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WKÖ-Klacska zum Jahresausklang: Schwung der jüngsten Erfolge mit ins Neue Jahr nehmen

Obmann der Verkehrswirtschaft warnt vor hohen Kosten durch Grenzkontrollen – Quartalsbefragung der Mobilitätswirtschaft zeigt keine Konjunkturbelebung

Ein Jahr mit Höhen und Tiefen war 2015 für die österreichische Verkehrswirtschaft. „Zu den Highlights des Jahres zählt sicher, dass wir eine grundlegende Neugestaltung des Mautsystems ausverhandeln konnten. Das bringt nicht nur Transparenz, sondern erspart den Betrieben allein 2016 rund 65 Millionen Euro“, erläutert Alexander Klacska, Obmann der WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr. 

Auch zum Energieeffizienzgesetz kamen zum Ende des Jahres noch erfreuliche Neuerungen: Die lange erwartete Richtlinienverordnung legt nun fest, welche Maßnahmen als Energiesparmaßnahmen per Gesetz anerkannt bzw angerechnet werden können.  

Energiesparmaßnahmen der Verkehrswirtschaft vom Gesetzgeber anerkannt

Dazu zählen Spritspartrainings (hier wird eine Treibstoffeinsparung von bis zu 10 Prozent angenommen) und die Beifügung von Reinigungs- und Reinhalteadditiven für Dieseltreibstoff (2,6 Prozent Einsparung pro Liter Diesel werden angerechnet). Weitere für die Verkehrsbranche relevante Einsparmaßnahmen sind die Anschaffung eines neuen Pkw oder Kleintransporters (ab 15 Prozent weniger Endenergieverbrauch als das alte Kfz) bzw Fuhrparkmodernisierungen mit alternativen Pkw (entweder mit alternativen Treibstoffen oder Antriebstechnologien).  Klacska: „Unsere Branche lebt Energieeffizienz nicht erst oder wegen des Energieeffizienzgesetzes. Umso erfreulicher ist es daher, wenn bereits Praxiserprobtes  nun auch formal als Energiesparmaßnahmen anerkannt wird“. 

Als aktuell größte Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft sieht der Branchensprecher Terroranschläge  und Flüchtlingsproblematik. „Die Flüchtlingsströme der letzten Monate haben auch in Österreich in mehrfacher Hinsicht zu Ausnahmesituationen geführt. Gerade die Verkehrswirtschaft hat das zu spüren bekommen -  mit Grenzblockaden und –kontrollen, stundenlangen Staus, mühsamen Umwegverkehren und, daraus resultierend, hohen Kosten“.  

Zusatzkosten von 8,5 Mio. Euro täglich

Würde das Schengen-Abkommen längerfristig ausgesetzt, wie es derzeit in der Europäischen Union diskutiert wird, würden die Kosten noch weiter rasant steigen, warnt Klacska: „Wie wir aus den Erfahrungen vor Schengen wissen, würde sich der Transport empfindlich verteuern. Das wäre ein Rückschritt für die Wirtschaft, der am Ende des Tages auch den Konsumenten teuer käme.“  

Wären alle österreichischen Autobahn-Grenzübergänge in beide Richtungen von durchgehenden Kontrollen betroffen, kämen auf die Verkehrswirtschaft Zusatzkosten von bis zu 8,5 Mio. Euro täglich zu. Das schätzt die Bundessparte auf Basis der Annahme von durchschnittlich drei Stunden Wartezeit an den Grenzen durch die Kontrollen.  

Konjunkturbefragung: Stimmung bleibt pessimistisch

Klacska fordert daher von der Politik einen verstärkten Fokus auf Fairness und Ausgleich für die Verkehrswirtschaft, „damit nicht eine Branche überproportional belastet wird, die ohnehin schon oft genug an ihre Kostengrenzen stößt und dringend Entlastungen braucht“. Dass die konjunkturelle Situation der Verkehrswirtschaft immer noch schwächelt, zeigt die Unternehmerbefragung der Bundesparte für das vierte Quartal 2015: Die Entwicklung der Nachfrage schätzen die Betriebe mehrheitlich negativ ein, auch die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung der zukünftigen Monate sind negativ und sogar pessimistischer als im Vorquartal. 

Mit Sorge sieht Klacska auch die Beschäftigungsentwicklung: Die befragten Unternehmen in der Mobilitätswirtschaft haben im Rückblick auf die letzten 3 Monate ihre Mitarbeiterzahl geringfügig gesenkt. Für die kommenden Monate erwartet die Branche eine weitere Senkung des Mitarbeiterstandes. 

Klacska: „Wie die Erhebung zeigt, braucht die Verkehrswirtschaft dringend positive Impulse. In den letzten Monaten ist uns einiges für unsere Betriebe gelungen, doch es ist noch viel zu tun: Wir stellen uns klar gegen standort- und wettbewerbsschädliche Maßnahmen, sei es eine flächendeckende Maut, eine Kabotage-Liberalisierung oder die Flugabgabe.  Nehmen wir also den Schwung der jüngsten Erfolge mit ins Neue Jahr, damit die Verkehrswirtschaft wieder an Fahrt gewinnen kann.“   (PWK981/PM)

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