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Sozialpartner-Präsidenten: Chancen und Risiken der Digitalisierung

Bad Ischler Dialog beleuchtet Auswirkungen auf Wirtschaft,
Arbeitswelt, Qualifikation und Standort

Der traditionelle Sozialpartnergipfel widmet sich heuer der Zukunft der Arbeitswelt und startete mit der Pressekonferenz der Präsidenten von Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Landwirtschaftskammer und Gewerkschaftsbund.

AK-Kaske: Menschen nicht mit Sorgen und Ängsten alleine lassen

"Weil der digitale Wandel in unserer Gesellschaft längst Realität ist, wollen und müssen wir uns als Sozialpartner einerseits darüber verständigen, was unsere ganz konkreten Handlungsfelder sein müssen und andererseits, wie die politischen Rahmenbedingungen für die Gesellschaft aussehen sollen. Viele Menschen haben angesichts der tiefgreifenden Veränderungen Sorgen und Ängste. Wir dürfen sie damit nicht alleine lassen, sondern müssen für das nötige Rüstzeug sorgen, damit sie ihre Rechte und Ansprüche durchsetzen können. Dabei geht es um die Stärkung des Daten- und Beschäftigtenschutzes ebenso wie um Bildungsangebote, die vom Kindergarten bis zur Universität grundlegende digitale Kompetenzen vermitteln. Nicht zuletzt bedarf es rechtlicher Rahmenbedingungen für die digitale Arbeitswelt, die weiterhin gute Arbeit und soziale Absicherung garantieren. Und wir brauchen Lösungen für neue Modelle wie etwa Crowdworking-Plattformen, auf denen die Beschäftigten oft sehr willkürlich entlohnt werden. Das ist untragbar, denn das Entgelt darf definitiv nicht Gegenstand eines Glücksspiels sein, aus dem nur einer als Gewinner hervorgeht. Wir brauchen auch hier eine faire Entlohnung!"

WKÖ-Leitl: Bei Digitalisierung geht es nicht um ‚Ob‘, sondern ‚Wie‘

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl betonte: "Die Digitalisierung bietet eine Vielzahl von Chancen - in Form von neuen Produkte, neuen Dienstleistungen und neuen Arbeitsformen -, sie hat aber durchaus auch Risiken. Je früher wir diesen Herausforderungen begegnen, desto besser werden wir die Chancen nützen können." Derzeit zähle Österreich innerhalb der EU nur zu den "Innovations-Followern", und die EU selbst hinke Asien und den USA bei der Digitalisierung hinterher.

"Wenn wir als Europa nicht ins Hintertreffen geraten wollen, wenn wir in Österreich Innovations-Leader sein wollen, müssen wir in den Standort investieren, müssen wir Bildung und Qualifikation stärken, Forschung und Entwicklung forcieren, die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ausbauen und schon jetzt Antworten auf neue Weichenstellungen in der Arbeitswelt finden. Wer, wenn nicht die Sozialpartner sind hier - als Manager des Wandels - gefragt und aufgefordert, zukunftstaugliche Lösungen zu finden", unterstrich Leitl: "Es geht nicht um ‚Digitalisierung Ja oder Nein‘, um das ‚Ob‘, sondern nur mehr um das ‚Wie‘". Eine breit angelegte Strategie, die auch auf den Leistungen einiger österreichischer ‚hidden champions‘ aufbaut, die es in diesem Bereich bereits gibt, sei der Schlüssel dazu, damit die heimischen Unternehmen und ihre Beschäftigten die bestehenden Chancen bestmöglich ausschöpfen und etwaige Schwierigkeiten gut bewältigt werden können, so Leitl abschließend.

LKÖ-Schultes: Zukunft des ländlichen Raums steht und fällt mit Digitalisierung

"Der gesamte ländliche Raum, nicht nur die Land- und Forstwirtschaft, braucht für eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft den raschen Anschluss an die digitale Entwicklung des Landes. Die Digitalisierung ist für die ländlichen Regionen zukunftsprägend, weil sie hochwertige Arbeitsplätze direkt am Land möglich macht, weil sie auch für die vielfältigen Aufgaben der BäuerInnen maßgeschneiderte Lösungen ermöglicht, weil sie Märkte und Erzeuger zusammenbringt und weil sie letztlich mithilft, die Dörfer lebendig zu erhalten. Daher gilt es, die Breitbandmilliarde in enger Zusammenarbeit mit der IT-Branche gezielt einzusetzen, um die flächendeckende Versorgung mit raschem Internetzugang möglich zu machen", verlangte Hermann Schultes, Präsident der LK Österreich. "Es gibt zwar Gegenden, in denen die Landwirtschaft mit Satellitenunterstützung arbeitet, doch das Handy ohne Netz bleibt. So kann weder Landwirtschaft, noch irgendeine andere Branche am Land funktionieren. Darüber hinaus können die jungen Menschen nur dann am Land gehalten werden, wenn sie denselben Zugang zu Informationen haben, wie in den Städten. Der ländliche Raum wird nur dann für die Jugend und für die Wirtschaft attraktiv bleiben, wenn er digital vollwertig mit der Stadt verbunden ist", setzte sich Schultes für einen umfassenden Ausbau der Versorgungsnetze im ländlichen Raum ein.

ÖGB-Foglar: Staatseinnahmen erhalten, auch wenn Arbeitsplätze weniger werden

"Wir befinden uns bereits mitten im größten technologischen Wandel, den es je gab, mit allen seinen Facetten wie Robotik, künstliche Intelligenz, Internet der Dinge, Internet der Dienste, Industrie 4.0, sagte ÖGB-Präsident Erich Foglar, "dieser Wandel ist einschneidender als alle vorherigen Innovationsstufen. Die Roboter der Zukunft werden ganz anders sein als zum Beispiel die gegenwärtig bekannten Schweißroboter usw.. Stattdessen wird es eine völlig neue Art intelligenter Roboter geben." Und diese würden immer mehr Menschen von ihren Arbeitsplätzen verdrängen. "Die Wiener U5 wird ohne FahrerInnen fahren. In Schweden fahren schon Testfahrzeuge, die mit jedem Verkehrssystem kommunizieren können. Zwar werden durch neue Technologien auch neue Arbeitsplätze geschaffen, aber auf Dauer wird es weniger Arbeitsplätze geben, nicht nur in der Transformationsphase, sondern nachhaltig", so Foglar. An der Erwerbsarbeit hängen aber direkt 62 Prozent der gesamten Staatseinnahmen Österreichs (102 von 164 Milliarden Euro!). "Die Sozialpartner müssen sich daher der Frage stellen: "Wie bauen wir unsere Gesellschaft um, so dass wir keinen Rückschritt in die Vergangenheit machen? Wie schaffen wir es, das die gesellschaftspolitische Entwicklung mit der Rasanz der technologischen Entwicklung schritt hält? Wir Sozialpartner müssen dafür ein gemeinsames Verständnis entwickeln, wenn wir wollen, dass der Standort Österreich auch in Zukunft wirtschaftlich leistungsfähig und als Sozial- und Wohlfahrtsstaat erhalten bleibt."

Sozialpartner gegen Fristensetzung durch Bundesregierung

Einig sind sich die Sozialpartner-Präsidenten in ihrer Ablehnung der jüngsten Vorschläge, wonach den Sozialpartnern von der Regierung eine Frist gesetzt werden solle, in der sie sich auf Maßnahmen einigen müssten. Fristen seien ungeeignet, um gute Ergebnisse zu erzielen. Die Sozialpartner erinnerten weiters daran, dass die Politik zum Beispiel noch immer keine Bildungsreform beschlossen hätte - obwohl dafür seit Jahren eine Sozialpartner-Einigung auf dem Tisch liegt.

Die Sozialpartner-Präsidenten Hermann Schultes (LK), Rudolf Kaske (AK), Christoph Leitl (WKÖ) und Erich Foglar (ÖGB) nach der gemeinsamen Pressekonferenz beim Bad Ischler Dialog 2015
Die Sozialpartner-Präsidenten Hermann Schultes (LK), Rudolf Kaske (AK), Christoph Leitl (WKÖ) und Erich Foglar (ÖGB) nach der gemeinsamen Pressekonferenz beim Bad Ischler Dialog 2015

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