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Ladungssicherung in Europa braucht Einheitlichkeit

Normungsgremium EUMOS versammelt Experten aus 20 Ländern in der WKÖ

„Wissen bringt Sicherheit. Die richtige Ladungssicherung ist eine wichtige Maßnahme der Unfallprävention im Verkehr“, betonte Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich, beim Sachverständigen-Normungsgremium EUMOS diese Woche im Haus der Wirtschaft in Wien, zu dem Experten aus 20 Ländern gekommen sind. 

Im Rahmen dieser Fachveranstaltung drehte sich alles um Standards zur Stabilität und Festigkeit von Transportverpackungen, Folien und Fahrzeugbegrenzungen.

EUMOS wurde vergangenes Jahr im Wege der EU-Richtlinie über die Technische Unterwegskontrolle von Nutzfahrzeugen im Straßenverkehr europarechtlich eingerichtet. 

Europaweit unterschiedliche Anforderungen bei der Ladungssicherung 

EUMOS ist ergänzend zur etablierten europäischen CEN und internationalen ISO Normung tätig, wie Wolfgang Neumann, Präsident von EUMOS, erklärte. Bei der Ladungssicherung ist das Zusammenwirken von Fahrzeugaufbau, Zurrmittel, Reibung und Gewicht der Ladung ausschlaggebend. Verlader, Transporteure und Lenker sollen bei allen europäischen und internationalen Beförderungen die gleichen Anforderungen für eine ordnungsgemäße Ladungssicherung erwarten können. Polizeiliche Kontrollorgane sollten daher gleichmäßig vorgehen und geschult sein, forderte Bundesspartenobmann Klacska mit Verweis auf Länderunterschiede bei der Anwendung.

Die kontrovers betrachtete Europäische Sicherungskräfte Norm 12195-1 gilt in 33 CEN-Staaten (zB EU-28, Türkei, Ausnahme ist Deutschland), jedoch bei Gefahrguttransporten einheitlich in etwa 50 ADR-Staaten (mit einigen Zusatzauflagen aufgrund der höheren Gefährdungslage). Beim für intermodale Sendungen relevanten CTU Code (Cargo Transport Unit) im Landverkehr und auf See kommen davon abweichende Technikvorgaben in mehr als 150 Ländern verpflichtend oder als Empfehlung zur Anwendung. Eine ähnlich globale Wirkung kommt ISO Normen zu. „Die Expertenplattform EUMOS kann hier flexibel Unterstützung bieten und praxisnahe Vorgehensweisen aufzeigen“, so Klacska. 

Vor allem der Verlader, der am besten über seine Ware Bescheid weiß und die Logistik ab Rampe konzipiert und beauftragt, trägt hohe Verantwortung für reibungslose und unfallfreie Transportabwicklungen. Ein hohes Sicherheitsbewusstsein am Ausgangspunkt der Transportkette verringert die Gefahr von Unannehmlichkeiten aufgrund verwaltungsstrafrechtlicher, strafgerichtlicher oder zivilrechtlicher Inanspruchnahmen.

Fahrschulen: Laufende Lenker-Weiterbildung als Sicherheitsfaktor

Neben Verkehrsrechtsgesetzen müssen etwa 10 Normen und 20 Richtlinien technische Standards von den Unternehmen befolgt werden. Der Anordnungsbefugte (Verlader), der Zulassungsbesitzer (Transporteur) und der Lenker sind nebeneinander für eine ordnungsgemäße Ladungssicherung verantwortlich. Sie müssen ausreichend über die rechtlichen und physikalischen Grundlagen Bescheid wissen sowie richtige Vorgehensweise kennen, so Herbert Wiedermann, Obmann des WKÖ-Fachverbandes der Fahrschulen und des Allgemeinen Verkehrs. Die regelmäßige C95-Berufskraftfahrer-Weiterbildung (mit mindestens fünf Unterrichtseinheiten) leistet einen wichtigen Beitrag, das Wissen bei den Lenkern laufend aufzufrischen. Für angehende C-Lenker fordert Wiedermann die Möglichkeit, dass diese ihre schriftliche Prüfung samt Prüfungsfragen zur Ladungssicherung im Rahmen ihrer Grundqualifikationsprüfung gleich anschließend an die Lkw-Führerscheinprüfung als Multiple-Choice-Test absolvieren können. Bis dato erfolgt das sechs Wochen später mittels Papierfragebogen bei den Landesregierungen.

„Optimierte Vorgehensweisen helfen, Zeit und Geld zu sparen. Zugleich erhöht eine ordnungsgemäße Ladungssicherung die Verkehrssicherheit. Vorbildliche Unternehmen ersparen sich künftig Polizeikontrollen“, so Wiedermann mit dem Verweis, dass sich ein beachtlicher Teil der Fahrschulen neben der Führerscheinausbildung auch mit Fragen der Lenker-Weiterbildung und damit der Ladungssicherung beschäftigt.

Neu ist, dass sich Fahrlehrer im Rahmen einer neuen EUMOS-Norm als personenzertifizierter Trainer & Berater gemäß DIN EN ISO/IEC 17024 ausbilden lassen können. Für Mitglieder des Fachverbandes der Fahrschulen Österreich wird ein Preisnachlass für die Ausbildung von 10 Prozent gewährt (Anmeldung bis 28. Februar 2016). Die Personenzertifizierung erfolgt durch das anerkannte und akkreditierte Zertifizierungsunternehmen SVG-Office GmbH (www.svg-nrw.de). Die Ausbildung in deutscher Sprache wird durch die EUROSAFE GmbH (www.euro-safe.eu) über 5 Tage durchgeführt. (PWK897/PM)

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