den höchsten Mindestlohn. Das Durchschnittsgehalt eines Angestellten in der MMI liegt bei rund 4.300 Euro, bei Arbeitern bei rund 3.000 Euro. Allerdings ist aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen die Beschäftigung in den Jahren 2012-2015 um fast 2 % zurückgegangen.

Die KV-Erhöhungen der vergangenen Jahre haben immer sowohl die Inflation (die in Österreich aufgrund hausgemachter Probleme höher ist, als im europäischen Vergleich), als auch die volle Produktivität der Branche mehr als abgedeckt. In der MMI gab es in den letzten Jahren dadurch einen Reallohnzuwachs. „Wir nehmen unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr ernst. Wir bezahlen einen fairen Lohn, geben ihnen langfristige Sicherheit und haben hohes Vertrauen in unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Allerdings waren die hohen Abschlüsse in den letzten Jahren für die Branche nicht förderlich. Sie gingen zulasten von Investitionen und Beschäftigung, daher brauchen wir heuer einen fairen und maßvollen KV-Abschluss“, so Knill abschließend.

Über den FMMGI

Die Maschinen-, Metallwaren- und Gießereiindustrie umfasst in Österreich alle Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei. Mit über 1.200 Unternehmen und 118.000 Beschäftigten erwirtschaftete die Maschinen- und Metallwarenindustrie im Jahr 2015 einen Produktionswert von 33,4 Milliarden Euro. Die Gießereiindustrie mit 7.000 Beschäftigten erzielte einen Produktionswert von 1,5 Milliarden Euro. Die mittelständisch strukturierte Branche stellt das Rückgrat der industriellen Beschäftigung in Österreich dar.

Oberstes Ziel des Fachverbandes ist die Mitwirkung an der Gestaltung von maßgeblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um den erfolgreichen Fortbestand der Unternehmen der Maschinen-, Metallwaren- und Gießereibranche im internationalen Wettbewerb zu sichern.

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