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Bestatter: Trendstudie zeigt Schwerpunkte und Herausforderungen der Branche auf

Die Bestatter von morgen – Individualisierung und Wertewandel mit großen Auswirkungen auf Trauerkultur

„Die heimischen Bestatter stehen – auch angesichts – der Trends, ausgelöst durch die zunehmende Individualisierung, Wertewandel und auch Digitalisierung vor neuen Herausforderungen. Die Bestatter werden immer stärker zu umfassenden Dienstleistern, die nicht nur alle Bereiche des Bestattungswesens abdecken, sondern auch versuchen, durch spezielle Zusatzangebote auf Familie und Angehörige einzugehen“, betonte Franz Nechansky, Bundesinnungsmeister der Bestatter, heute, Freitag. Das Zukunftsinstitut hat im Auftrag der Bundesinnung in einer aktuellen Trendstudie die Megatrends in der Bestattungskultur beleuchtet. „Megatrends sind Grundpfeiler der Arbeit in der Trend- und Zukunftsforschung. Sie beschreiben Veränderungen, die alle betreffen. Sie öffnen den Blick auf Veränderungen in der Gesellschaft. Daraus lassen sich Herausforderungen für die gesamte Branche ableiten und Regeln für den Bestatter von morgen formulieren“, so Christian Rauch, Studienautor des Zukunftsinstituts.

Die vorliegende Trendstudie orientiert sich an den Megatrends Individualisierung, Silver Society, Konnektivität und New Work und stellt die damit verbundenen gesellschaftlichen Umbrüche in einen Zusammenhang mit den Anforderungen, die sich an eine Bestattung von morgen, ergeben. „Während wir auf der einen Seite die kontinuierliche Fortsetzung des Wertewandels und die Abkehr von herkömmlichen Traditionen sehen, erleben gleichzeitig ‚alte‘ Trauerrituale eine Renaissance“, so Rauch. 

„Es zeigt sich, dass für die Menschen Rituale wichtiger denn je sind. Denn diese geben Stabilität und Struktur, gerade in persönlich so herausfordernden Situationen, wie beim Verlust eines nahen Angehörigen“, so Elisabeth Schneider vom Psychologischen Dienst des Innenministeriums, die den heimischen Bestattern im Rahmen einer Projektzusammenarbeit mit ihrer Expertise zur Verfügung steht. „Aus Sicht der Bestatter bedeutet das eine weiter zunehmende Individualisierung, was Bestattungen anlangt, ein Zunehmen von Trends, etwa was naturnahe Bestattungen angeht. Gleichzeitig steigt der Wunsch im Rahmen einer Trauerbegleitung nach Orientierung und Unterstützung“, so Nechansky

Silver Society – Neudefinition des Alters

Während neue Formen der Bestattung in früheren Jahren nur der jüngeren Generation zugeordnet wurden, gilt dies auch zunehmend für die sogenannte „Silver Society“. „Veränderte Familienstrukturen und die zunehmende Mobilität lassen Menschen in ihrem Leben an vielen verschiedenen Orten der Welt verbleiben. Die Herausforderung besteht darin, zu wissen, was im Todesfall zu tun ist und dies mit dem Wissen nach Selbstbestimmung und steigender Optionenvielfalt bei einer Bestattung, in Form einer Vorsorge, zu verknüpfen“, so der Pressesprecher der österreichischen Bestatter, Rainer Wernhart.

Konnektivität – Dienstleistung für innovative Angebote

„Hier geht es um nicht mehr und nicht weniger als die digitale Transformation des Bestatter-Business. Schnellere, flexiblere, persönlich angepasste Angebote, und statt eines Preiskampfs Mehrwert schaffen“, skizziert der Pressesprecher. Seriöse Bestattungsunternehmen würden vermehrt darauf Wert legen, dem steigenden Wettbewerb durch neue Services zu begegnen. Laut dem Studienleiter des Zukunftsinstituts, sind die digitalen Strategien und Online-Angebote „eine sinnvolle Ergänzung, die zur Weiterentwicklung der Trauer-, Bestattungs- und Friedhofskultur beitragen. Dadurch erweitert sich das Anforderungsprofil von Bestattungen. Sie müssen sich dann z.B. auch um den digitalen Nachlass - etwa was Social Media Profile anlangt - kümmern“. „Hier gibt es bereits eine Reihe von Anbietern und es gilt für Bestatter, hier ein umfangreiches Service anzubieten und Kooperationen mit diesen Partnerunternehmen zu suchen“, formuliert Wernhart. Auch aus psychologischer Sicht gelte es anzusetzen, denn „die neuen Abschiedsrituale in der virtuellen Welt haben eine zentrale Bedeutung für die Trauerbewältigung in der realen Welt“, so Schneider.

Bestatter – Manager der Trauerkultur

„Tätigkeitsbereiche und Leistungsspektren der Bestatter gehen, angesichts der skizzierten Trends, deutlich in die Breite. Wir müssen unseren Fokus noch viel mehr auf eine umfassende Begleitung im Trauerfall ausrichten. Der Bestatter von morgen ist gefordert, Kooperationen mit Partnerunternehmen zu suchen, das Service an Individualisierung und Digitalisierung anzupassen“, betont Wernhart. Vieles, so Rauch, gelte es neu zu definieren. Etwa indem Friedhöfe nicht als Orte der Toten, sondern als Orte mit heilsamer Wirkung gesehen werden. „Friedhöfe haben für das Gemeinwesen eine wichtige Funktion über die Bestattung hinaus. Um Bedürfnissen der Angehörigen gerecht zu werden, könnte ein Beitrag sein, dass die Friedhöfe zu naturnahen Orten gestaltet werden und den Angehörigen dadurch einen Mehrwert in der Trauerarbeit bieten“, so Schneider.

Bestattungskultur im Wandel

Kunden suchen nach Angeboten, die ihren individuellen Lebensstil widerspiegeln und den Bedürfnissen der Hinterbliebenen gerecht werden. In dem Maße, wie eine neue Vielfalt der Beisetzungsformen und der Trauerrituale die Bestattungskultur prägt, wächst auch die Suche nach Orientierung. Damit wächst die Bedeutung von Bestattern als Kuratoren, die die passende Form der Beisetzung erarbeiten und entwickeln. Die Digitalisierung beeinflusst die Art, wie in unserer Gesellschaft mit dem Tod umgegangen wird. Dabei haben die neuen Abschiedsrituale in der virtuellen Welt eine zentrale Bedeutung für die Trauerbewältigung im ganz realen Leben. Die Aufgabenbereiche und Kompetenzanforderungen der Bestatter werden sich deutlich ausweiten. Indem sie zunehmend Leistungen integrieren, die mit dem Handwerk und der Bestattung im Kern zunächst nichts zu tun haben, können deutliche Servicemehrwerte erschlossen werden. Um das alles bieten zu können, ist Vernetzung, Aus- und Weiterbildung enorm wichtig. Durch sachspezifische Kurse und Workshops in der Bestatterakademie kann jeder am Ball bleiben und neue Herausforderungen meistern. (PWK787/JR) 

Bild: A. Klocker
Bild: A. Klocker

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