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USA: Trans-Pazifisches Partnerschaftsabkommen im Ziel

„Made in Austria“ wird im Pazifikraum vermehrt auf „Made in USA“ treffen.

Diese Woche einigten sich die zwölf Länder des Trans-Pazifischen Partnerschaftsabkommens (TPP) - Australien, Brunei, Kanada, Chile, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, USA und Vietnam - nach fünf Jahren intensiver Verhandlungen um sensible Bereiche wie Automotive und Landwirtschaft. Damit entsteht ein Wirtschaftsraum mit 800 Millionen Menschen und einem 40-Prozent-Anteil am Welt-BNP. Das Trans-Pacific Partnership Agreement (TPP) ist für die USA das größte Handelsabkommen seit Inkrafttreten des NAFTA–Abkommens (North American Free Trade Agreement) im Jahr 1994. Über 18.000 Zölle werden für amerikanische Produkte abgeschafft. Für Präsident Barack Obama ist TPP ein Schlüsselelement seiner Außenpolitik, die eine Annäherung an Asien anstrebt. Damit wird die Position Amerikas im asiatisch-pazifischen Raum ausgebaut und ein regionales Gegengewicht zu China geschaffen. 

„Österreichische Unternehmen werden im Asien-Pazifikraum vermehrt auf amerikanische Mitbewerber stoßen. TPP schafft für Produkte „Made in USA“ einen leichteren Marktzugang“, sagt Rudolf Thaler, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Los Angeles. Beim Export in TPP-Länder entfallen die Importzölle für amerikanische Industrieerzeugnisse wie beispielsweise Maschinen in Höhe von 59 Prozent. Bei Geflügel, Sojabohnen und Früchte macht der Wegfall der Zölle 35 bis 40 Prozent aus. 2014 exportierte die USA 56 Mrd. USD an Maschinen in TPP Länder und etwa 20 Prozent seiner Landwirtschaftsexporte. Automotive US-Produkte in Höhe von 89 Mrd. USD (2014) werden in Zukunft ohne Zölle von bis zu 70 Prozent abgefertigt werden. Im vergangenen Jahr importierten TPP-Länder aus den USA Informations- und Kommunikationstechnologien im Wert von 36 Mrd. USD, wobei die Zölle im Ausmaß von 35 Prozent eliminiert werden. 

Wirtschaftsmotor TPP

Die Exporte der USA in Länder mit einem Freihandelsabkommen stiegen seit 2009 um 64 Prozent im Vergleich zu 45 Prozent in Länder ohne Freihandelsabkommen. Vergangenes Jahr exportierte USA 726 Mrd. USD in TPP-Länder, wobei Kalifornien mit einem Anteil von etwa 10 Prozent der größte Exporteur ist. Die globalen Auswirkungen des TPP-Abkommens werden gemäß einer 2013 erstellten Studie des Peterson Institute bis 2025 auf 223 Mrd. USD pro Jahr geschätzt, für die USA wird mit 77 Mrd. USD pro Jahr an realen Einkommensvorteilen gerechnet. 

Abstimmung im Kongress erforderlich

Thaler: „Da die Verhandlungen geheim waren, wird in den nächsten Wochen ein Text über die Inhalte des Abkommens zur Veröffentlichung zusammengestellt. Nach der Begutachtung durch den US-Kongress innerhalb von 90 Tagen ist mit einer Abstimmung im ersten Halbjahr 2016 zu rechnen.“ Alle Mitgliedsländer des TPP werden ebenfalls über das Abkommen abstimmen. Gegen TPP sprach sich nach Abschluss der Verhandlungen die demokratische Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton aus, die ehrgeizige Ziele nicht erfüllt sieht. Gegner des Abkommens sind vor allem Gewerkschaften, die Arbeitsplätze gefährdet sehen. 

TTIP im Schatten von TPP

Das mit Abstand größte Freihandelsabkommen der Welt entsteht mit der Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP), die bisher in den USA im TPP-Schatten der Aufmerksamkeit von Politik und Medien stand. „TTIP würde Europa die Möglichkeit des Gegensteuerns zur tektonischen Verschiebung der Handels- und Wirtschaftsdynamik in Richtung wirtschaftlich pulsierende asiatische Staaten bieten“, so Thaler. Das transatlantische Freihandelsabkommen würde die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und den USA intensivieren. Die USA sind für Österreich bereits jetzt die zweitgrößte Exportdestination. In der amerikanischen Importstatistik liegt Österreich auf Platz 31 der Lieferländer, unter den EU-Ländern ist Österreich das achtwichtigste Lieferland. (PWK750/us)

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