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TTIP Faktencheck: Chancen auch für KMU

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA wird sehr emotional diskutiert. Zwecks Versachlichung greift die WKÖ die wichtigsten Fragen aus Sicht der Wirtschaft auf.

Chlorhendln, EU-Gesetze nach dem Diktat amerikanischer Multis oder eine Absenkung europäischer Standards – solche Befürchtungen dominieren die Debatte rund um das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA. Der Faktencheck der WKÖ beschäftigt sich mit möglichen Konsequenzen von TTIP für die heimischen Wirtschaftstreibenden: 

Impuls für Wachstum und Jobs

Österreich erholt sich so wie die gesamte EU nur mit Ach und Krach von der Finanzkrise 2008/2009. Der bei TTIP geplante Wegfall von Handelshürden zwischen den zwei wichtigsten Wirtschaftspolen der Welt – sei es durch den Abbau von Zöllen oder unnötigen bürokratischen Vorschriften, einen verbesserten Marktzugang etwa bei Dienstleistungen und Investitionen und die Entwicklung gemeinsamer Handelsregeln - ist da ein nicht zu unterschätzender Impuls für Wachstum und Beschäftigung auf beiden Seiten des Atlantiks. Die Größenordnung hängt von Umfang und Qualität des Abkommens ab – je besser und umfassender das Abkommen, desto größer die positiven Auswirkungen. Nur eine Zahl zur Veranschaulichung: Nicht-tarifäre Handelshemmnisse wie Standards, Normen oder Konformitätsbewertungsverfahren kosten die Wirtschaft derzeit das Äquivalent von 10 bis 20 Prozent des gehandelten Warenwertes. Anders gesagt: Fallen diese Hürden weg, kann ein und dasselbe Produkt mit einem Schlag um bis ein Fünftel günstiger angeboten werden. Falsch ist die Behauptung, dass TTIP nur ein Geschäft für Multis sei. Natürlich profitieren große, international tätige Unternehmen von einem besseren Marktzugang in Drittstaaten. Mehr noch gilt das aber für KMU, da sie sich den administrativen Aufwand, der durch unterschiedliche Regulierungen ohne Handelsabkommen entsteht, häufig nicht leisten können. Was für einen Großbetrieb eine unangenehme, aber überwindbare Hürde sein mag, entpuppt sich für ein KMU oft als Stopptaste im angepeilten Exportgeschäft. 

Mehrfach-Regulierung belastet besonders KMU

Ebenso eine Mär ist, dass Österreichs KMU Exportmuffel seien und TTIP daher gar nicht notwendig. Erstens sind konservativ geschätzt mindestens 150.000 österreichische KMU (etwa die Hälfte aller rot-weiß-roten KMU) schon jetzt im internationalen Handel als Exporteure und/oder Importeure tätig. Viele dieser Firmen dürfen sich daher auch positive Effekte von TTIP erwarten. Zweitens werden auch viele andere, auch kleine, Betriebe profitieren, weil sie als Zulieferer für Exportunternehmen arbeiten. Und last not least ist zu erwarten, dass TTIP auch KMU ins US-Exportgeschäft bringen wird, die dort bisher noch nicht tätig waren.

Schon jetzt sind die USA Österreichs drittwichtigster Handelspartner weltweit, wobei sowohl die Waren- als auch die Dienstleistungsbilanz positiv für Österreich ausfällt. Das zusätzliche Wachstumspotenzial wird von den verschiedensten Branchen als hoch eingeschätzt, besonders etwa in der Maschinen-, Kfz-  oder Lebensmittelindustrie. Der Abbau von teilweise noch immer hohen Zöllen und von unnützer Bürokratie ist hier vor allem Chance, nicht Gefahr.

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