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Gewerbe und Handwerk: Duale Ausbildung als volkswirtschaftlicher Pluspunkt

Bundesspartenkonferenz thematisiert geplante Reformvorhaben – Digitalisierung mehr in den Fokus der Betriebe bringen

„Mehr Wettbewerb, ein modernes Betriebsanlagenrecht und Entlastungen für Unternehmerinnen und Unternehmer – die Reform der Gewerbeordnung wird wesentliche Impulse für den Wirtschaftsstandort Österreich mit sich bringen. Die Möglichkeiten für Unternehmen werden durch die Ausweitung der Nebenrechte deutlich liberaler. Gleichzeitig bleibt für den Konsumenten gewahrt, dass er sich auf die Qualifikation und die Qualität, die ihm angeboten wird, verlassen kann“, betonte heute, Donnerstag, die Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Renate Scheichelbauer-Schuster, im Rahmen der Bundesspartenkonferenz in Eisenstadt. Als „wirklich großer Schritt“ seien die Neuerungen im Betriebsanlagenrecht zu werten, denn hier werde der Bürokratie ein „ordentliches Scheibchen“ abgeschnitten.

Die duale Ausbildung ist untrennbar mit dem Meister verbunden, international gesehen ist dies das Erfolgsmodell das von anderen Ländern nachgefragt wird. „Wo sonst sollte die Mehrzahl der heimischen Jugendlichen ausgebildet werden, als in den Betrieben?“, so die Obfrau. Gerade angesichts einer Ausbildungspflicht bis 18 müsse man die Betriebe stärken. Die Arbeitslosenquote beträgt nach Angaben des AMS bei Personen mit Pflichtschulabschluss derzeit 27 Prozent. Sobald jemand aber einen Lehrabschluss hat, sinkt die Quote auf sieben Prozent. „Eindrucksvolle Zahlen, die belegen, wie wertvoll eine Ausbildung auf betrieblicher Ebene ist“, so Scheichelbauer-Schuster.

Digitalisierung ist große Chance für Gewerbe- und Handwerksbetriebe

Staatssekretär Harald Mahrer betonte in seiner Keynote die besondere Bedeutung der Digitalisierung, die noch mehr in den Fokus der Betriebe rücken müsse. „Wir wollen Österreich in die Gruppe der Innovation Leader führen und dafür ist es notwendig das Potential der Digitalisierung stärker zu nutzen. Gerade für Gewerbe- und Handwerksbetriebe bieten die neuen Technologien eine große Chance, um im stärker werdenden internationalen Wettbewerb erfolgreich zu sein. Daher starten wir eine neue Digitalisierungs-Offensive, die speziell unsere KMU fit für die Zukunft machen soll. Dafür werden wir fünf Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stellen.“ Das neue Programm „go.digital“, in Anlehnung an das von der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA (AWO) betreute und vom BMWFW finanzierte Programm "go.international", wird 2017 starten und soll nach zwei Jahren evaluiert und im Falle einer positiven Beurteilung verlängert werden. Das Programm soll in drei Clustern aufgebaut werden, um die genannten Herausforderungen gezielt zu adressieren: Awareness (Aufbau einer Informationsplattform, Bewusstseinsbildung, Öffentlichkeitsarbeit), Transformation (Gezielte Förderung von Beratungsleistungen zur Entwicklung einer Digitalen Strategie für das Unternehmen) und Qualification & Know how (Gezielte Förderung der Qualifizierung von Mitarbeitern, Umsetzung von Innovationszentren für KMU - „Digital Innovation Hubs“).

Qualifikation und Qualität machen Gewerbe und Handwerk aus

„Wer Gewerbe und Handwerk sagt, meint die Qualifikation unserer Mitarbeiter und die Qualität der angebotenen Produkte unserer Betriebe“, so die Obfrau. Das zeige auch die aktuell publizierte Befragung der WK Steiermark, 66 Prozent der befragten Unternehmen gehen bei einer umfassenden Liberalisierung von mangelnder Professionalität der Mitbewerber aus. „Wir stehen dazu, dass mit der Ausweitung der Nebenrechte um 30 Prozent bereits ein großes Ventil geöffnet wird, damit sich Betriebe freier am Markt bewegen können. Damit einhergehen wird ein deutlicher Rückgang an Gewerbescheinen und Gewerbeanmeldungen, insgesamt eine Entlastung in Höhe von 30 Millionen Euro pro Jahr“, erläuterte die Obfrau. 

„Wir haben zuletzt entscheidende Tage für das österreichische Gewerbe und Handwerk erlebt. Dass die Bedeutung des reglementierten Bereichs anerkannt wurde und damit die enorme volkswirtschaftliche Bedeutung, die die duale Fachkräfteausbildung für den Standort hat, ist ein positives Signal. Dies gilt es zu verstärken, denn die Mehrzahl der heimischen Jungunternehmer kommt aus der dualen Ausbildung, die Hälfte unserer Jugendlichen wird in den Betrieben ausgebildet“, so Scheichelbauer-Schuster abschließend.  (PWK848/US)

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