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Aluminium: Recyclierbarer Rohstoff mit großem Wachstumspotential setzt Maßstäbe bei Produktinnovationen

Bilanz des European Aluminium Congress betont Schlüsselfaktoren für den  Produktionsstandort Europa

„Der Wirtschaftsstandort Europa ist nachhaltig abhängig von der Innovationskraft der hier produzierten Produkte. Der Werkstoff Aluminium  hat daran einen wesentlichen Anteil, denn aufgrund der Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten hat er großes Zukunftspotential. Fakt ist aber auch, dass Reformbedarf besteht, was die Förderung der Recyclierbarkeit des Rohstoffes Aluminium betrifft“, betonte der stellvertretende Obmann des Fachverbandes Nichteisen-Metallindustrie (NE-Metall) in der WKÖ, Gerold Trommelschläger, im  Rahmen des zweitägigen European Aluminium Congress 2015 (EAC), der gestern und heute, Dienstag, in Düsseldorf stattfindet. Organisiert wurde der EAC 2015 innerhalb der „D-A-CH Allianz für Aluminium“ vom Fachverband NE-Metall in der WKÖ sowie dem Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V., Düsseldorf, in Kooperation mit dem Schweizer Aluminiumverband „alu.ch“. Die drei Länder vertreten den mit Abstand größten europäischen Wirtschaftsraum mit gemeinsamer Sprache.

Trommelschläger betonte insbesondere die Notwendigkeit von Reformen auch am Standort Österreich: „Insbesondere der Abbau von Bürokratie und die Senkung der Lohnnebenkosten würde der bestehenden Zurückhaltung bei Investitionen am Wirtschaftsstandort Österreich entgegenwirken.“ Denn die hochinnovative Aluminiumindustrie weise nach wie vor gute Wachstumsraten aus und verfüge über ein hohes Zukunftspotential. 

Im Rahmen des Kongresses „Aluminium – Building the Future“ wurden vor diesem Hintergrund die Schlüsselfaktoren für den zukünftigen Erfolg der gesamten Aluminium-Wertschöpfungskette erörtert und gezeigt, welche Zukunftspotenziale der Werkstoff Aluminium in den unterschiedlichsten Anwendungsmärkten besitzt. Über 200 Experten aus der Branche, den Kundenindustrien sowie Wissenschaftler und Politiker diskutierten die Chancen und Herausforderungen der Megatrends Mobilität, Ressourcenschonung und Industrie 4.0 für den Werkstoff Aluminium.

Aluminium-Schrotte müssen in Europa gehalten werden

In seiner Keynote zum EAC 2015 betonte Gwenole Cozigou, Direktor der Generaldirektion Industrie der EU-Kommission, die künftigen Anforderungen an Branche und Werkstoff.  „In Zeiten sich verknappender Rohstoffreserven und vor allem teurer Energie, nimmt die Bedeutung des Recyclings von Wert- und Werkstoffen immer mehr zu“, so Gwenole Cozigou. Besonders wies er auf die Europäische Innovations-Partnerschaft bei Rohstoffen hin, die ein wesentlicher Standortfaktor für Europa sei. 

In dieselbe Kerbe schlug auch Helmut Rechberger, Experte der Technischen Universität Wien. Aluminium werde in Österreich ausschließlich auf Recyclingbasis hergestellt, Primäraluminium  hierzulande aufgrund der hohen Energiekosten nicht mehr erzeugt. Daher habe Aluminiumrecycling in Österreich einen bedeutenden Stellenwert. Aufgrund hoher Recyclingkompetenz und laufender Investitionen in Technologie und Ausbildung spiele Österreich eine führende Rolle am europäischen Markt. Um europaweit die ambitionierten Recyclingziele erreichen zu können, seien verbesserte Sammel- und Sortierabläufe notwendig. Darüber hinaus müsse sichergestellt werden, dass der energetisch so wertvolle Rohstoff Aluminiumschrott nicht durch Grauexporte der europäischen Recyclingindustrie verloren gehe, so Rechberger. 

Hubertus Lohner von Airbus Operations betonte die ausgezeichneten Wachstumspotentiale des Werkstoffs Aluminium beim Megatrend Leichtbau und in den unterschiedlichsten Mobilitätsanwendungen hin. Die Strategie der Hersteller aus der Luftfahrt- und Automobilindustrie sei, „das richtige Material an der richtigen Stelle“ zu haben. Deshalb forciere man den intelligenten, flexiblen Umgang mit den verschiedensten Materialien mit dem Ziel, für jeden Zweck den optimal geeigneten Werkstoff einzusetzen.

Hohe Wachstumsraten von Aluminium in der Automobilindustrie zu erwarten

„Aluminium hat auch in Zukunft hervorragende Wachstumschancen in den unterschiedlichsten Einsatzbereichen und Branchen“, umriss Roman Stiftner, Geschäftsführer des Fachverbandes Nichteisen-Metallindustrie die Ergebnisse des EAC 2015. In den vier Sessions des Kongresses informierten Experten aus Industrie und Forschung über Legierungsentwicklungen, Recycling und Ressourceneffizienz, Zukunftsmärkte und Prozesstechnologien. So sei ein Anstieg des Einsatzes von Aluminium im Karosseriebau der Automobilindustrie von etwa 25 Prozent pro Jahr bis zum Ende des Jahrzehnts zu erwarten. „Darüber hinaus stellt Aluminium auch in weiteren wichtigen Anwendungsmärkten wie Bau, Maschinenbau oder Schienenfahrzeugbau sein Wachstumspotenzial kontinuierlich unter Beweis“, so Stiftner. 

„Innovationen sind entscheidende Schlüsselfaktoren für den zukünftigen Erfolg und garantieren die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Aluminiumindustrie. Klarerweise gilt es wichtige Eckpunkte genau im Auge zu behalten. Zum einen ist dies die Entwicklung am chinesischen Markt, dessen Überproduktion zu einer Flutung des europäischen Marktes führen könnte. Und zum anderen die weitere Entwicklung in Sachen Umweltmanagement, Stichwort CO2 Emissionen sowie die weitere Entwicklung der Energiepreise“, so Trommelschläger abschließend. (PWK914/us)

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