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Ungarn: Senkung der Körperschaftssteuer und der Lohnabgaben

Wirtschaftsdelegierter Schreder: Maßnahmenpaket, um Neuansiedlung von Betrieben zu fördern und Abwanderung von qualifiziertem Fachpersonal einzudämmen.

Die ungarische Regierung hat eine massive Körperschaftssteuersenkung beschlossen. Ab 1. Jänner 2017 wird die Körperschaftssteuer (KÖSt.) einheitlich 9% betragen. Derzeit ist die Besteuerung progressiv: Nach Umsatz bis 500 Millionen Forint beträgt die Steuer 10%, darüber hinaus 19%. „Die Maßnahme der Regierung zielt somit auf Großunternehmen ab, die anteilsmäßig am stärksten profitieren. KMU werden damit getröstet, dass ihnen weiterhin attraktive EU-Fördergelder zufließen werden“, sagt Jürgen Schreder, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Budapest. Wirtschaftsminister Mihály Varga bezifferte das Sparpotential für Betriebe mit bis zu 145 Mrd. Forint (etwa 470 Mio. Euro) für 2017. Mit der Umsetzung dieses Schrittes böte Ungarn die besten steuerlichen Konditionen für Unternehmer in der Europäischen Union an. Aktuell locken derzeit Irland (mit 12,5 % bzw. 25 %), Bulgarien (5% bzw. 10%) und Zypern (12,5%) mit attraktiven Sätzen. Neben der KÖSt-Senkung wird der gesetzliche Mindestlohn ab 1. Jänner 2017 um 15% (auf 127.650 Forint) und  der garantierte Facharbeiter-Mindestlohn um 25% (auf  161.250 Forint) erhöht. Zusätzlich hat sich die Regierung verpflichtet, die Lohnnebenabgaben der Arbeitgeber ab 1. Jänner 2017 um 5% herabzusetzen.

Fachkräftemangel ist ein Problem

Wirtschaftsdelegierter Schreder: „Regierungsseitig wurde ein Maßnahmenpaket geschnürt, das sowohl die Neuansiedlungen von Betrieben und somit die Schaffung von Arbeitsplätzen fördert als auch den Abfluss von qualifiziertem Fachpersonal eindämmen soll. Österreichische Unternehmen in Ungarn sind gute Arbeitgeber und bezahlen über den Mindestlöhnen, teilweise sogar weit darüber. Die gesetzliche Anpassung der Mindestlöhne, speziell bei den Facharbeitern, ist aber grundsätzlich eine wichtige Maßnahme, die den Brain-Drain und den Know-how-Verlust gen Ausland verhindern soll.“ Dennoch gelte es realistisch zu bleiben: Der Fachkräftemangel sei in Ungarn ein großes Problem, denn es gibt nicht ausreichend ausgebildete Arbeitskräfte und die Sozialabgaben sind weiterhin hoch. 2017 werde es durch die jetzigen Maßnahmen zu einem großen Staatseinnahmenausfall von umgerechnet knapp 470 Mio. Euro kommen. Schreder: „Dieser Ausfall müsste kompensiert werden. Die Frage nach dem ‚Wie?‘ bzw. ‚Durch wen?‘ bleibt bislang offen. Ich hoffe, dass hier keine Maßnahmen oder Sonderregelungen wieder zulasten der ausländischen und dabei auch österreichischen Betrieben getroffen werden.“

Senkung der Körperschaftssteuer fördert Investitionen

Klaus Einfalt, CEO des österreichischen Betriebes SW-Umwelttechnik, sieht die Senkung der Körperschaftssteuer ebenfalls positiv: „Diese Senkung fördert Investitionen, was sich auch positiv auf die Schaffung von Arbeitsplätzen auswirken kann. 9% sind ein klares Signal an Unternehmer und eine ordentliche Erleichterung, die sich bei der Standortüberlegung ausländischer Firmen positiv auswirken kann. Die Mindestlohnerhöhung hat für uns keine Auswirkung, weil wir unsere Mitarbeiter weit über dem Mindestlohn bezahlen.“ Michael Leier, Geschäftsführer Leier Holding GmbH und einer der Pioniere am ungarischen Markt, sieht die Mindestlohnerhöhung auch als einen „wichtigen Beitrag für den Verbleib der Arbeitskräfte im Land und Maßnahmen, wie die Senkung der KÖSt, sind für die Unternehmen gut, da mehr Geld im Betrieb bleibt. Ich denke, dass wir den richtigen Weg gehen, wenn wir Anfang kommenden Jahres zusätzliche Investitionen in Ungarn tätigen werden.“

Für György Iván, Geschäftsführer Hödlmayr Hungária, ist „die KÖSt-Senkung eine Überraschung, aber für die Hödlmayr-Gruppe in Ungarn sehr vorteilhaft. Ich sehe durch den potentiellen Zuzug von ausländischen Firmen auch neue Geschäftschancen. Unsere langfristigen, strategischen Investitionsprojekte werden durch solche Maßnahmen schneller Richtung Gegenwart rücken.“ Die Einnahmenverluste könne Ungarn mit Mehreinnahmen aus Unternehmenszuzug kompensieren. „Die Lohnerhöhungen bei den Mindestlöhnen betreffen uns nicht, da wir weit über dem Minimum auszahlen. Wir nehmen uns diese Erhöhung jedoch zum Anlass, um ebenfalls 5%-ige Steigerungen bei den Löhnen durchzuführen“, so Iván abschließend. (PWK916/BS)

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