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Der Maghreb, ein Markt so groß wie Deutschland!

Wirtschaftsmission der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA nach Algerien, Marokko und Tunesien.

Mit 80 Millionen Einwohnern, einer Kaufkraft die deutlich über dem afrikanischen Durchschnitt liegt und einer soliden Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre stellen die drei Maghreb-Staaten Algerien, Marokko und Tunesien einen Markt „so groß wie Deutschland“ dar. Im Vorjahr machten die Exporte in diese Region 438 Millionen Euro aus, ein Anstieg von rund acht Prozent. Im ersten Halbjahr gingen die Ausfuhren wieder leicht zurück, der generelle Trend ist aber positiv. Besonders gefragt sind österreichische Industriezulieferungen wie Maschinen und Anlagen, Lieferungen für den Bau- und Infrastruktursektor, Papier und Chemikalien, Holz und Lebendtiere. In diese drei sehr unterschiedlichen Märkte führt die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) vom 15.-21. Oktober 2016 eine Wirtschaftsmission mit österreichischen Unternehmensvertretern. Am Programm stehen B2B Termine, Behördenbesuche, Betriebsbesichtigungen und Treffen mit Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Algerien, das seit der Wiederwahl von Präsident Bouteflika auf stabile Verhältnisse verweisen kann, will nach wie vor, trotz anhaltend niedriger Ölpreise, am notwendigen Ausbau der Infrastruktur festhalten und so für Wachstum sorgen. Das Land verfügt dank seiner Erdölwirtschaft noch immer über Devisenreserven von fast 120 Milliarden Euro. „Das im August in Kraft getretene neue Investitionsgesetz ist ein richtiger Schritt zur Verbesserung des Rahmes, um in Algerien Geschäfte zu machen und ein positives Signal für ausländische Investoren“ so Markus Haas, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Algier. Algerien ist Österreichs wichtigste Exportdestination im Maghreb und die Nr. 3 am afrikanischen Kontinent (nach Südafrika und Ägypten).

Nachfrage nach Exportdestination Marokko steigt

Marokko ist das politisch stabilste Land Nordafrikas und entwickelt sich als regionaler Wachstumsmarkt. „Die marokkanische Wirtschaft ist dank der Diversifizierung der eigenen Industrie breiter denn je aufgestellt, weshalb die Exportchancen nach Marokko mittelfristig gut bleiben“, sagt Christoph Plank, Wirtschaftsdelegierter in Marokko, und fügt hinzu, „das Land etabliert sich als fixe Exportdestination in den Köpfen der österreichischen Unternehmensvertreter, auch wenn sich derzeit der Wirtschaftsmotor nur langsam dreht.“ Mit einem Wachstum von rund zwei Prozent, einer soliden Inlandsnachfrage und hohen Ausgaben für Infrastrukturprojekte bleibt das Land für österreichische Lieferanten aber interessant – und punktet als Hub für Geschäfte im frankophonen Westafrika.

Ein frischer Wind weht in Tunesiens Politik. Youssef Chahed wurde vom Parlament mit überwältigender Mehrheit als neuer Premierminister bestätigt und weckt Hoffnungen, dass er es schaffen könnte, die großen Herausforderungen des Landes zu meistern und unpopuläre Maßnahmen durchzuboxen. Ein ebenso frischer Wind weht auch von einer steigenden Zahl junger Unternehmen. Die Startup Szene in Tunis floriert und birgt viel Hoffnung. Auch in Tunesien wurde im September 2016 ein neues Investitionsgesetz verabschiedet. Tunesien behauptet seine Position als Produktionsvorhof der europäischen Automobilindustrie mit günstigen Löhnen und gut ausgebildeten Arbeitskräften. (PWK764/BS)

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