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Biomasse:Lösung für Klagenfurt

Richtigstellung der emotionalen Äußerungen des Herrn Heinzel von der Papierindustrie (heutige Presseaussendung der„austropapier“) durch STW-Vorstand Dipl.-Ing. Romed Karré

Bei allem Verständnis für die Vorzüge eines Quasi-Monopols auf das Kärntner Waldhackgut, das die Papierindustrie in den letzten 50 Jahren genossen hat, muss doch auf die bewusste Fehlinformation des Präsidenten der „austropapier“ näher eingegangen werden. Anzumerken ist zusätzlich, dass die „austropapier“ einer der größten Brennstoffversorger von Biomassekraftwerken in Österreich ist.

Die Behauptung:
„Zusätzlich dazu zahlen die Klagenfurter einen höheren Wärmepreis, und auch der Allgemeinheit kommt das Projekt durch den hohen Förderbedarf teuer zu stehen. 6,30 Euro mehr pro MWh müssen die Klagenfurter für die Wärmeversorgung durch das RZ-Heizwerk Ost im Vergleich zur alternativen Wärmeversorgung mit vorhandener, günstiger Abwärme des FunderMax-Werks zahlen“ ist einfach falsch.

Richtig ist, dass die mit massivem externen Druck angebotene „Alternative“ aus FunderMax und Kelag Wärme um 30% teurer angeboten wurde als der Wärmeliefervertrag mit Riegler/Zechmeister, was eine Preisdifferenz von bis zu € 60 Mio. auf 15 Jahre zu Lasten der Klagenfurter Wärmekunden bedeutet hätte. Die vom ehemaligen Kelag-Aufsichtsrat Dr. Unterluggauer im Schreiben (PA „austropapier“) zitierte Studie wurde im Auftrag der Papierindustrie erstellt und ändert leider nichts daran, dass deren Basisannahmen durch FunderMax nicht so angeboten worden sind. 

Die Behauptung:
„Und nach 15 Jahren und mit Ende der üppigen Ökostromförderung von mehr als 165 Mio. Euro ist der Betrieb des Werks nicht sichergestellt. Es ist davon auszugehen, dass das Biomassewerk ohne Anschlussförderung unwirtschaftlich ist und stillgelegt werden muss.“ 

Dazu ist festzustellen, dass diese Ökostromförderung für Biomassekraftwerke ohnehin vergeben wird, eben nur nicht nach Kärnten. Bezahlt wurde die Ökostromförderung bereits durch jeden einzelnen Stromkunden im Voraus. Ob das Biomassewerk in 15 Jahren ohne Anschlussförderung unwirtschaftlich ist, kann erst in 15 Jahren festgestellt werden und der Wärmeliefervertrag wurde genau auf 15 Jahre abgeschlossen. Man wird sehen, wie sich Holzpreis, Gaspreis und Strompreis bis dorthin entwickeln.

Bei einem derart guten Einspeiseort mit so hoher Energienutzung wie Klagenfurt kann aber bereits jetzt von einer der besten Anlagen in Österreich ausgegangen werden. Dies ist anscheinend für Anlagen, die die Papier- und Plattenindustrie selbst als eine der größten Ökostromproduzenten in Österreich betreibt, nicht der Fall, sonst wären keine Überschusskapazitäten vorhanden. Für Klagenfurt wurde jedenfalls fixiert, dass man neben dem hocheffizienten Brennstoff Erdgas durch den Einsatz von Biomasse einen lokal alternativen Brennstoff zur Verfügung hat. Über den vereinbarten Wärmeliefervertrag kann man eine kalkulierbare Preisentwicklung für die Fernwärme für die nächsten 15 Jahre sicherstellen. 

Dass wegen dieser zusätzlichen Holzmenge die Wald-Bauern Millionäre werden und die Papierindustrie an den Bettelstab kommt, ist wohl auch nicht zu erwarten. 

Was die Genehmigung für das Projekt betrifft, sei darauf verwiesen, dass die angepriesenen „Alternativ-Lösungen“ einen deutlich schlechteren Genehmigungsstand aufweisen. Für das Biomassekraftwerk Ost gibt es laut Projektbetreiber keine aufschiebende Bedingung. Mit der Umsetzung wurde in dieser Woche begonnen. 

Der EU-weit ausgeschriebene Wärmeliefervertrag von 2012 wird auf Punkt und Beistrich eingehalten und kann durch die nun vorliegende Finanzierung eines privaten Unternehmers umgesetzt werden. 

Warum all jene, die sich trotz Aufforderung 2012 nicht an der Ausschreibung beteiligt haben, jetzt glauben dieses Kärntner-Projekt madig machen zu müssen und eine € 70 Mio. – Investition in einem Bundesland, das jeden Euro Investition wie einen Bissen Brot braucht, mit allen Mitteln bis hin zu Großdemonstrationen in Klagenfurt anprangern, ist rational nicht erklärbar. Dies vor allem auch deshalb nicht, weil in Österreich nördlich des Alpenhauptkammes laufend Anlagen dieser Art völlig ohne Begleitmusik der „austropapier“ und unter Applaus lokaler Politiker in Betrieb gehen. 

Die Klagenfurter Fernwärmekunden können sich jedenfalls künftig auf einen Biomasseanteil an der Fernwärme von deutlich über 80% freuen. Sie sind damit einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für den Kärntner-Energiemasterplan und Kärnten erfüllt damit sehr rasch die Vorgaben der Klimakonferenz von Paris vom Herbst 2015. Das sollte auch „austropapier“-Chef Alfred Heinzel, gebürtiger Kärntner, freuen. 


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