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WKÖ-Bodenstein bei der heutigen parlamentarischen Enquete: „Digitalisierung findet statt – mit oder ohne uns“

Österreich braucht allerdings dringend Gestaltungsmaßnahmen, sonst droht Absturz des Wirtschaftsstandortes

„Die Digitalisierung durchdringt alle Lebensbereiche, im Besonderen aber die Wirtschaftsstrukturen. Die digitale Disruption verändert die Produktions- und Arbeitsprozesse, treibt die Innovation im Dienstleistungssektor und wird komplett neue Geschäftsfelder und Märkte erschließen“, skizziert Robert Bodenstein, Obmann der Bundessparte Information und Consulting in der Wirtschaftskammer Österreich, bei der heutigen Bundesrats-Enquete „Digitaler Wandel und Politik“ die Herausforderungen der digitalen Revolution. 

„Wir brauchen dringend einen großen Wurf, sonst laufen wir Gefahr, in den Schlüsseltechnologien den Anschluss an die digitale Wirtschaft zu verlieren“, fordert Bundesspartenobmann Bodenstein von den politischen Verantwortungsträgern endlich konkrete Umsetzungsmaßnahmen, wobei er vor allem drei Handlungsfelder anspricht, um den Wirtschaftsstandort Österreich im internationalen Wettbewerb zukunftsfit zu machen. 

  • Breitbandinfrastruktur und IT-Sicherheit:
    Seit Jahren wird über die Notwendigkeit einer Modernisierung der Breitbandinfrastruktur diskutiert, jetzt sind endlich die ersten EUR 300 Mio. freigegeben worden – aber das dauert alles zu lange, weil Österreich im Angebot für schnellen Internetzugang ständig an Boden verliert. Österreich braucht aber dringend ein überall verfügbares Hochleistungs-Breitbandnetz als unverzichtbares Herzstück eines digitalen Wirtschaftskreislaufes.

  • Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen:
    Die digitale Offensive ist voll in Gang, deswegen müssen die Rahmenbedingungen von Verbraucherschutz bis zum Arbeitsrecht den neuen Herausforderungen angepasst werden. „Die Digitalisierung macht vor allem neue Arbeitsformen notwendig, wir dürfen nicht mehr in bisherigen Denkmustern wie Werkvertrag oder Dienstvertrag verharren“, so Bodenstein und fordert ein Recht auf Selbständigkeit, um endlich Rechtsklarheit in der Frage der Abgrenzung Selbständiger gegenüber unselbständiger Erwerbstätigkeit zu schaffen. 

  • Technologiewissen als zentrales Bildungsziel:
    Das größte Wachstumspotential wird dem Internet der Dinge und Big Data voraus gesagt. In der aktuellen Bildungsreform müssen jedenfalls neue Schwerpunkte in der schulischen Ausbildung gesetzt werden, um genügend Fachkräfte für die Wissensgesellschaft in den digitalen Wachstumsbranchen heranzubilden. Die Digitalisierung fordert stärker denn je zuvor lebenslanges Lernen. Eine intensive Auseinandersetzung mit digitaler Informationstechnologie wird ein wesentlicher Faktor für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Menschen am Arbeitsmarkt und für den Wirtschaftsstandort sein.  

„Als Wirtschaftsvertreter begrüße ich die Initiative des Bundesrates zur Erstellung eines Grünbuches zum Digitalen Wandel und hoffe sehr, dass dieser Initiative sehr rasch konkrete Gestaltungsmaßnahmen folgen“, so Bodenstein abschließend. (PWK889/JR)

Robert Bodenstein bei der Bundesrats-Enquete „Digitaler Wandel und Politik
Robert Bodenstein bei der Bundesrats-Enquete „Digitaler Wandel und Politik" (Foto: Parlamentsdirektion / Bildagentur Zolles KG / Mike Ranz)

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