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Auswirkungen der Aging Society bedürfen umfassender Maßnahmen in allen Bereichen

Hochkarätiges Expertenpodium diskutiert Auswirkungen der Aging Society auf Arbeitsmarkt, Gesundheitspolitik und Pensionen

„Das Thema Aging Society ist jenes, das uns neben dem Überthema Konjunktur derzeit am meisten beschäftigt. Denn es hat massive Implikationen auf andere Bereiche und Österreich ist gefordert, sich hier um eine umfassende Sichtweise zu bemühen“, betonte gestern, Donnerstag, der Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der WKÖ, Christoph Schneider, im Rahmen einer Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Salzburg Global Seminar. Dies bedeutet für die heimische Politik noch mehr Anreize für die Beschäftigung Älterer zu setzen. Dass nun zusätzlich 350 Millionen Euro zur Arbeitsmarkt-Integration insbesondere von Älteren zur Verfügung stehen, sei positiv zu bewerten, weil dieses Geld eine echte Eingliederungshilfe für ältere Arbeitslose darstelle, so Schneider. Clare Shine, Vizepräsidentin und Chief Program Officer des Salzburg Global Seminar, betonte, dass Alterung nicht nur Österreich betreffe, sondern eine der kommenden globalen Herausforderungen sei, der man jedoch mit Zuversicht und Optimismus bei der Lösungsausarbeitung begegnen solle.   

Lebenserwartung seit 1970 um ca. 3 Jahre gestiegen

Wie dringend Maßnahmen in diesem Bereich sind, zeigen folgende Zahlen: Die Lebenserwartung in Österreich stieg von 78,2 Jahren 1970 auf 81,1 Jahre 2014. Der Anteil der über 65jährigen beträgt aktuell 18,6 Prozent und wird bis 2020 alleine auf 19,5 Prozent steigen und 2050 einen Wert von 27,9 Prozent erreichen. Während die Beschäftigungsrate der 15-64jährigen 2012 rund 72,3 Prozent betrug, lag die Beschäftigungsrate der über 55jährigen lediglich bei 44,9 Prozent. Im internationalen Vergleich zeigt sich laut OECD, dass Österreich beim effektiven Pensionsantrittsalter deutlich hinterherhinkt: Männliche Schweden und Schweizer, deren offizielles Pensionsantrittsalter bei 65 Jahren liegt, gehen durchschnittlich mit 66,1 Jahren in Pension. Bei den Frauen liegt dies bei 64,2 bzw. 63,9 Jahren. In Österreich liegen die Werte bei 59,7 und 59,4 Jahren bei Männern und Frauen.

Zusätzlicher Mechanismus für Anpassung des Pensionantrittsalters nötig 

Dénes Kucsera von Agenda Austria unterstreicht daher auch, dass das Pensionssystem zunehmend unter Druck kommt – nicht nur wegen des gesamtwirtschaftlichen Defizits sondern eben auch wegen demographischer Faktoren. Kritik äußert er an der starren Formel von 45/65/80 – 45 Beitragsjahre, Pensionsantrittsalter von 65 mit 80 Prozent des durchschnittlichen Lebenseinkommens - die keine Anpassungen etwa aufgrund von steigender Lebenserwartung vorsehe. Kucsera regt die Einführung eines auf die Lebenserwartung ausgerichteten zusätzlichen Mechanismus an, um die Relation zwischen den Jahren der Beitragszahlung in Pension und der – statistischen – Lebenserwartung ausgewogen zu halten.  

Lebenslanges Lernen forcieren - Arbeitsplätze altersgerecht gestalten

Das sogenannte „Salzburg Statement“ stellte Greg Shaw, Direktor der „International Foundation of Aging“, Kanada, in den Mittelpunkt seiner Erläuterungen: Gesundes Altern müsse gefördert werden, da gerade ältere Menschen mehr Netzwerke und sozialen Zusammenhalt benötigen würden. Um ältere Menschen vermehrt ins Arbeitsleben einzubinden, müssten Arbeitsplätze altersgerecht ausgestaltet werden und lebenslanges Lernen noch weiter forciert werden. Potenzialanalysen könnten auch den adäquaten Einsatz im Arbeitsleben erleichtern. Hinsichtlich des klassischen Pensionsantrittsalters von 65 meinte Shaw, dass dieses nicht mehr zeitgemäß sei, denn die heutige Generationen sei physisch wesentlich „fitter“ als frühere.  

Michael Kuhn, Ökonom am „Vienna Institute of Demography“ der Akademie der Wissenschaften, betonte insbesondere die Relevanz des Themas für das Gesundheitssystem: Denn angesichts der steigenden Gesundheitsausgaben (ca. 15 % des BIP) komme es zu einer ungleichen Verteilung. Ärmere Bevölkerungsschichten würden, auch aufgrund ihres ungesünderen Lebensstils, weniger am Gesundheitssystem teilhaben bzw. davon profitieren und hätten somit auch eine niedrigere Lebenserwartung. Hier wäre, so Kuhn, Prävention und gezielte Aufklärungspolitik vorteilhaft.  

Neue Technologien können auch helfen, Ältere in Beschäftigung zu halten 

Wie sehr neue Technologien und Innovationen das Leben der älteren Generation beeinflussen können, analysierte Stephen Johnston, britischer Unternehmer und start-up, der in den USA tätig ist (Aging2.0). Denn diese führen zu einer massiven Veränderung der Arbeitswelt, in der auch Ältere noch aktiv ins Arbeitsleben eingreifen können. Die Alterung, so Johnston, habe zwangsweise Auswirkungen auf die Arbeitswelt: einerseits müsste man länger arbeiten, worauf sich der Einzelne, die Wirtschaft und die Gesellschaft einstellen müssten, andererseits müssten Jobs und Arbeitsverträge wohl flexibler werden und auch Teilzeit eine Rolle spielen. Neue Technologien und Innovationen könnten älteren Menschen auch durchaus helfen, auch in höherem Alter noch unternehmerisch tätig zu werden. Wichtig seien dabei Aus- und permanente Weiterbildung und die Identifikation der – durchaus vorhandenen – Fertigkeiten und „skills“.    

Diese Veranstaltung wurde in dieser Form zum ersten Mal zwischen WKÖ und dem Salzburg Global Seminar abgehalten. Das Salzburg Global Seminar ist ein nach dem 2. Weltkrieg gegründetes internationales Forum mit Sitz im Salzburger Schloss Leopoldskron, das zum Ziel hat, internationale Entscheidungsträger, Experten und Intellektuelle in interdisziplinären Gruppe zusammenzubringen, um aktuelle Themen zu debattieren und Lösungen auszuarbeiten.  (PWK850/US)

v.l.: Christoph Schneider, Greg Shaw, Dénes Kucsera, Michael Kuhn, Stephen Johnston und Clare Shine
v.l.: Christoph Schneider, Greg Shaw, Dénes Kucsera, Michael Kuhn, Stephen Johnston und Clare Shine


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