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FCIO-Culik: Chemische Industrie setzt auf biobasierte Produktion der Zukunft

Kernpunkte sind die Verfügbarkeit und Nutzung von Biomasse im Produktionsprozess – Klare Rahmenbedingungen für Forschung und Produktrealisierung nötig

„Wir versuchen neue Wege einzuschlagen, wenn es darum geht, Antworten auf die Herausforderung der Zukunft finden. Unter dem Dach von Chemie 4.0 sind die sogenannte Biobased Industry oder Green Chemistry zukunftsweisende Ansätze, um aus einer Idee im Labor eine Innovation im industriellen Fertigungsprozess zu machen“, betonte heute, Montag, der Obmann des Fachverbandes der Chemischen Industrie (FCIO), Hubert Culik im Rahmen des Stakeholderdialogs gemeinsam mit dem BMVIT. Die Chemische Industrie verstehe sich als wesentlicher Teil, wenn es darum gehe, Strategien und Konzepte für die Produktion mit nachwachsenden Rohstoffen zu finden. Darum forsche man intensiv nach völlig neuartigen Verfahren und Materialien, die den Kunden maßgeschneiderte Produkte und Lösungen bieten.  

Freilich werfe die Entwicklung einer Biobased Industry Fragen auf. „Eine davon ist jene, ob es für die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten und die damit verknüpften politischen Ziele überhaupt genug Biomasse gibt. Studien sagen aus, dass die Verfügbarkeit von Biomasse einen Flaschenhals darstellt“, so Culik. Als Beispiele nannte der FCIO-Obmann etwa Branchen wie Chemiefaserhersteller, Kautschukverarbeiter oder Betriebe der pharmazeutischen Industrie, die aus Stärke und proteinhaltigen landwirtschaftlichen Produkten Wirkstoffe fermentieren, sowie die Hersteller von Zitronensäure, deren Produkt als Zusatzstoff und als Entkalker im Lebensmittelbereich zum Einsatz kommt. Auch in Kernbereichen der chemischen Industrie wie der Lackindustrie, spielt der Einsatz von biobasierten Verfahren wieder eine große Rolle. Insgesamt stammen aus dem Bereich der Green Chemistry bereits jetzt etwa 20 Prozent des gesamten Produktionswertes der chemischen Industrie.  

Doppel-Nutzen der Biomasse sehen 

Klar sei aber auch, so Culik, dass die Diskussion rund um die Rohstoffkonkurrenz - Brennstoff versus Rohstoff – Lösungen zugeführt werden müsse: „Das Argument, dass industrielle Nachfrage nach biogenen Rohstoffen auf der Angebotsseite stabile Verhältnisse schafft, die in Krisenzeiten der Lebensmittelversorgung durch flexible Quotenregelungen Stabilität verleihen würden, ist ein Aspekt, den die Industrie einbringen möchte. In der Nutzung von Biomasse - also zuerst als Rohstoff und danach als Brennstoff -  liegt aus unserer Sicht ein weiterer Lösungsansatz“, betont der Chemie-Obmann, der vor diesem Hintergrund auch Carbon Capture und Re-use als reelle Möglichkeit in der Verfügbarkeit von Biomasse ansprach.  

Klare Normen und Gesetze notwendig

In Hinblick auf die Machbarkeit und Umsetzbarkeit einer biobasierten Industrie wies Culik insbesondere darauf hin, dass die Branche klare Regelungen von Seiten der Politik benötige: „Um für den Konsumenten ein klares Bild und damit eine klare Wahlmöglichkeit zu schaffen, braucht es klare Normen und Gesetze. Politische Entscheidungen sollten langfristig halten, um Investitionen zu sichern. Die Berg- und Talfahrt bei den Beimischungsregelungen für die biobasierten Kraftstoffe sind ein Beispiel für die nachteilige Verquickung aus zu hohen Zielen und dem daraus folgenden Mangel an Planungssicherheit.“ 

„Eine intensive Auseinandersetzung der Industrie mit diesem Zukunftszweig bedeutet für die Unternehmen einen echten Wettbewerbsvorsprung. Klar ist aber auch, dass wir hier erst am technologischen Beginn des Machbaren stehen. Die Diskussion rund um die Möglichkeiten neuer Technologien dürfe aber nicht dazu führen, dass dem Nutzen diffuse Ängste gegenüber gestellt werden. „Vielmehr gilt es unter Einbeziehung der Stakeholder aus Politik und Wirtschaft das Umfeld für weitere Innovationen und Fortschritte so zu bereiten, dass die Leistungen der chemischen Industrie als wesentlicher Teil der Lösung anerkannt werden. Denn gerade hier haben wir es mit einem nachhaltigen Industriekonzept zu tun“, so Culik abschließend.  (PWK877/us)

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