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Gleitsmann zum Equal Pay Day: Rahmenbedingungen schaffen, die noch bestehende Schieflagen beseitigen

Einkommensberichte: Immer mehr Verpflichtungen für Unternehmen schießen am Ziel vorbei

„Wenn morgen, Sonntag, der Equal Pay Day 2015 begangen und dabei schon traditionell  mehr Fairness für Frauen gefordert wird, sollte man die Dinge beim Namen nennen, die nach wie vor für Schieflage bei den Einkommen sorgen können“, hält Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der WKÖ, fest.

„Der Ball liegt bei der Politik, faire Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehört etwa, endlich das Frauenpensionsalter anzugleichen – denn das wäre ein ganz wichtiger Schritt in Richtung mehr Einkommensfairness für Frauen“, so Gleitsmann. 

Auch an einem konsequenten Ausbau qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung - flächendeckend und auch für Unter-Dreijährige - führe kein Weg vorbei, wenn Vereinbarkeit von Beruf und Familie für alle realisierbar sein sollen. Zudem gehen die Öffnungs- und Schlusszeiten vielfach an den Realitäten und Notwendigkeiten der modernen Arbeitswelt vorbei und müssten flexibler gestaltet werden.

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt liegt schon in der Kindheit: „Je früher man jungen Mädchen verstärkt auch technische Berufsfelder näher bringt, desto höher ist die Chance, dass sich der Frauenanteil in diesen gut entlohnten Bereichen erhöht“, so der WKÖ-Experte. 

Einkommensberichte: Gesetzesvorgaben von den Betrieben eingehalten

Was die Einkommensberichte betrifft, so hat der erst vor kurzem vorgelegte Evaluierungsbericht  von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek gezeigt, dass die Gesetzesvorgaben von den Betrieben eingehalten werden.

Gleitsmann: „Eine weitere gesetzliche Verschärfung ist daher weder notwendig noch zielführend und geht damit in die komplett falsche Richtung. Wir können nicht auf der einen Seite von Entbürokratisierung reden und auf der anderen Seite immer neue Vorgaben für Betriebe einführen, die mit hohem bürokratischen Aufwand und noch dazu hohen Kosten verbunden sind“.

Grundsätzlich habe sich die viel zitierte Einkommensschere in den vergangenen Jahren zusehends geschlossen und sei kleiner als oft behauptet, stellt Gleitsmann klar. Noch bestehende Einkommens-Unterschiede zwischen Frauen und Männern lassen sich bei objektiver Betrachtung zu einem Gutteil auf Unterschiede bei der Arbeitszeit, beim Alter, der Berufserfahrung, der Ausbildung, unterschiedliche Tätigkeit oder Branche, Erwerbsunterbrechungen oder das schon genannte frühere Pensionsantrittsalter zurückführen.

„Um mit der dann noch verbleibenden Einkommensdifferenz, die übrigens mit rund 5 Prozent weit niedriger ist als die öfter behaupteten 20 Prozent oder mehr,  umzugehen, kann es sicher verschiedene Ansätze geben. Immer neue Belastungen und Vorschriften für Betriebe schießen aber am Ziel vorbei und sind sicher nicht der richtige Weg“, so Gleitsmann. (PWK754/PM)

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