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Öffnung der Busspuren für E-Autos wäre nachteilig für öffentlichen Nahverkehr

Berufsgruppe Nahverkehr des FV Schienenbahnen: Zusätzliche Verkehre auf Busspuren verursachen Verzögerungen und Sicherheitsrisiken

72 Millionen Euro will die Regierung in Absatz und Verbreitung von E-Autos investieren. Neben Förderungen bei der Anschaffung von Elektroautos können Fahrerinnen und Fahrer darauf hoffen, ab April 2017 die Busspur benutzen zu können. Dies muss jedoch auf kommunaler Ebene geklärt werden. Die Berufsgruppe Nahverkehr des Fachverbands Schienenbahnen der WKO ist geschlossen dagegen und sieht die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs stark gefährdet.

Aktuelle Prognosen zeigen, dass der Anteil der E-Fahrzeuge in den nächsten Jahren stark ansteigen wird. Diesen Trend will die österreichische Regierung noch stärken und im Zuge dessen als zusätzlichen Anreiz auch die Busspuren für E-Autos öffnen. Was auf den ersten Blick gut für die Umwelt scheint, stellt den öffentlichen Verkehr vor große Herausforderungen, wie die Mitglieder der Berufsgruppe Nahverkehr aufzeigen.

Gefährdung der Attraktivität des öffentlichen Verkehrs

Im Sinne einer nachhaltigen Mobilität und des Klimaschutzes - so sind sich die Vertreter aus Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz und Klagenfurt einig - muss das übergeordnete Ziel die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs sein. Jeder zusätzliche Verkehr, egal ob durch klassisch oder elektrisch angetriebene Fahrzeuge verursacht, stellt auf der Busspur eine Einschränkung dar – und senkt durch zeitliche Verzögerungen und Sicherheitsdefizite im Ampel- und Haltestellenbereich die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs. 

„Die Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs muss Priorität haben. Busspuren sind dafür eine wichtige Maßnahme. Oberstes Ziel muss sein, Menschen vom Umstieg auf den öffentlichen Verkehr zu überzeugen. Wer öffentlich fährt, sorgt für weniger Autos auf den Straßen und damit für weniger Stau und Umweltbelastung“, so Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien. 

In Linz, wo bereits vor einigen Jahren die Busspuren für Radfahrer geöffnet werden mussten, hat man bereits einige Erfahrungen gesammelt und stellt fest, dass es immer wieder zu einer Behinderung der Busse des öffentlichen Verkehrs kommt. 

Trittbrettfahrer und Überwachungsdefizit

Es sei, so DI Martin Baltes, Geschäftsführer der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, zu erwarten, dass sich auch PKWs mit Verbrennungsmotoren des Vorteils der E-Autos bedienen und als Trittbrettfahrer die Busspur nutzen würden. Derzeit fehlt noch jegliche Möglichkeit, zu erkennen oder gar aktiv durch die Exekutive zu steuern, welches Fahrzeug auf der Busspur fahren darf. Für eine derartige Überwachung wären enorme Ressourcen erforderlich, die – so die einstimmige Meinung – in keinem Verhältnis zum Nutzen der Busspuren-Öffnung stehe.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz nicht gewährleistet 

Linienbusse, vor allem Gelenksbusse, sind mit bis zu 143 Fahrgästen die effizientesten Verkehrsmittel und nutzen auch die vorhandene Verkehrsfläche viel effizienter als jeder PKW – egal, mit welchem Antrieb.

Auch das Erreichen der Klimaschutzziele des Pariser Vertrags, erklärt der Direktor der LINZ LINIEN GmbH, Ing. Mag. Albert Waldhör, sei mit einer solchen Initiative nicht zu erfüllen. „Dies ist nur mit einer Verlagerung vom Individualverkehr auf den öffentlichen Verkehr realisierbar, da jede vermiedene Fahrt mit dem PKW die Umwelt im Verhältnis 1:6 entlastet. Für die Erreichung der Klimaschutzziele ist die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs entscheidend. Eine solche kann aber nur durch dessen Beschleunigung und nicht mit einer Blockade durch andere Verkehrsteilnehmer gewährleistet werden“, so Waldhör.

„Sinkende Pünktlichkeit, schlechtere Qualität und verminderte Verkehrssicherheit führen die langjährigen und hohen Investitionen in den öffentlichen Verkehr zur Attraktivierung und Effizienzsteigerung ad absurdum“, zeigt sich auch Peter Brandl, Bereichsleiter der Salzburg AG, überzeugt. (PWK937/PM)

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