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Einzelhandel - Lehrlingsausbildung reloaded

Geänderte Kundenwünsche, neue Technologien und neue Anforderungen an Mitarbeiter/-innen: Sozialpartner im Handel entwickeln gemeinsam  Qualitätssicherungsoffensive im Lehrberuf Einzelhandel

Überarbeitung der Berufsbilder im Lehrberuf Einzelhandel

Die Sicherung und der Ausbau der Qualität in der Lehrlingsausbildung im Handel ist den Handels-Sozialpartnern – der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) seit jeher ein besonderes Anliegen.

Beim Lehrberuf Einzelhandel handelt es sich mit derzeit mehr als 15.000 Lehrlingen um den am meisten nachgefragten Lehrberuf Österreichs. Alle Schwerpunkte - vom Bereich allgemeiner Einzelhandel, Feinkost, Lebensmittel, Sportartikel bis hin zu Telekommunikation – wurden grundlegend überarbeitet und auf den nach internationalen Standards modernsten Stand gebracht.

Die gerade im Handel extrem wichtigen und praxisrelevanten persönlichen und sozialen Fähigkeiten finden erstmals Eingang in die Regelungen über die berufliche Ausbildung („Berufsbild“).

„Dass auch diese Gespräche in einer konstruktiven, wertschätzenden Atmosphäre auf Augenhöhe stattgefunden haben, ist ein Zeichen dafür, dass die Sozialpartnerschaft im Handel funktioniert. Hier werden Akzente gesetzt, die für andere Branchen Beispiel gebend sind“, so Manfred Wolf, stv. Leiter des Geschäftsbereiches Interessenvertretung der GPA-djp, und René Tritscher, Geschäftsführer der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), unisono.

„Kommunikation und soziale Kompetenzen sind Schlüsselqualifikationen, die man nicht digitalisieren kann. Wir sind im Sinne der Lehrlinge im Handel sehr froh darüber, dass jetzt eine gute und praxisorientierte Basis für die Vermittlung dieser elementaren Qualifikationen geschaffen wurde. Wir wissen aus unseren jährlichen Lehrlingsumfragen, dass das Führen von Verkaufsgesprächen vielen Lehrlingen wichtig ist, Spaß macht und daher gewünscht wird. 

Wir wollen nach diesem wichtigen Meilenstein zur Qualitätssicherung die gemeinsame Arbeit an der qualitativen Weiterentwicklung der Berufsausbildung im Handel fortsetzen. Das betrifft auch die jetzt von Wien bis Vorarlberg unterschiedliche Berufsschulzeit von 1080 bis 1260 Stunden. Hier möchten wir in weiterführenden Gesprächen einen bundesweit einheitlichen Standard erreichen, der eine zeitgemäße und adäquate Berufsschulausbildung ermöglicht“, ergänzt Barbara Kasper, Bundesjugendsekretärin der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp).

Lehrabschlussprüfung NEU im Einzelhandel

Die Lehrabschlussprüfung NEU wurde praxisnah gestaltet und spiegelt die tägliche Arbeitssituation der Mitarbeiter im Umgang mit Kunden im Einzelhandel wider. 

Der Lehrabschluss NEU gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der praktische Teil besteht neu aus

  • einer Präsentation (persönliche Vorstellung plus Vorstellung von Lehrbetrieb und Lehrausbildung, Warenwirtschaft und Marketing) und
  • dem sogenannten „Fachgespräch“: Dieses Verkaufsgespräch wurde nach dem bewährten Vorbild des nationalen und internationalen Lehrlingswettbewerbes „Junior Sales Champion“ (findet 2016 bereits zum 14. Mal statt) gestaltet.

Die Sozialpartner im Handel haben dazu auch Unterlagen für Lehrlinge (Skriptum „Prüfungsvorbereitung“) und Prüfer („Prüferhandbuch“) völlig neu erarbeitet.  Diese sollen die Lehrlinge bei der Vorbereitung bestmöglich unterstützen und eine fachgerechte und transparente Prüfungsabwicklung sichern.

Ebenfalls NEU: der Ausbildungsleitfaden für den Lehrberuf Einzelhandel

„Erstmals in der Geschichte des österreichischen Handels wurde ein Handbuch aus der Praxis für die Praxis von den Sozialpartnern im Handel gemeinsam entwickelt und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz umgesetzt“, freut sich Jörg Schielin, Leiter des Bildungspolitischen Ausschusses der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Dieser Ausbildungsleitfaden (Auflage: 19.000 Stück) geht an Ausbilderbetriebe im Handel in ganz Österreich sowie an Arbeitnehmervertreter und ist ein unverzichtbarer Praxisratgeber von A-Z für Ausbildner, Lehrlinge und Betriebsräte.

Derzeit wird an weiteren Praxishandbüchern zu den wichtigsten Schwerpunkten im Lehrberuf Einzelhandel wie Lebensmittel, Textil, Einrichtung, Sport, Schuhe, Elektro/Elektronik und Baustoff gearbeitet.

„Lern‘ was G‘scheits“ im Handel

Mit dieser inhaltlichen Ausrichtung und dem neuen Servicepaket – der Grundlage für eine kundenorientierte, zukunftssichere und coole Lehrlingsausbildung im österreichischen Einzelhandel - wird der Lehrberuf Einzelhandel dem Motto „Lern‘ was G‘scheits“ mehr als gerecht. (JR)

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