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Spielwiese Crowdfunding: Mehr Innovationen bei weniger Risiko

creativ wirtschaft austria: Unkonventionelle Finanzierungsmethode für Kreativprojekte noch stärker nutzen

„Crowdfunding, entwickelt aus Mangel an speziellen Finanzierungsinstrumenten in der  Kreativwirtschaft, ist heute ein nachhaltiges Erfolgsmodell.“, betonte gestern, Montag, der Vorsitzende der creativ wirtschaft austria, Gerin Trautenberger, im Rahmen des Exchange-Netzwerktreffens für Kreativunternehmen. „Denn Ideen abseits der Norm, werden durch die eigene Community finanziert. Diese neuen Produkte, Services oder Angebote, bei denen klassische Finanzierungen an ihre Grenzen stoßen, können so erstmals umgesetzt und produziert werden.“ 

Trautenberger betonte, dass mit dem sogenannten Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG) nun die Prospektpflicht bei kleineren Emissionsvolumen gelockert wurde und damit die Kapitalbeschaffung erleichtert werde. Gleichzeitig habe man es hier aber mit einem kleinen Baustein zu tun, der im Rahmen eines vernünftigen und durchdachten Maßnahmenpakets in Sachen Unternehmensfinanzierung zu sehen sei. Parallel zu den bestehenden Finanzierungsformen gelte es den Zugang zu Finanzierung auch durch die Hausbank auszubauen. „Nicht jeder kann über die Crowd finanzieren, aber mit der Umsetzung des im Rahmen von Creative Europe geplanten Garantiefonds in Österreich könne man Rückhalt für die vielen ganz kleinen Kreativunternehmen schaffen, die eine Bankenfinanzierung brauchen, um etwa neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen zu können“, so Trautenberger.  

Crowd-Wachstum: Volumen innerhalb von 5 Jahren verdoppelt 

Wie stark das weltweite Wachstum von Finanzierungen über die Crowd tatsächlich ist, verdeutlichte Reinhard Willfort, Gründungsmitglied und Executive Board Member des „European Crowdfunding Network“ in Brüssel. So verdoppelt sich seit ca. fünf Jahren das Crowd-Volumen jährlich und lag 2014 in Europa bereits bei mehr als 3 Milliarden Euro „Crowdfunding liefert mehr Innovationen bei weniger Risiko und ist längst mehr als eine Spielwiese für Startups: Denn die Crowd liefert frühzeitig Feedback auf Ideen und macht Ideen am Markt schneller sichtbar: Crowdfunding liefert Finanzierung, Markttests und Marketing gleichzeitig“, so Willfort. Crowdfunding gehe aber weit über die Finanzierung von Ideen hinaus und ermögliche und fördere gänzlich neue Geschäftsmodelle, nämlich von der Einmalfinanzierung zum "Crowdbusiness" mit neuen Rollen, Ressourcen und Einkommensmöglichkeiten.  

Crowdsourcing ideale Nebenerscheinung einer Kampagne 

Wie stark junge, dynamische Unternehmen bereits mit dem Thema vertraut sind, wurde anhand der Best Practice Beispiele deutlich, die aus ihrem Erfahrungsschatz zum Thema Crowd berichteten. Cloed Priscilla Baumgartner von „Lieblingsbrand“ hob insbesondere die Bedeutung von Crowdfunding als neue Form der niederschwelligen Finanzierung von Innovationen hervor, das als perfektes Markting- und PR-Tool genutzt werden müsse. Und sie brachte den Begriff des Crowdsourcing ins Spiel: „Denn mit der Crowd gibt es immer auch Feedback, ob die Innovation funktioniert oder nicht. Man bekommt auf Plattformen nicht nur Feedback von  finanziellen Supporter sondern findet unter Umständen auch neue Mitarbeiter oder Kooperationspartner“, so Baumgartner. 

Natalie Resch von „Mana - Apfelwein“ wiederum machte darauf aufmerksam, ein Projekt niemals auf einer Plattform „allein zu lassen“, sondern immer darauf zu achten, zielgerichtet ausgewählte Personen auf die Plattform zu bringen.  Sowohl für David Dietrich von „EinBaumHaus“ sowie für Martin Pansy vom Grazer Start Up „Nuki“ liegt ein wesentlicher Schwerpunkt in der Vorbereitung einer Crowd-Kampagne: Denn Vorbereitung und Timing sind alles und die Crowd, die man damit rund um das Produkt in den Monaten vor dem Start aufbaut, ist damit immens wichtig.  

Wie sehr im Rahmen einer Kampagne rechtliche Rahmenbedingungen und Kenntnisse die das Prozedere betreffen, wichtig sind, unterstrich Philipp Bohrn, vom Fachverband der Finanzdienstleister, der zudem auf die fulminanten Zahlen des ersten Halbjahres  2015 verwies. So wurde bereits in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr finanziert als in den beiden Jahren davor. Seit Bestehen der österreichischen Plattformen konnten bereits 49 Finanzierungen positiv abgeschlossen werden, und es wurden insgesamt mehr als 6,3 Millionen Euro durch Crowd-Investoren aufgebracht.  

„Die Praxisbeispiele zeigen, dass Crowdfunding mehr ist als nur eine alternative Finanzierungsform. Die Meldungen der letzten Tage, in denen Unternehmen über die Crowd bis zu 500.000 Euro für neue Projekte eingesammelt haben, zeigen, dass hier beachtliches Potential besteht. Dieses Potential gilt es zu heben und für die Kreativwirtschaft weiter nutzbar zu machen“, so Trautenberger abschließend.  

Exchange - das Netzwerktreffen für Kreativunternehmen, wird durchgeführt von creativ wirtschaft austria im Rahmen von evolve, der Strategie des BMWFW zur Förderung von kreativwirtschaftsbasierter Innovationen in der Kreativwirtschaft in Kooperation mit der Erste Bank. (PWK784/us)

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