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Kaske: ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen müssen von der Digitalisierung in Arbeitswelt und Wirtschaft profitieren

"Von der Digitalisierung in Wirtschaft und Arbeitswelt müssen auch die ArbeitnehmerInnen und die KonsumentInnen profitieren und nicht bloß eine kleine Elite." Das sagte AK Präsident Rudi Kaske heute im Rahmen des von den österreichischen Sozialpartnern ausgerichteten "Bad Ischler Dialogs 2015". Kaske, der das Panel 1 - Daten als Rohstoff - leitete, - nannte die AK in diesem Zusammenhang einen "aktiven Gestalter der Zukunft Österreichs" und forderte (analog zu einem Papier des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses) hohe Mindeststandards in den Europäischen Datenschutzvorschriften. Der AK Präsident spricht sich im Zusammenhang mit der Verwendung von Beschäftigtendaten dafür aus, es den Mitgliedssaaten zu erlauben, über die EU-Mindeststandards hinauszugehen.

Weiters sei wichtig zu prüfen, welche Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene sinnvoll sind, um die allumfassende Verfügbarkeit und Erreichbarkeit der Beschäftigten zu begrenzen. "ArbeitnehmerInnen haben auch im digitalen Zeitalter ein Recht auf Privatleben", so Rudi Kaske wörtlich.

Kaske fordert gesetzlichen Sozialversicherungsschutz

Zum Dritten verlangte Präsident Kaske für sämtliche ArbeitnehmerInnen, auch für jene in nicht-standardisierten Beschäftigungsverhältnissen, einen angemessenen gesetzlichen Sozialversicherungsschutz. EU, nationale Regierungen und Sozialpartner sind gefordert, sich angesichts des voranschreitenden digitalen Wandels auf geeignete Maßnahmen zu verständigen. In Sachen "fairer Entlohnung" geht es Kaske um eine Förderung der Tarifverträge, insbesondere in jenen Bereichen, die von der Digitalisierung am stärksten betroffen sind. Um nachhaltige Sozialsysteme und eine Entlastung des Faktors Arbeit sicherzustellen, schlägt der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss vor, einen Teil der "Digitalisierungsdividende" zu verwenden, brachte Kaske auch die künftige Finanzierung des Sozialstaates in die Diskussion ein.

"Die Politik und wir Sozialpartner müssen gemeinsame Lösungen im Bereich Datenschutz, bei der technischen und regulatorischen Infrastruktur und nicht zuletzt in punkto faire Verteilung der auf dem ‚Rohstoff Daten‘ aufbauenden Wertschöpfung finden. Gelingt uns das, dann sind wir auf dem richtigen Weg", so Präsident Kaske abschließend.

Im von Rudi Kaske geleiteten Panel diskutierten Viktor Mayer-Schönberger vom "Oxford Internet Institute", Robert Bodenstein (CMC Infomanagement), Michael Hell (LKÖ) und Tim Schmidt, Gewerkschaftssekretär ver.di sowie früher Betriebsrat bei Amazon.

Würde in der Arbeitswelt wahren und Konsumenten schützen

Wenn Daten der Rohstoff der Zukunft sind, dann müssen wir nicht mehr über das Ob, sondern nur über das Wann und Wie reden, wie die neue Wertschöpfung einen Beitrag zum Budget leisten kann. Das ist nicht Ideologie, sondern Notwendigkeit", meinte Viktor Mayer-Schönberger, für den es in erster Linie um eine optimale Nutzung der Daten und um die Rechte der Betroffenen geht. "Denn", so der Daten-Experte weiter, "wir müssen die menschliche Würde in der Arbeitswelt wahren und die KonsumentInnen schützen."

Für Michael Hell bringt die Digitalisierung große Chancen und viele Herausforderungen, insbesondere für den ländlichen Raum. Zukünftig gehe es darum, nicht nur mit Qualität und Bildung zu punkten, sondern sich durch Digitalisierung Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Wie AK Präsident Kaske sprach auch er sich für eine bessere Grundversorgung und den Breitband-Ausbau aus.

Robert Bodenstein sprach sich für eine Entemotionalisierung der Debatte aus und verlangte einen praktikablen Verbraucherschutz. Europa müsse es außerdem gelingen, seine eigenen Amazonhändler zu schaffen. "Wir müssen aus dem Krisenmodus herausfinden und einen Offensivstart hinlegen", so Bodenstein wörtlich.

Sensibler Umgang mit Daten statt Amazon-Boykott

Bezugnehmend auf Bodenstein sagte Tim Schmidt: "Wenn es um Menschen geht, dann kann ich schlecht von einer Entemotionalisierung sprechen, denn dann werde ich nämlich sehr emotional." Er mache jedenfalls lieber langsam Dinge richtig, als schnell Dinge falsch. Der ehemalige Amazon-Betriebsrat hielt fest, dass "die Datensammlerei" genau dort ihre Grenzen findet, "wo ArbeitnehmerInnen beobachtet und überwacht werden." So zeige insbesondere der Fall Amazon, dass die Krankenstandsraten weit über dem Durchschnitt liegen (20% gegenüber 7%). Schmidt forderte vor diesem Hintergrund einen sehr sensiblen Umgang mit Daten. Die Gewerkschaft tritt daher nicht für einen Boykott von Amazon ein, sondern für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Panel 1 der Arbeiterkammer beim Bad Ischler Dialog
Panel 1 der Arbeiterkammer beim Bad Ischler Dialog

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