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Biobasierte Industrie ermöglicht Einblicke in Materialien der Zukunft

Vorhandene Ressourcen bestmöglich einsetzen

Ein Elektroauto mit Kunststoffteilen aus Tomatenschalen fährt mit Reifen aus Löwenzahn. Was wie Zukunftsmusik klingt, ist dank modernster, chemischer Verfahren heute schon möglich. Einblicke in die neuesten Entwicklungen der Biobasierten Industrie bietet die heutige Veranstaltung „Stakeholderdialog Biobased Industry“, zu der der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs sowie das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie einluden.

Autoreifen aus Kautschuk, Textilfasern oder Papier aus Holz – all das sind Produkte aus Biomasse, die bereits seit langer Zeit im industriellen Maßstab gefertigt werden. Der neue Trend der Biobasierten Industrie hat aber ein anderes Ziel: weg vom Erdöl als Rohstoff. Damit schont die Biobasierte Industrie einerseits fossile Ressourcen, andererseits reduziert sie Umweltbelastungen und erhöht die regionale Wertschöpfung.

Wie weitreichend alternative Ressourcen bereits einsetzbar sind, zeigt das Beispiel des Autos der Zukunft: Schaumstoffe für Sitze könnten aus Soja gemacht werden, Autoteppiche aus Verbundwerkstoffen auf Kokosnussbasis, die Fasern der Tomatenhaut dienen als Grundsubstanz eines biobasierten Kunststoffs für das Innenleben des Wagens. Und zu guter Letzt sind die Reifen noch aus Löwenzahnkautschuk. Produktentwicklungen aus Biomasse sind kaum Grenzen gesetzt.

Kaskadische Nutzung erzielt höchste Wertschöpfung

„Die stoffliche Nutzung von Biomasse darf nicht als Konkurrent zur energetischen Nutzung gesehen werden“, erklärt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs und Mitveranstalter der Stakeholderdialogs Biobased Industry. „Wenn ich zum Beispiel Textilfasern aus Holz herstelle, macht es durchaus Sinn, wenn ich die Stoffreste, die bei der Produktion von Kleidung anfallen, nochmals für die Fasergewinnung verwende. Sind die Produkte irgendwann nicht mehr recycelbar, so kann man sie zur Energiegewinnung nutzen.“ Auf diese Art und Weise können vorhandene Ressourcen bestmöglich eingesetzt werden.

Digitalisierung als Chance für die Biobased Industry

Die Chancen, die Digitalisierung als zentraler Produktivitätshebel in der biobasierten Prozessindustrie in sich birgt, skizzierte Christoph Herwig vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Prozessanalyse der Technischen Universität Wien in seiner Keynote. „Die Generierung und Bereitstellung von Wissen ermöglicht eine effiziente Nutzung der neuen Möglichkeiten der Digitalisierung. Dies führt zu neuen Geschäftsfeldern in der intelligenten Herstellung von Bioprodukten entlang der Wertschöpfungskette und des Lebenszyklusses.“

Gesetze müssen langfristige Planungen ermöglichen

Was die Wettbewerbsfähigkeit biobasierter Produkte angeht, steht die Biobasierte Industrie - abgesehen von den bereits technologisch etablierten - erst am Beginn der Entwicklung. „Hier gibt es freilich für die Politik eine Reihe von Ansatzpunkten für entsprechende Maßnahmen“, so Hofinger. „In der öffentlichen Beschaffung lassen sich durchaus Anreize setzen, um biobasierten Produkten Markteintritt zu ermöglichen.“ Weiters ist es für die Industrie von essentieller Bedeutung, dass politische Entscheidungen langfristig halten, damit bereits getätigte Investitionen gesichert sind.

Fachverband der Chemischen Industrie (FCIO)

Der Fachverband der Chemischen Industrie (FCIO) vertritt die Interessen von etwa 300 Mitgliedsunternehmen. Die chemische Industrie ist die zweitgrößte Industriebranche in Österreich. Mit etwa 44.000 Beschäftigten erwirtschaftet sie einen Produktionswert von fast 15 Milliarden Euro. Sie ist international ausgerichtet und exportiert mehr als zwei Drittel ihrer Erzeugnisse. Zuletzt lagen die Ausgaben für F&E bei 747 Millionen Euro. (PWK891/us)

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